Tests
Leckere 29er Trail-Rakete à la Carbonara

Test: Cube Stereo 150 C:62 Race 2022

Das beliebte Pasta-Gericht „Carbonara“ wurde laut einer Legende von Kohlehändlern erfunden (Pasta nach Köhlerart). Auch das aktuelle Cube Stereo 150 hätte es wohl schwer(er) ohne die Kohlefasern. Schließlich sind die kompletten Rahmen der Modellreihe aus C:62- (Race, SL und TM) beziehungsweise C:68-Carbon (SLT). Wir zeigen euch hier natürlich was das Race-Modell für knapp über 3.000 Euro auf dem Trail zu bieten hat – und nicht wie es schmeckt.

Das
ist
gut
  • potentes Rock Shox Fahrwerk mit 160 Millimeter „Lyrik“-Gabel und „Super Deluxe“-Dämpfer
  • moderner und vielseitiger C:62-Carbon-Rahmen mit 150 Millimeter Federweg
  • SRAM GX Eagle Schaltwerk und Kassette mit maximaler Bandbreite (11-52t)
  • Newmen Evolution SL A.30 Laufräder mit Tubeless-Ready-Bereifung
Nicht
so
gut
  • Nur „SRAM NX Eagle“-Schalthebel

Unser Lucky Guide Jan das Cube Stereo 150 C:62 Race getestet und schildert in diesem Beitrag seine Eindrücke.

 

Einsatz
  • Alltag
  • Touren
  • Sport
Terrain
  • Straße
  • Feldwege
  • Gelände
Ausstattung
  • Einstieg
  • Mittelklasse
  • Spitzenklasse

Stereo 120, 140, 150 und 170: Die Stereo-Modelle im Überblick

Wer sich etwas mit Cube Bikes auskennt, der hat wahrscheinlich auch schon mal etwas von den Stereo-Modellen gehört. Seit über zehn Jahren sind die beliebten Fullys Teil der Mountainbike-Palette des Herstellers aus Waldershof. Cube unterteilt die einzelnen Modelle nach dem Federweg im Heck. Der Einsatzzweck reicht dementsprechend von leichten Trails (Stereo 120) über All-Mountain (Stereo 140) bis hin zu Enduro (Stereo 150 und ONE77, 170).

Du bist dir noch unsicher, welches Mountainbike zu dir passt?
Hier geht’s zu unserem Blogbeitrag: Welches Mountainbike ist das richtige für mich?

Von Grund auf neu entwickelt: Der Rahmen des Stereo 150

Mit 150 Millimeter Federweg im Heck liegt das Stereo 150 also am oberen Ende der Modellpalette zwischen dem Stereo 140 und dem ONE77. Während das 140er Stereo ausschließlich mit kleineren 27,5er-Rädern erhältlich ist, setzt Cube beim Stereo 150 und dem großen Bruder ONE77 auf 29-Zoll-Bereifung. Damit richtet es sich an alle, die ein vollgefedertes MTB suchen, dessen Fahreigenschaften einen guten Kompromiss aus Up- und Downhill mitbringen.
Cube hat das Stereo 150 in Zusammenarbeit mit seinen Team-Athleten Greg Callaghan und Gusti Wildhaber komplett neu aufgelegt. Ich bin gespannt, inwiefern man dem Bike diesen Background anmerkt.

Ein Klassiker im neuen Gewand: Cube Stereo 150 C:62 Race 29 2022

Das Stereo 150 C:62 Race ist mit 3.199,00 Euro das preisgünstigste der vier Modelle Race, SL (3.999,00 €) TM (4.399,00 €) und SLT (5.699,00 €) kommt aber ebenfalls schon mit einem komplettem Carbon-Rahmen – was alles andere als selbstverständlich ist. Cube ist allerdings auch für sein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt. Um herauszufinden, auf welche Weise Cube das auch im Jahr 2022 schafft, schauen wir uns das Bike jetzt mal genauer an.

Cube Stereo 150 C:62 Race 2022: Der erste Eindruck

Auch wenn die Mountainbike-Abteilung der Dortmunder Filiale vergleichsweise übersichtlich ist, muss ich normalerweise immer etwas suchen, bis ich ein Testrad erblicke. Heute ist das anders: Das Stereo 150 C:62 sticht 2022 mit seiner hellweißen Lackierung und den Maxxis-Skinwall-Reifen absolut aus der Masse heraus. Ich hebe das Rad vom Ständer und werde von dem durchaus geringen Gewicht von deutlich unter 14 Kilogramm überrascht. Mein Blick wandert über den Rahmen, dessen cleane und moderne Optik mich ebenfalls überzeugt. Als ich mit dem Fuß seitlich auf das Pedal drücke hat der Rahmen – für meinen Geschmack – trotz Carbon etwas viel flex.

