Test: Cube Attain GTC Race 2016

Langstreckentaugliches Rennrad mit Top-Ausstattung

Cube Attain GTC Race 2016
Cube Attain GTC Race 2016

+ leicht, steif und komfortabel
+ komplette Shimano Ultegra-Gruppe
+ attraktiver Preis

– Laufräder etwas unter Ausstattungsniveau

Cube Attain GTC Race 2016 – der komplexe Rennradmarkt

Beschäftigt man sich mit dem Thema Rennrad etwas intensiver, stellt man schnell fest, dass der Rennradmarkt sich in den letzten Jahren immer stärker ausdifferenziert. Neben reinrassigen Rennmaschinen haben die meisten Hersteller inzwischen auch verschiedene langstreckentaugliche Komfort- oder Endurance-Rennräder im Portfolio. Auch die neueren Trends zu mehr Aerodynamik oder flexibel einsetzbaren Allroundern (sog. Gravel-Bikes, früher auch „Halbrenner“ genannt) kommen nicht zu kurz. Dieser Entwicklung folgend hat auch der namhafte deutsche Hersteller Cube seine Modellpalette an die unterschiedlichen Ansprüche der Rennradfahrer angepasst. Die „Abteilung Rennrad“ gliedert sich bei den Franken nun in die drei Kategorien Komfort, Endurance und Race. Für diesen Test haben wir uns für das Modell Attain GTC Race entschieden, welches laut Cube das Einsatzspektrum Komfort und Endurance gleichermaßen abdecken soll. Ob das dem Attain gelingt, soll folgender Test unseres Lucky Bike Mitarbeiters Gabriel Eulitz zeigen.

Der erste Eindruck

Bevor wir allerdings das Rad auf die Straße schicken, wollen wir erst einmal die optischen Eindrücke wiedergeben. Der von Cube für das Attain gewählte Farbton carbon ‘n‘ white zeigt sich als mattes grau, mit großzügigen weißen Elementen. Rote Farbtupfer, beispielsweise bei den Lenkerstopfen oder am Sattel, bringen etwas Abwechslung in das Gesamtbild und setzen Akzente. Insgesamt ein recht zeitloses, unaufdringliches Design, welches durch Cube-typische Farbakzente unverwechselbar wird (das zweifarbige Lenkerband sei hier besonders erwähnt).
Der Rahmen selbst ist laut Cube eine komplette Neuentwicklung. Tatsächlich finden sich bei näherer Betrachtung eine Fülle ausgefuchster Details. So verfügt der Rahmen über innenverlegte Züge, was dem Rad eine angenehm cleane Silhouette verleiht. Das Steuerrohr ist konisch geformt, was zu höherer Lenkkopfsteifigkeit führen soll. Das großzügig dimensionierte Unterrohr in Kombination mit einem Press-Fit-Lager soll ebenfalls zu höherer Steifigkeit beitragen, so dass die Kraft möglichst ohne Verluste auf die Straße übertragen werden kann. Für maximalen Komfort am Hinterbau sind filigrane „Aero-Flex“ Sitzstreben zuständig. Ausgestattet ist das Attain mit einer kompletten Shimano Ultegra 11-fach Gruppe, für tadellose Schaltperformance sollte also gesorgt sein. Abgerundet wird das Ausstattungspaket durch Mavic Aksium Elite Laufräder und Cube-eigenen Lenker, Vorbau und Sattelstütze. Insgesamt also ein durchaus vielversprechendes Gesamtpaket, aber funktioniert das Ganze auch auf der Straße? Die Antwort lautet: Ja!

Das Cube Attain GTC Race 2016 im Praxistest

Sitzt man erstmal im Sattel, kommt die auf Komfort getrimmte Sitzposition voll zum Tragen. Man sitzt verhältnismäßig aufrecht und der angenehm geformte, ergonomische Lenker verführt regelrecht dazu, entspannt am Oberlenker zu fahren. Der Cube RP 1.0 Sattel ist dank seiner großzügigen Polsterung zwar nicht der leichteste, nimmt den Fahrer jedoch sehr gut auf und sorgt für zusätzlichen Komfort.
Beeindruckend ist auch das Zusammenspiel der schlanken Sitzstreben, der 27,2mm Sattelstütze und der 25mm breiten Bereifung. Kaum eine Fahrbahnunebenheit wird ungedämpft an den Fahrer weitergegeben, auch auf langen Ausfahrten bleibt man locker und entspannt.
Die Performance bleibt dennoch nicht auf der Strecke: Die Ultegra-Gruppe schaltet mit gewohnt höchster Präzision, die schlanken 11-fach STI’s liegen angenehm in der Hand. Die von Cube gewählte Kombination aus kompakter 50-34 Kurbelgarnitur und großer 11-32er Kassette nimmt selbst steilen Anstiegen den Schrecken. An langen Anstiegen ist man durch die Übersetzung und die Geometrie des Rades allerdings auch eher dazu angehalten, effektiv zu fahren. Der Rahmen ist leicht und steif und bringt dank des Press-Fit-Lagers die Kraft gut auf die Straße, die Sitzposition lässt den Fahrer aber von wilden Attacken und Sprints eher absehen. Die Mavic Aksium Elite Systemlaufräder überzeugen vor allem durch ihre Robustheit, wirkliche Leichtgewichte sind sie nicht.

Fazit

Insgesamt hinterlässt das Attain nach unseren Testfahrten einen äußerst positiven Eindruck. Man fühlt sich auf dem Rad auch auf langen Ausfahrten wohl, die Ausstattung mit der Ultegra-Gruppe lässt kaum Wünsche offen. Auch bei der Konstruktion des Rahmens hat Cube es geschafft, den Ansprüchen an ein komfort- und marathonorientierten Rad voll zu entsprechen. Und genau hier liegt auch der Einsatzbereich, für welchen wir das Attain wärmstens empfehlen können: für lange Radmarathons, gerne auch mit ordentlich Höhenmetern ist das Rad wie geschaffen. Aber auch Fahrer, die lieber entspannt die „Faszination Rennrad“ genießen, als neue Bestzeiten auf der Hausrunde aufzustellen, sollten das Attain durchaus einmal probefahren. Sprintkönige und Kurzstreckenraser werden mit der auf Langstrecke ausgelegten Geometrie des Cube Attain eher nicht glücklich.
Übrigens bekommt man das Cube Attain GTC Race schon für 1799€, was für das hohe Ausstattungsniveau sehr fair kalkuliert ist.

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Autor: Gabriel Eulitz (Lucky Bike Filiale Dortmund)

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

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