Tests

Test: Trek Rail 5 und Trek Rail 7

Die zwei neuen Trek E-MTB-Modelle für rund 5.000 Euro im Vergleich
Trek Rail 5 vs. Trek Rail 7 online kaufen

Das ist gut

  • sehr saubere Optik für E-MTBs
  • exzellente Fahreigenschaften und moderne Rahmengeometrie
  • integrierter 625-Wattstunden-Akku für große Reichweite
  • einzigartige Detaillösungen
  • große Auswahl an Farb- und Ausstattungsvarianten

Das ist nicht so gut

  • relativ einfache SRAM Eagle SX- Schaltung beim Trek Rail 5
  • absenkbare Sattelstütze mit maximal 130 Millimeter Hub beim Rail 5 und 7

Unser Lucky Bike Mitarbeiter Jan aus Düsseldorf hat das Trek Rail 5 getestet und mit dem Rail 7 verglichen. Im folgenden Vergleichstest schildert er seine Einschätzung. Die Preise zum Testzeitpunkt belaufen sich auf 4.699 Euro für das Trek Rail 5 und 5.499 Euro für das Rail 7.

Zum Trek Rail 5 625

Zum Trek Rail 7

Trek E-MTBs mit Bosch-Antrieb

2013 stellte Trek die ersten E-Mountainbikes in seinem Sortiment mit Bosch Motor vor und gab den Modellen den Namen „Powerfly“. Auch sieben Jahre später tragen immer noch alle Hardtail- und Full-Suspension-E-MTBs von Trek diesen Namen. Die vollgefederten E-MTBs sind dabei am Namenszusatz FS (Full-Suspension) oder LT (Long-Travel) zu erkennen.

Im Jahr 2020 bekommen die erfolgreichen Modelle einen spannenden Zuwachs. Die Trek-Rail-Modelle ersetzen die Long-Travel-Modelle und sind somit als E-Trailbike oder E-Enduro einzuordnen. Alle Rail-Modelle verfügen über 29-Zoll-Laufräder sowie 150 Millimeter Federweg am Heck und eine 160-Millimeter-Federgabel vorne. Zudem kommen bei allen Rail-Modellen ausschließlich der neue, kompaktere und etwa ein Kilogramm leichtere Bosch Performance CX Motor und der integrierte Powertube Akku mit bis zu 625 Wattstunden zum Einsatz.

Trek Rail 5 RIB

Der erste Eindruck: Ein Trek Slash mit Motor?

Auf den ersten Blick wirkt das Rail tatsächlich wie ein Slash auf Steroiden. Und das ist was Gutes! Mit dem Slash hat Trek ein vielseitiges Endurobike im Programm, das mit seinen 29-Zoll-Laufrädern einen breiten Einsatzbereich abdecken kann. Das Trek Slash durfte ich ebenfalls testen.

Testbericht Trek Slash 8 29 2020: Der Maßstab für alle Twentyniner-Endurobikes.

Trek Rail 5 Antrieb

Perfekte Integration: Motor- und Akkuaufnahme

Ich schaue mir zunächst die „Basisversion“ an, also das Trek Rail 5. Das Modell ist dabei auf keinen Fall eine Sparversion, sondern es besitzt dieselben Features wie die gesamte Rail-Modellpalette. Im Zentrum steht der in matten Farben lackierte Rahmen. Dieser wurde von Grund auf an den neuen Bosch Performance CX Gen4 Motor angepasst. Der 625-Wattstunden-Akku ist wie auch bei einigen Powerfly-Modellen elegant mit einem eigens von Trek entwickeltem System in den Rahmen integriert und lässt sich so bequem seitlich entnehmen. Bei Trek ist hervorzuheben, dass die Akkuaufnahmen perfekt integriert sind, so dass der Ein- und Ausbau schnell und einfach funktioniert. Eine absolute Neuentwicklung ist beim Rail hingegen im Bereich des Motors zu erkennen. Mehr dazu weiter unten.

Trek Rail 7 Steuerrohr

Lang, flach und dennoch kompakt: Die Geometrie des Trek Rail

Als modernes E-Enduro-MTB lässt sich das Rail zunächst als lang und flach beschreiben. Der 64,5 Grad flache Lenkwinkel verspricht eine Menge Downhill-Potential. Im Bereich des Motors ist das Rail dazu erstaunlich schlank. Dank der etwa 50 Prozent kleineren Abmessung konnten die Ingenieure von Trek die Kettenstrebenlänge nochmal um fast drei Zentimeter verkürzen. Oft wird diese „Überlänge“ als größter Kritikpunkt bezüglich der Fahreigenschaften von E-MTBs dargestellt. Eine lange Kettenstrebe sorgte in der Vergangenheit oft dafür, dass sich E-MTBs eher schwerfällig manövrieren ließen.

