Test: TREK X-Caliber 8 2015

29er-Hardtail für Racer

Trek X-Caliber 8 2015
Trek X-Caliber 8 2015

+ Design
+ steife Stahlfedergabel
+ durchdachte Rahmengeometrie

– Preis
– Schlechter Halt auf den Pedalen

TREK ist im MTB Bereich so beliebt wie kaum ein anderer Hersteller. Unter dem Namen X-Caliber vertreibt TREK insgesamt vier Hardtails. Nachdem wir das X-Caliber-9 bereits auf Herz und Nieren getestet haben, ist nun das etwas preiswertere X-Caliber 8 29er an der Reihe. Unser Lucky Bike Mitarbeiter Vladislav hat das TREK X-Caliber 8 2015 getestet und schildert nachfolgend seine Eindrücke.

Trek bietet auch dieses Rad in sieben Rahmengrößen von 13,5 bis 23 Zoll an. Die beiden kleinen Rahmen werden mit 27,5“ Laufrädern ausgestattet, die größeren als 29er. So hat jeder Fahrer ein Bike mit passender Rahmen- und Laufradgröße zur Auswahl.

Ausstattung

Grundsätzlich legt der Markenhersteller Trek bei der Entwicklung seiner Bikes immer ein ganz besonderes Augenmerk auf die Entwicklung eines hochwertigen Rahmensets. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass auch in einigen Jahren, wenn ein mögliches Komponenetenupgrade fällig wird, die Rahmenbasis weiter verwendet werden kann. Genau wie sein großer Bruder besitzt auch das X-Caliber-8 einen besonders leichten und steifen Rahmen aus konifiziertem Aluminium. Die „G2-Geometrie“, die Trek von Gary Fisher übernommen hat, verspricht besonders agile Wendigkeit im Gelände und das trotz der großen 29er Laufräder. Dieser Effekt wird erreicht, in dem die Gabel eine große Vorbiegung von 51mm aufweist. Bei gleichbleibendem Steuerrohrwinkel wird so der Nachlauf verringert. Ein schönes Detail für alle, die sich im Dreck bewegen: Die Schaltzüge verlaufen geschützt im Inneren, das erleichtert die Pflege des Bikes und erhöht die Lebensdauer der Züge. Wer sich als Radreisender auf große Tour begeben will, wird sich über die Gepäckträger- bzw. Schutzblechösen freuen.

Als Gabel findet am X-Caliber 8 eine Rockshox XC32 ihren Einsatz. Diese preiswerte, aber solide Federgabel kommt mit steifen, dicken 32er Tauchrohren daher. Als besonderes Feature verfügt sie über einen fernbedienbaren Lockout mit Turnkey-Technologie. Diese Technik ist eine Rückversicherung für unvorhergesehene, brenzlige Situationen: Fährt man bei hoher Geschwindigkeit und geschaltetem Lockout über ein Hindernis, wie z.B. einen großen Stein, löst sich der Lockout automatisch, gibt also die Federgabel frei und kann auf diese Weise einen Sturz oder größeren Schaden an der Gabel verhindern.

Geschaltet wird der 2×10 Antrieb komplett mit SRAM Komponenten. X5 Shifter steuern ein X7 Schaltwerk und einen X5 Umwerfer. Die KMC Kette gleitet über ein 11-36T Ritzelpaket und eine Kurbel mit 36/22er Abstufung. Beim X-Caliber-9 hat sich gezeigt, dass auch ein wilder Mix aus Shimano und SRAM Komponenten gut funktionieren kann, trotzdem freuen wir uns über die einheitliche Schaltgruppe am X-Caliber-8.

Als Bremsen sind hydraulische Scheibenbremsen auf Shimano-Acera Niveau verbaut. Das verbaute M395 Modell stammt aus dem Jahr 2014 und wird an den meisten Bikes dieser Preisklasse verbaut.

Laufräder und Anbauteile des X-Caliber 8 tragen das Label der Hausmarke Bontrager. Erfreulich ist, dass die Felgen durch ihre besondere Bauart auch schlauchlos fahrbar sind (tubeless ready). Um breite Tubeless-Reifen fahren zu können, sind sie allerdings etwas zu schmal – leider! Die blau eloxierten FORMULA-Naben mit Konuslagern setzen einen schönen optischen Akzent.

Bei den Reifen wählt Trek auch hier den schnellen und leichten Cross-Country-Reifen mit kleinen Stollen, der auch am Caliber 9 zum Einsatz kommt. Trockenes, staubiges Terrain ist sein Zuhause, nasses oder schweres Gelände stellt Bike und Fahrer mit dieser Bereifung vor Herausforderungen. Gleiches gilt für die Kunststoffpedalen, welche nur wenig Halt bieten und je nach individueller Vorliebe gegen SPD-Pedalen oder MTB-typische Bärentatzen ausgetauscht werden sollten.

