9X100MM, 12x142MM ODER 12X148MM BOOST? WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN SCHNELLSPANNER UND STECKACHSEN?

FAQ: Schnellspanner und Steckachse am Fahrrad oder E-Bike

Lange Zeit war der Schnellspanner der Standard an jedem Fahrrad oder E-Bike. Hersteller von Mountainbike-Federgabeln, wie Marzocchi oder Rock Shox, verwendeten ab der Jahrtausendwende erstmalig Steck- und Schraubachsen. Mittlerweile sind Steckachsen vom MTB bis zum Rennrad in fast jeder Fahrrad-Kategorie der „Stand der Technik“. Der Schnellspanner wird trotzdem nicht verschwinden, denn er erfüllt seine Hauptaufgabe – die Laufräder im Rahmen zu halten – auch weiterhin. In diesem Blogbeitrag wollen wir die häufigsten Fragen zu Schnellspannern und Steckachsen beantworten und geben dir, für beide Varianten, Tipps, wie das Montieren der Räder am einfachsten gelingt.

Schnellspanner oder Steckachse: Was habe ich an meinem Fahrrad beziehungsweise E-Bike?

Um herauszufinden mit welchem System die Räder an deinem Bike montiert sind, kannst du entweder in die Spezifikationen schauen (z.B. auf der Website des Herstellers) oder du schaust dir die Achsen der Räder genauer an. Schnellspanner lassen sich an dem charakteristischen Hebel und der Mutter auf der gegenüberliegenden Seite gut erkennen. Mithilfe der Mutter wird die Vorspannung des Schnellspanners eingestellt.

Schnellspanner: Wie baue ich das Rad richtig ein?

Der Ausbau eines Vorder- oder Hinterrads mit Schnellspanner ist leicht. Man öffnet den Hebel und löst den Hebel mit der Mutter so weit, bis man das Rad aus dem Ausfallende herausnehmen kann. Für den korrekten Einbau solltest du darauf achten, dass sich die Radnabe in ihrer endgültigen Postion befindet. Am besten stellst du das Rad nach dem Einsetzen des Rads hierzu mit den Rädern auf den Boden und schließt den Hebel dann erst mit der korrekten Spannung.

Schnellspanner: Wie fest muss der Schnellspanner sein?

Der Schnellspanner sollte im Vergleich zur Achse mindestens um 90 Grad geschlossen sein. Achte zudem darauf den Schnellspanner mit der Mutter so einzustellen, dass sich der Hebel nur mit ordentlicher Handkraft wieder lösen lässt – sonst ist er zu locker. Der Hebel sollte beim Schließen einen Abdruck in deiner Hand hinterlassen. Profi Tipp: Schließe den Hebel so, dass er möglichst nah an der Gabel oder dem Rahmen anliegt. So verhinderst du, dass dieser sich unbeabsichtigt löst.

Steckachse: Wie baue ich das Rad richtig ein?

Bei Rädern mit Steckachse ist der Ein- und Ausbau etwas aufwändiger, aber auch sicherer. Die Steckachse (und die Achse des Rads) passen – aufrgund der formschlüssigen Verbindung –nämlich nur auf eine Weise. Achte darauf, die Achse nie mit Gewalt zu drehen. Profi Tipp: Sollte deine Achse komplett trocken sein, gebe etwas Fett oder Öl auf das Gewinde. So stellst du sicher, dass sich die Achse auch in ein paar Jahren noch gut drehen lässt.

Steckachse: Wie fest muss die Steckachse sein?

Das Drehmoment einer Steckachse liegt meist zwischen 8 und 12 Newtonmeter. Solltest du kein Drehmomentschlüssel zur Hand haben, dann halte dich mit deiner Handkraft eher zurück. Wenn du die Steckachse per Innensechskant befestigst, reicht die Kraft, die du mit einem kleinen Multitool hast, absolut aus. Bei zu viel Drehmoment leiert oftmals der Sechskant innerhalb der Achse aus.

SONDERFÄLLE: FOCUS R.A.T. UND SR SUNTOUR STECKACHSEN

Die Marken SR Suntour und Focus Bikes haben eigene Steckachsen entwickelt, die sich besonders schnell und ohne Werkzeug montieren lassen. Bei diesen Systemen wird die Achse nicht in ein Gegenstück eingeschraubt, sondern nur gesteckt und anschließend verspannt. Bei der ersten Benutzung können diese Systeme schonmal etwas verwirrend sein. Wenn du also ein Rad von Focus mit dem sogenannten „RAT“-System hast oder eine Suntour-Federgabel mit „Q-LOC-Steckachse“ ist es hilfreich, sich die Anleitung der Hersteller einmal anzuschauen.

Anleitung zur Focus „R.A.T“.-Steckachse

Video zur SR SUNTOUR Q-LOC-Steckachse

Schnellspanner im Überblick: Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Schnellspanner sind sehr verbreitet
  • Ersatzteile sind einfach & günstig zu haben
  • schnell & einfach in der Handhabung
  • für die meisten Fälle ausreichend
  • bewährte Konstruktion

Nachteile

  • Räder können sich lösen, wenn der Hebel nicht korrekt geschlossen wurde
  • eher ungeeignet für die Montage von Anhängerkupplungen
  • anfälliger für schleifende Bremsen, da weniger Steifigkeit in den Ausfallenden herrscht
  • weniger Widerstand gegen Torsions- und Biegemomente bei Scheibenbremsen

Steckachsen im Überblick: Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Räder können auch mit einer lockeren Steckachse nicht sofort herausfallen
  • sorgen insbesondere an Federgabeln für eine verbesserte Steifigkeit
  • weniger Verwindung bei Scheibenbremsen
  • Räder können nicht „schief“ eingesetzt werden
  • Steckachsen aus dem Zubehör ermöglichen Anhängerkupplungen
  • besser geeignet für große Belastungen (z.B. bei E-Bike, Downhill- oder Endurobikes)

Nachteile

  • lassen sich teilweise nur mit Werkzeug lösen
  • sind etwas aufwändiger in der Handhabung
  • Ersatzteile oft kostspielig
  • nicht überall verbreitet

Fazit: Schnellspanner oder Steckachse?

Eins steht fest: Die Steckachse ist bei hochwertigeren Rädern mit Scheibenbremsen und E-Bikes auf dem Siegeszug. Dennoch wird der Schnellspanner von vielen Hersteller noch gerne verbaut. Und das mit gutem Grund: Das System ist lange bewährt, weit verbreitet und reicht für nicht stark belastete Bikes absolut aus. Deshalb findet man an einigen Bikes auch einen sinnvollen Kompromiss, z.B. Steckachse am Vorderrad und Schnellspanner am Hinterrad. Das wichtigste bei dem ganzen Thema ist auf jeden Fall: Lerne deine Achsen an deinem Bike kennen, pflege sie und verwende sie richtig. So hast du lange Spaß an deinem Rad, egal ob mit Schnellspanner oder Steckachse.

Veröffentlicht am 28. Januar 2022

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike.

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