Rail 5 vs Rail 7

Daneben verfügt der Rahmen über die von den vollgefederten Trek-Modellen Slash und Remedy bekannten Features. Hierzu gehören der Gabelanschlag, „Knock-Block“ genannt, die per „Mino-Link“ anpassbare Geometrie sowie der sensible APB-Hinterbau mit steifen Boost-Naben und 12 Millimeter Steckachse.

Stimmiges Gesamtpaket: Die Ausstattung des Trek Rail 5

Trek Rail 5 online kaufen Testbericht

Als Display kommt das bekannte Bosch Purion zum Einsatz, das eine übersichtliche Anzeige der wichtigsten Daten gibt und die Bedienung des E-Bike-Systems vom Lenker aus ermöglicht. Als Schaltung setzt Trek beim Rail ausschließlich auf moderne 12-fach-Schaltungen von Shimano oder SRAM. Beim Rail 5 verbaut Trek dabei „nur“ die SRAM Eagle SX. Ein lohnendes Upgrade aus meiner Sicht wäre ein Schalthebel oder Schaltwerk aus der NX- oder GX-Eagle-Serie. Bei den weiteren Anbauteilen hat Trek augenscheinlich darauf geachtet, dem starken Rahmenkonzept gerecht zu werden. Beim Fahrwerk setzt Trek auf einen Rock Shox Deluxe Select+ Dämpfer und eine Rock Shox 35 Gold Federgabel, die mit einem schicken Detail daherkommt. Die Krone der Gabel wurde besonders massiv gestaltet, um optisch perfekt zum unteren Teil des Steuerrohrs zu passen. Aber sicher wird auch die Lenk- und Fahrstabilität davon profitieren. Was mir besonders ins Auge fällt, sind die massiven 203 Millimeter Bremsscheiben. In Kombination mit der M745 4-Kolben-Bremse von Tektro/TRP sollte hier immer genug Brems-Power zur Verfügung stehen. Praktisch: Die Bremse setzt auf die gleiche Form von Bremsbelägen wie alle modernen Shimano 4-Kolben-Bremsen. So sollte man schnell Ersatz finden, falls die Beläge mal verschlissen sind.

Trek Rail 5 Tektro M745 Bremshebel

Die Laufräder des Trek Rail 5 bestehen aus Alex MD35 Felgen mit einer großzügigen Innenweite von 35 Millimeter, die auf Bontrager Boost-Naben aufgespeicht sind. Die verbauten Schwalbe Nobby Nic Reifen besitzen eine Breite von 2,6 Zoll und sind, wie auch die Felgen, Tubeless-Ready.

Das Cockpit sowie der Sattel stammen von Bontrager, der Hausmarke von Trek, die gewohnt hochwertig ist. Abgerundet wird das gute Gesamtpaket durch eine absenkbare Sattelstütze mit bis zu 130 Millimeter Hub. In der Theorie klingt das Rail 5 also schonmal nach viel Fahrspaß.

Trek Rail 5 Bosch Purion

Geländetauglich ohne Ende: Das Trek Rail auf dem Trail

Ich war gespannt darauf, was die E-Mountainbike-Klasse von Trek in der Praxis zu bieten hat. Bereits auf der Straße in Richtung Wald macht dabei der Bosch Performance CX mit dem gewohnt kraftvollen und sensiblen Ansprechen einen positiven Eindruck. Zudem kommt in der neuen Drive Unit auch ein neues Getriebe zum Einsatz, das weniger Tretwiderstand ohne Motorunterstützung bieten soll. Ich habe zwar auch bei der vorherigen Motorgeneration nie wirklich einen zu großen Widerstand gespürt, allerdings kommt es mir tatsächlich so vor, als ließe sich der neue Bosch Motor oberhalb der unterstützten 25 km/h leichter pedalieren.