Fahreindruck

Bei schönem Wetter ging es nach Feierabend mal wieder auf unsere Hausrunde. Die Anfahrt zum Trail verlief über ebene und asphaltierte Radwege. Bei dieser Anfahrt fällt vor allem das lange Oberrohr auf. Dadurch wird die Sitzposition gestreckt und flach, was hohe Geschwindigkeiten ermöglicht und Race-Feelig aufkommen lässt. Uns gefällt’s! Die Übersetzung ermöglicht es, bis ca. 40 km/h mittreten zu können, danach läuft die „Nähmaschine“ zu schnell. Der schwach profilierte Bontrager XR1 Reifen kann auf dieser Anfahrt seine Laufeigenschaften voll ausspielen: wie gemacht zum Kilometer abreißen läuft er auf den glatten Wegen sehr gut und flüssig. Mit dem geringen Widerstand und den guten Dämpfungseigenschaften fliegen die Kilometer unter uns dahin. Nach 20 km Anfahrtsstrecke erreichen wir unseren flowigen Hometrail.

Wie eingangs erwähnt profitieren Fahrer doppelt von der G2-Geometrie: Einerseits sorgt das lange Oberrohr für eine gestreckte Sitzposition und hohe Geschwindigkeiten auf der Waldautobahn, andererseits wird durch den 51mm Gabelvorlauf eine hohe Agilität im Gelände erreicht. Eine gute Unterstützung stellt dabei die Federgabel dar. Sie gleitet sanft über Geröllstrecken und Wurzelteppiche und absorbiert selbst härtere Stöße sehr kontrolliert. Erst bei hohen Geschwindigkeiten kommt sie an ihre Grenzen, dank der dicken Tauchrohre bleibt sie aber selbst in diesen Situationen ausreichend steif. Der SRAM Antrieb zeigt sich funktional. Die Schaltvorgänge sind knackig und die Kette bleibt immer im richtigen Gang. Die Bremsen verzögern gut, allerdings nicht so gut wie das neue M447 Modell oder die etwas teureren Deore-Bremsen. Fahrer,d ie ein wenig mehr auf die Wqaage bringen, sollten größere Bremsscheiben in Erwägung ziehen. Die Bontrager Felgen sind steif, für unseren Geschmack sind sie ein wenig zu schmal für die montierten Reifen. Dadurch wird das Fahrverhalten bei niedrigen Reifendrücken schnell schwammig. Fahrer sollten daher stets ein Auge auf einen ausreichend hohen Luftdruck haben. Der verbaute Bontrager-Lenker hat eine leichte Biegung, er lässt sich angenehm greifen, mit den Handgelenken gab es im Test keine Probeme. Die Sitzzentrale ist subjektiv bequem, das muss jeder Fahrer für sich selbst herausfinden.

Fazit

Das X-Caliber-8 ist ein solides Bike für Racer. Das schlichte Design ist zeitlos und das Bike wirkt dank eloxierter Naben und einheitlicher SRAM-Schaltgruppe wertig. Durch die clevere „G2-Geometrie“ ist trotz einer sportlich-gestreckten Sitzposition noch sehr viel Agilität im Gelände vorhanden. Sowohl Racer als auch Geländejunkies kommen mit diesem Spagat auf ihre Kosten. Die verbauten Komponenten sind wertig und arbeiten zuverlässig. Ein Wermutstropfen ist jedoch auch hier der relativ hohe Kaufpreis – hier schlägt die innovative Rahmenentwicklung leider zu Buche. Wer ein günstigeres Rad mit gleichem Rahmenkonzept sucht, wird bei den Modellen X-Caliber-6 und -7 fündig. Wer ein paar Euro mehr entbehren möchte, sollte sich auch das X-Caliber-9 ansehen. Das Premium-Modell der Reihe bietet eine Luftfederung und höherwertige Schaltkomponenten.

Hier geht es zu allen Trek Fahrrädern im Lucky Bike Online Shop.

Autor: Vladislav Shenker (Lucky Bike Filiale Würzburg)

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

Unsere Lucky Bike / Radlbauer Redaktion ist so vielfältig, wie unsere gesamte Unternehmensfamilie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen berichten über ihre Lieblingsthemen, schreiben News, berichten von Veranstaltungen oder testen regelmäßig Fahrräder, die wir in unseren Filialen oder im Online Shop anbieten. In der Redaktion sind unsere Kolleginnen und Kollegen versammelt, die vereinzelt Testberichte, Newsbeiträge oder informative Texte rund um das Thema Fahrrad schreiben. Die Testberichte unserer Redaktion spiegeln ihre Erfahrungen, Ergebnisse und Meinungen objektiv hier bei uns im Blog wider.