Welches Mountainbike darf‘s sein?

Mountainbikes sind schon längst im normalen Straßenverkehr angekommen. Doch Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, auch abseits der Straßen in der Natur unterwegs zu sein, können Sie sich hier einen Überblick über die verschiedenen Mountainbike-Arten verschaffen. Die Unterschiede sind teilweise enorm und auf die jeweiligen Einsatzgebiete angepasst. Zudem sind die Grenzen zwischen den einzelnen Kategorien fließend und eine klare Abgrenzung ist nicht immer ohne weiteres möglich. Trotzdem gibt es einige Aspekte auf die man achten sollte! Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind hierbei das Rahmenmaterial, Reifen, Federung, Rahmengeometrie und Gewicht. Zudem gibt es auch Mountainbikes für Damen.

Tourer – der Generalist

Weniger ist mehr! Das könnte das Motto des Tourenbikes sein. Es ist breit einsetzbar und kommt ohne großen Technikaufwand daher. Überwiegend sind diese Generalisten mit einer Vollfederung und einem Federweg zwischen 120 und 130 mm, der aber auch abweichen kann, ausgestattet. Auch Hardtails sind in dieser Mountainbike-Kategorie durchaus vertreten. Die Geometrie des Mountainbikes ist auf Balance und Vortrieb ausgelegt. Beim Rahmen setzt man auf Zuverlässigkeit und nicht zuletzt einen günstigen Preis, daher ist Aluminium das überwiegende Material der Wahl.

Das Racebike- der Schnelle

Das Race- oder auch Crossbike ist – wie der Name schon sagt – für Touren auf unbefestigten Wegen ausgelegt, weniger für den Einsatz im schweren Gelände. Technisch zeichnen sich die Mountainbikes durch eine leichte Bauweise und durch einen kleinen Federweg zwischen 80 und 100 mm aus. Um ein möglichst leichtes Mountainbike zu bekommen, wird für den Rahmen inzwischen mehrheitlich Carbon verwendet. Die Racebikes sind heute noch überwiegend Hardtail-Fahrräder d.h., dass sie nur vorne eine Federung besitzen. Diese Eigenschaft führt zu einer Reduzierung des Gewichts und einer Erhöhung der Steifigkeit. Zusätzlich hat in den letzten Jahren eine Entwicklung zu größeren 29“-Zoll Reifen stattgefunden, welche einen geringeren Rollwiderstand haben sollen, allerdings im Gegenzug auch ein wenig schwerer sind.

Das All-Mountain – der Alleskönner

Robustheit, Zuverlässigkeit und Komfort sind die Maximen beim All-Mountain. Damit ist es das Fahrrad mit den meisten Einsatzmöglichkeiten und ein wahrer Alleskönner: ob auf längeren Touren oder im gemäßigten Downhill-Bereich. Charakteristisch ist eine Vollfederung mit Federwegen um 150 mm, daher werden diese Bikes auch kurz “Fully” genannt. Ein Aluminiumrahmen aufgrund der besseren Belastbarkeit und absenkbare Variogabeln gehören zudem zu den Ausstattungsmerkmalen. Im Vergleich zum Crossbike ist das Gewicht weniger entscheidend und die Reifen sind meistens etwas breiter und stärker profiliert.

Das Enduro/Downhill – die Hartgesottene

Die Enduro-Bikes sind die Extremsportler unter den Mountainbikes. Sie sind hauptsächlich für Fahrten in schwerem Gelände konzipiert. Durch die große Belastung wird bei den Enduros, im Vergleich zu den Racebikes, mehr auf eine stabile Bauart geachtet als auf ein niedriges Gewicht. Auch deshalb sind hier Aluminiumrahmen gegenüber dem leichteren aber teureren Carbon-Material noch die Regel. Des Weiteren zeichnen sich Enduro-Bikes durch einen langen Federweg ab 150 mm aus. Generell ist diese Art von MTBs voll gefedert und mit breiteren und stärker profilierteren Reifen ausgestattet um im Gelände satten Grip zu haben.
Der Aspekt Sicherheit ist bei dieser auf herausfordernde Strecken ausgelegten Bike-Klasse extrem wichtig. Daher sollten Protektoren und Integralhelm auf keinen Fall fehlen!