Trek Rail 5 Bosch Performance CX Gen4

Mit großer Vorfreude steuere ich auf den nächstgelegenen Trail zu. Dank der Unterstützung erreiche ich den Trail-Einstieg ohne große Anstrengung. Da ich sonst nur auf einem Mountainbike ohne Motor unterwegs bin, ist dieses Gefühl fantastisch. Jetzt muss das Rail nur noch in der Abfahrt überzeugen. Den Sattel kann ich bequem durch den gut geformten Hebel unterhalb des Bosch Purion absenken, so dass ich die bestmögliche Bewegungsfreiheit auf dem Trail habe. Anschließend geht es über einen schmalen Pfad in den Wald hinein. Es folgen ein paar Wurzeln und kleinere Sprünge. Ich bin begeistert, wie agil und leichtfüßig das Bike ist, trotz der 29er Laufräder und des E-MTB-typischen Gewichts von 24 Kilogramm. Das Rail scheint sich nicht nur optisch an das Slash anzulehnen, sondern besitzt auch ähnlich gute Fahreigenschaften. Das Fahrwerk fühlt sich satt an und das Bike wirkt absolut solide. In der Mitte des Trails angekommen erwartet mich ein kurzer Anstieg, für den ich normalerweise – also ohne Motor – in den kleinsten Gang schalten muss. Obwohl sich die Kette noch auf einem der mittleren Ritzel befindet, schiebt mich der Bosch Motor den Anstieg im dynamischen E-MTB-Modus hinauf.

Trek Rail 5 Rock Shox 35

Anschließend folgen ein paar kleine Steilkurven, die sich mit dem Rail ebenfalls fantastisch fahren lassen. Die 4-Kolben-Bremsanlage sorgt in Kombination mit den griffigen Reifen für kontrollierbare Verzögerung und Grip. Unten angekommen bin ich vom Trek Rail 5 komplett überzeugt und will am liebsten gleich weiter. Dank des 625-Wattstunden-Akkus sollte genug Energie für ausdauernde Tagestouren vorhanden sein. Ich bin überzeugt, dass Trek mit den Rail-Modellen das E-MTB auf die nächste Stufe gebracht hat. Mit keinem anderen E-MTB hatte ich bisher so viel Spaß wie mit dem Rail.

Trek Rail 7 vs. Trek Rail 5

Insofern steht fest, dass schon das Trek Rail 5, also die Basisversion, mächtig Laune macht. Wie schlägt sich das Rail 7 dazu im Vergleich? Das Rail 7 ist die nächsthöhere Ausstattungsvariante und punktet nicht nur mit knalligeren Farben, sondern auch mit einigen technischen Upgrades.

Trek Rail 7

Als Federgabel kommt dort die Rock Shox Yari anstelle der Rock Shox 35 zum Einsatz, die etwas leichter ist und eine bessere Dämpfung bietet. Die SRAM Eagle SX- Schaltung des Rail 5 wird beim Rail 7 durch einen hochwertigen Shimano SLX/XT-Mix ersetzt. Auch bei der Bremse muss das Tektro-System einer 4-Kolben-Bremse von Shimano weichen. Das letzte Upgrade ist nicht offensichtlich, aber bei einer Probefahrt sofort spür- und hörbar. Beim Trek Rail 7 kommt nämlich der hochwertigere Bontrager Line Comp 30 Laufradsatz zum Einsatz. Dessen Freilauf kommt mit einer feineren Verzahnung von 54 Einrastpunkten daher, was man zum einen gut am deutlichen „Klicken“ erkennen kann und beim Pedalieren als unmittelbare Kraftübertragung spürt.

Trek Rail 7 Ladeanschluss

Tatsache ist, dass ich bedenkenlos beide Trek-Modelle empfehlen kann! Das Trek Rail 5 bietet ein tolles und absolut ausreichendes Gesamtpaket für alle, die ein vollgefedertes E-Mountainbike für unter 5.000 Euro suchen, mit dem sie es auf Trails richtig krachen lassen können. Mit dem Rail 7 legt Trek noch eine Schippe drauf, was die Wertigkeit und Technik der verbauten Komponenten angeht. Für 5.500 Euro bekommt man ein hochwertig abgestimmtes Gesamtpaket ohne jeden Kompromiss.

Trek Rail 7 Rapiddrive Freilauf

Bei der Trek Rail-Modellreihe sind ausstattungstechnisch übrigens keine Grenzen gesetzt. Jenseits des Rail 7 bietet Trek mit dem Rail 9 ein E-MTB, das eine hochwertigere Ausstattung besitzt und ebenfalls auf einem Aluminiumrahmen basiert. Bei den Rail-Varianten Trek Rail 9.7, Trek Rail 9.8 und Trek Rail 9.9 kommt dann Carbon als Rahmenmaterial zum Einsatz.

Veröffentlicht am 09. Juni 2020
Jan K.

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.

https://www.lucky-bike.de/blog/wp-includes/test