Fahrrad absichern – Wissenswertes, Tipps und Tricks

Fast jeder hat es schon einmal erlebt: Man kommt zum Fahrradständer zurück und der geliebte Drahtesel oder Teile davon sind futsch. Wie ist nun das weitere Vorgehen? Was kann man tun, damit es gar nicht erst zum Diebstahl kommt? Welche Möglichkeiten der Versicherung gibt es und welche Maßnahmen machen Langfingern das Leben schwer? Nachfolgend haben wir Wissenswertes, Tipps und Tricks zusammengestellt, wie Sie Ihr Rad am besten absichern.

Versicherung

Es klingt zwar sehr niederschmetternd, aber einen absoluten Schutz für’s eigene Rad gibt es leider nicht. Insofern hilft eine Fahrradversicherung, damit im Fall des Falles der Schaden schnell reguliert wird und zügig ein Ersatzrad gekauft werden kann. Dabei gilt es zu beachten: Wird das Rad aus den eigenen, verschlossenen Räumlichkeiten gestohlen, ist das Rad über die normale Hausratversicherung versichert. Einige Hausratversicherungen bieten auch einen Versicherungsschutz für Räder, die außerhalb der eigenen Räumlichkeiten entwendet werden an. Dies ist je nach Versicherung unterschiedlich. Wichtig: Die Hausratversicherung deckt üblicherweise nur einen bestimmten Maximalwert ab. Besitzt man ein teures Rad und möchte auf Nummer sicher gehen, empfiehlt es sich, entweder einen zusätzlichen Versicherungsbaustein für Fahrräder oder gar eine gesonderte Fahrradversicherung abzuschließen. Zum Nachweis gegenüber der Versicherung sollte unbedingt der Kaufbeleg aufbewahrt werden. Es empfiehlt sich zudem, das Rad zu fotografieren und die Rahmennummer zu notieren. Dies kann der Polizei beim Auffinden des Fahrrades helfen – leider ist die Aufklärungsrate im Bereich Fahrraddiebstahl mit unter 10% eher gering.
Eine Übersicht zum Thema Fahrradversicherung findet sich bei Test.de.

Der ideale Abstellplatz

Um gar nicht erst Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden, sollte man bei der Wahl des Abstellplatzes einige Dinge beachten. Auch wenn es zynisch klingt: Stellen Sie ihr Rad am besten dort ab, wo auch andere Räder stehen – statistisch gesehen senkt dies das Risiko, dass ausgerechnet Ihr Rad gestohlen wird. Schließen Sie ihr Rad an einem festen, nicht beweglichen Gegenstand an, damit es nicht weggetragen werden kann. Viele Fahrradständer bieten heute passende Möglichkeiten zum Festschließen, ansonsten muss eine Laterne oder ein Straßenschild herhalten.
Sichern Sie ihr Rad mit zwei unterschiedlichen Schlössern, die mit einer hohen Sicherheitsstufe ausgezeichnet sind. Das ist zwar umständlich und kostet mehr Zeit, erhöht die Sicherheit aber immens, da der potenzielle Dieb es sich im Zweifelsfall zweimal überlegt, ob sich die doppelte Mühe lohnt. Wenn Sie es ihm besonders schwer machen wollen, verwenden Sie zwei Schlösser unterschiedlicher Bauart, so dass er unterschiedliche Werkzeuge zum Aufbrechen verwenden muss. Lassen Sie dabei möglichst wenig Platz zwischen Schloss, Rahmen und Laternenpfahl, so haben es Langfinger schwer, Werkzeuge anzusetzen. Die Schließzylinder sollten nach Möglichkeit nach unten zeigen. So dringt kein Regen ein und das Knacken des Zylinders wird dadurch erschwert.
Stellen Sie Ihr Rad möglichst an belebten und gut beleuchteten Plätzen ab. Vermeiden Sie außerdem Plätze, bei denen der Dieb die Zeit Ihrer Rückkehr abschätzen kann, wie zum Beispiel abends vor dem Kino.

GPS Tracker und Alarmanlage

Natürlich gibt es auch technische Gadgets, die bei der Absicherung des Rades helfen können. Die Fahrrad-Alarmanlage setzt dabei eher auf abschreckende Wirkung. Problematisch daran ist, dass diese Geräte meist vibrationsgesteuert sind. Wird das Rad bewegt, ertönt ein schriller Alarmton. Gerade in engen Fahrradständern kann der Nebenparker die Alarmanlage somit auch ungewollt auslösen.
In jüngerer Zeit hat auch die Zahl der GPS Tracker wie zum Beispiel SpyBike zugenommen. Dieses System setzt darauf, das Rad nach erfolgtem Diebstahl schnell wieder aufzufinden. Man sollte die Ganovenjagd allerdings der Polizei überlassen und nicht auf eigene Faust versuchen, sein Rad zurückzufordern.

PitLock

Zur Sicherung einzelner Komponenten hat sich das Pitlock-System etabliert. Für Vorderrad, Hinterrad, Vorbau, Sattelschnellspanner, Bremsen, Lampenbefestigung und vieles mehr gibt es spezielle Schraubensätze, die durch eine Spezialmutter gehalten werden. Die Form der Mutter ist dabei so gewählt, dass kein normales Werkzeug passt, sondern nur die mitgelieferte, organisch geformte Spezialnuss. Diese ist codiert und kann nur direkt beim Hersteller nachgeordert werden. Wer jetzt in Sorge ist, dass sich findige Kriminelle einfach eine Spezialmutter besorgen könnten, sei an dieser Stelle beruhigt: Der Anbieter hat insgesamt 256 unterschiedliche Formen im Programm.

Sonstiges

Daneben gibt es noch kleine Tricks, die dabei helfen, das Rad für Diebe unattraktiv zu machen. Verwenden Sie einfach einen bunten Mix unterschiedlicher Schrauben an Ihrem Rad. Normalerweise werden 5er und 6er Inbusschrauben verwendet. Von Inbus über Torx hin bis zu Sechskant-Schrauben sollten Sie alle Register ziehen. So verlieren Teileräuber schnell die Lust. Darüber hinaus kann es auch helfen, Markennamen und Logos zu entfernen oder abzukleben.

Lesen Sie auch unsere Beiträge zu den Themen Fahrradcodierung und Fahrradschlösser.

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

Unsere Lucky Bike / Radlbauer Redaktion ist so vielfältig, wie unsere gesamte Unternehmensfamilie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen berichten über ihre Lieblingsthemen, schreiben News, berichten von Veranstaltungen oder testen regelmäßig Fahrräder, die wir in unseren Filialen oder im Online Shop anbieten. In der Redaktion sind unsere Kolleginnen und Kollegen versammelt, die vereinzelt Testberichte, Newsbeiträge oder informative Texte rund um das Thema Fahrrad schreiben. Die Testberichte unserer Redaktion spiegeln ihre Erfahrungen, Ergebnisse und Meinungen objektiv hier bei uns im Blog wider.