Test: TREK X-Caliber 9

29er-Hardtail für ambitionierte Racer

Trek X Caliber 9 2015
Trek X Caliber 9 2015

+ Design
+ steife Luftfedergabel
+ durchdachte Rahmengeometrie

– Preis
– Günstige Bremsen
– Schlechter Halt auf den Pedalen

TREK ist im MTB Bereich so beliebt wie kaum ein anderer Hersteller. Anlass genug, dass unser Lucky Bike Mitarbeiter Vladislav das TREK X-Caliber 9  testet und nachfolgend seine Eindrücke schildert .

TREK bietet das Rad in sieben Rahmengrößen von 13,5 bis 23 Zoll an. Die beiden kleinen Rahmen werden mit 27,5“ Laufrädern vertrieben, die größeren als 29er. So kann jeder Fahrer ein Bike mit passender Rahmen- und Laufradgröße auswählen.

Ausstattung

Überhaupt legt TREK bei der Entwicklung seiner Bikes immer ein besonderes Augenmerk auf das Rahmenset. Das X-Caliber-9 besitzt einen besonders leichten und steifen Rahmen, aus konifiziertem Aluminium. Die aus dem Hause Gary Fisher übernommene „G2-Geometrie“ verspricht, trotz großer Laufräder, Wendigkeit im Gelände. Das wird auch durch eine große Gabelvorbiegung von 51 mm erreicht. Auf diese Weise verringert sich der Nachlauf bei gleichbleibendem Steuerrohrwinkel. Die Schaltzüge verlaufen geschützt im Inneren des Rahmens. Wer auf große Tour gehen will, kann sich über Gepäckträgerösen freuen.

Als Gabel ist eine Rockshox XC32 Air verbaut. Das ist eine preiswerte aber solide Luftfedergabel mit dicken 32er Tauchrohren. Der fernbedienbare Lockout mit Turnkey-Technologie ist eine Art Lebensversicherung für den Fahrer. Fährt man bei hoher Geschwindigkeit und geschaltetem Lockout z.B. über einen großen Stein, löst sich der Lockout und verhindert somit einen Sturz oder größeren Schaden an der Gabel.
Geschaltet wird der 2×10 Antrieb mit einem Mix aus SRAM und Shimano Komponenten. Deore Shifter steuern ein XT-Shadow Schaltwerk und einen SRAM-X5 Umwerfer. Die KMC Kette gleitet über ein Deore Ritzelpaket und eine Raceface Kurbel.
Als Bremsen sind hydraulische Scheibenbremsen auf Shimano-Acera Niveau verbaut. Das verbaute M447 Modell ist die neuste Generation und bietet spürbar mehr Bremskraft als das Vorgängermodell M395.
Bei Laufrädern und Anbauteilen setzt TREK wie bisher auf die Hausmarke Bontrager. Erfreulich ist, dass die Felgen durch ihre besondere Bauart auch schlauchlos fahrbar sind. Für breite Tubeless-Reifen sind sie allerdings leider etwas zu schmal. Die Naben sind mit Industrielagern versehen und gut gegen Schmutz abgedichtet. Bei den Reifen wählt TREK einen schnellen und leichten Cross-Country-Reifen mit kleinen Stollen. Dieser eignet sich besonders für den Einsatz unter trockenen und staubigen Bedingungen. Wer eine Schlammschlacht plant, sollte hier lieber wechseln. Die Kunststoffpedale bieten nur ausreichenden Halt und sollten bei Bedarf gegen SPD-Pedale oder Bärentatzen ausgetauscht werden.

Fahreindruck

An einem sonnigen Tag haben wir das Bike einem ersten Praxistest unterzogen. Die Anfahrt zum Trail verlief über ebene und asphaltierte Radwege. Das Auffälligste am Bike ist das lange Oberrohr. Die Sitzposition ist gestreckt und flach. Auf Radweg und Waldautobahn bedeutet das wenig Luftwiderstand und hohe Geschwindigkeit. Die Übersetzung ist so gehalten, das wir bis ca. 40 km/h mittreten können. Die Bontrager XR1 Reifen sind wie gemacht um Kilometer zu reißen. Sie bieten kaum Rollwiderstand und gute Dämpfungseigenschaften. Nach 20 km Anfahrtsstrecke geht es auf einen flowigen Trail.

Mit länger werdendem Oberrohr nimmt auch der Radstand zu. Dank der „G2-Geometrie“ fährt sich das Bike aber trotzdem agil. Die Federgabel gleitet sanft über Wurzelteppiche und absorbiert auch große Stöße kontrolliert. Erst bei hohen Geschwindigkeiten verliert sie den Bodenkontakt, bleibt aber dank der dicken Tauchrohre immer ausreichend steif. Der wilde Mix an Schaltkomponenten zeigt sich im Trail funktional. Die Schaltvorgänge sind knackig und die Kette bleibt immer im richtigen Gang. Das Shimano-XT-Shadow-Schaltwerk ist besonders schmal konstruiert. Dadurch manövriert man den Hinterbau auch durch schwierige Passagen problemlos. Die Bremsen verzögern gut, allerdings nicht so gut wie die etwas teureren Deore-Bremsen. Bei schweren Fahrern wären auch größere Bremsscheiben sinnvoll. Die Bontrager Felgen sind steif, aber leider etwas zu schmal für die breiten Reifen. Diese sind leicht und wenig profiliert. Das bringt weniger Rollwiderstand. Bei schlammigen Anstiegen drehen sie dafür leichter durch. Da die verbauten Felgen relativ schmal sind, wird das Fahrverhalten bei niedrigen Reifendrücken schnell schwammig. Der Lenker hat eine leichte Biegung und lässt sich angenehm greifen. Der Sattel ist (subjektiv) bequem. Mit den verbauten Kunststoffpedalen gab es im Test keine Probleme, allerdings bieten sie erfahrungsgemäß nur wenig Grip und sind zudem schlecht gelagert.

Fazit

Das X-Caliber-9 ist ein schickes Bike für ambitionierte Racer. Das himmelblaue Design ist ein echter Hingucker und harmoniert gut mit allen Anbauteilen. Dank „G2-Geometrie“ fährt sich das Rad trotz einer sportlich-gestreckten Sitzposition agil. Der verbaute Komponenten-Mix ist wertig und arbeitet zuverlässig, wenn wir uns auch bei Pedalen und Bremsen ein Upgrade gewünscht hätten. Vor allem vor dem Hintergrund des relativ hohen Anschaffungspreises bleibt dies ein echter Wermutstropfen. Wer ein günstigeres Rad mit gleichem Rahmenkonzept sucht, wird bei den Modellen X-Caliber-6, -7 und -8 fündig.

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Autor: Vladislav Shenker (Lucky Bike Filiale Würzburg)

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

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