Cube Stereo 150 C:62 Race 29 2022: Die Ausstattung

Weiter geht es mit den weiteren Bauteilen und die sind – Cube typisch – richtig gut, besonders für den Preis. Während die höherwertigen Stereo-150-Modelle mit kompletten Fox-Factory-Fahrwerk daherkommen, sind hier ähnlich hochwertige Komponenten der Marke Rock Shox beziehungsweise SRAM zu finden. Daher stammt auch der SRAM Eagle-Antrieb mit 12 Gängen und der aktuell größten Bandbreite mit Ritzeln von von 11-52 Zähnen auf der Kassette.

Genauso gut finde ich auch die Auswahl der restlichen Komponenten. Die Magura MT Thirty kommt mit 4-Kolben an der Front und 2-Kolben-Bremssattel im Heck. Das System sollte eine gute Balance aus geringem Gewicht und hoher Bremsleistung für die Räder bieten. Apropos Laufräder: Die beliebten Enduro-Reifen-Kombi Maxxis Minion DHR & DHF sind montiert auf Boost-Naben und breiten Felgen von Newmen. Nur noch Tubeless-Ventile und Dichtmilch rein und das Setup wäre für mich schon ziemlich perfekt.

Das Cube Stereo 150 C:62 auf der Probefahrt

Als ich mich das erste Mal auf den Sattel des Stereo 150 schwinge, fällt mir gleich die angenehme Sitzposition auf. Der Lenker ist 780 Millimeter breit und auch die Cube-Griffe sind angenehm groß und bequem. Auch die Sitzposition gefällt mir nach Anpassung der Sattelhöhe sehr gut denn ich sitze gut „im“ Rad und habe das angenehme Gefühl von Kontrolle. Mir persönlich sagen auch die Magura-Hebel zu – das ist natürlich meine individuelle Sicht.

Ich rolle also erstmal gemütlich auf dem Rad raus aus der Filiale. Draußen an der frischen Luft empfängt mich eine sommerliche Wärme und ich starte meine Testfahrt in Richtung des hügeligen Dortmunder Südens. Bei den ersten Schaltvorgängen verrät mir die Haptik des Schalthebels das Cube hier leider nur fast einen kompletten Antrieb auf SRAM-GX-Niveau verbaut hat. Entweder aus Kosten- oder Lieferbarkeitsgründen wurde der günstigere NX-Eagle-Trigger verbaut, der zwar ebenso gut funktioniert, allerdings ist der Hebel aus Plastik und nicht aus Aluminium.

Angekommen auf dem ersten Singletrail senke ich den Sattel per Variostütze etwas ab und trete in die Pedale. Das geringe Gewicht und die ausgewogene Geometrie des Carbonrahmens macht sich hier definitiv bemerkbar. Das Stereo 150 C:62 geht richtig gut nach vorne und macht ordentlich Laune. Das Fahrwerk, das ich zuvor natürlich auf mein Körpergewicht angepasst habe, funktioniert sensibel und auch das Blockieren des Dämpfers klappt über den Hebel im Heck einwandfrei. Der nächste Trail schlängelt sich am Hang bergab. Steilkurven, Wurzelteppiche und kleinere Sprünge erwarten mich hier. Ein paar Gänge hochschalten, Sattel runter und ab geht’s: Hier ist das Cube Stereo 150 genau in seinem Element! Unten angekommen komme ich zu dem Schluss: Geiler Trail, geiles Bike!

Cube Stereo 150 C:62 Race 2022: Fazit

Das Stereo 150 bietet einn vollgefederten Carbonrahmen und eine ordentliche Rahmengeometrie. Daneben eine Ausstattung, die in der Preisklasse ihresgleichen sucht und eine Menge Portion Fahrspaß. Das Cube Stereo 150 Race ist zwar „nur“ das Einstiegsmodell, macht aber schon sehr viel richtig. Wer sich etwas mehr Ausstattung wünscht, sollte sich das Stereo 150 TM, SL oder SLT anschauen.

Wenn du ein vielseitiges 29er-Trailbike suchst, solltest du dir auch die Trek-Fuel-EX-Serie anschauen. Das Fuel Fuel EX 7 kostet ebenfalls 3.199,00 Euro, das Fuel EX 8 liegt bei 3.799,00 Euro.

Veröffentlicht am 19. April 2022

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.