Tests
Zwei neue Cube E-Trekkingbikes für rund 3.000 Euro im Vergleich

Test: Cube Kathmandu Hybrid ONE 625 2022 und Cube Kathmandu Hybrid PRO 625 2022

Kathmandu, den klangvollen Namen der Hauptstadt Nepals verwendet Cube bereits seit 2003 für seine besten (E-)Trekkingbikes. Die hochwertigen Modelle stehen somit für Reise- und Abenteuerlust. Auch wenn das Kathmandu Hybrid sicherlich auch auf Reisen durch Asien eine gute Figur macht, so hat sich das Modell in den letzten Jahren besonders auf europäischen Wegen und Straßen einen Namen gemacht. In diesem Testbericht werde ich die zwei Ausstattungsvarianten ONE & Pro des Kathmandu Hybrid vergleichen und zeigen, was die neuen 2022er E-Trekkingbikes von Cube im Preisbereich um die 3.000,00 Euro gut – oder weniger gut – machen.

Das
ist
gut
  • Alle Kathmandu-Hybrid-Modelle mit kräftigstem „Bosch Performance CX Gen4“-Motor
  • Rahmen mit integriertem Gepäckträger und hoher Steifigkeit
  • Drei verschiedene Rahmenvarianten (Diamant, Trapez und Tiefeinstieg „Easy Entry“) mit integriertem Akku
  • sportliche Shimano-Kettenschaltungen mit zehn (ONE), elf (Pro) und zwölf Gängen (EXC, SL & SLT)
Nicht
so
gut
  • Akkuabdeckung aus Plastik nicht besonders hochwertig

Unser Lucky Guide Jan hat das 2022er Cube Kathmandu Hybrid ONE 625 und Cube Kathmandu Hybrid Pro 625 getestet und schildert hier seine Eindrücke.

Seit 2020 verwendet Cube bei allen Kathmandu Hybrid-Modellen den kraftvollen Bosch-Performance-CX-Gen4-Motor und die integrierten Bosch-Powertube-Akkus. Das gilt auch für die 2022er-Modelle. Apropos Integration: Auch der in den Rahmen integrierte Gepäckträger, der sich als Merkmal aller Kathmandu-Modelle etabliert hat und die Steifigkeit um 20 Prozent verbessern soll, ist natürlich an Bord. Ein weiteres Highlight ist die große Auswahl an Rahmenformen, denn alle Kathmandu Hybrids sind mit Diamant- (Herren), Trapez- und Tiefeinstieg-Rahmen (Easy Entry) erhältlich.

Eine wirkliche Neuheit ist, dass – neben den bekannten Bosch Powertube Akkus mit 500 und 625 Wattstunden – auch der kürzlich vorgestellte 750er-Akku zum Einsatz kommt. Den größten Akku gibt es nur bei den Topmodellen (EXC, SL & SLT) in Verbindung mit dem neuen „Smart System“ und dem Kiox 300 Bordcomputer. Bei den beiden getesteten Modellen wird hingegen der Bosch Purion- (ONE) bzw. Bosch Intuvia-Bordcomputer (Pro) verbaut.

Kathmandu Hybrid: Pedelecs der neusten Generation

Auf den ersten Blick wirken beide Modelle auf mich eher unauffällig. Einerseits mag das daran liegen, dass die beiden Modelle in der Dortmunder Filiale zum Testzeitpunkt nur in der grauen Farbvariante verfügbar waren. Andererseits sorgt auch die gelungene Integration von Akku und Gepäckträger für ein sehr dezentes – aber auch edles – Gesamtbild, was mich sofort überzeugt. Beide Modelle sind auch in anderen Farbtönen erhältlich. Das Kathmandu Hybrid ONE gibt es laut Cube-Onlinekatalog auch in Dunkelblau mit grünen und brauen Akzenten und das Kathmandu Hybrid in einer „Wüstensand“-Farbe, die ich auch schon beim Test des „Cube Nuride Hybrid Pro Allroad 2022“ sehr ansprechend fand. (Ein Tipp für alle, die sich für ein offroad-taugliches E-Trekkingbike interessieren!) Doch zurück zum Kathmandu Hybrid. Ich befasse mich zuerst mit dem günstigeren Modell (ONE) und vergleiche es dann mit der nächsthöheren Ausstattungsvariante (Pro).

Kathmandu Hybrid ONE 625 2022: Was ist drin? Was ist dran?

Das Modell „ONE“ gibt es als einziges Modell der Serie wahlweise noch mit einem 500-Wattstunden-Akku, wobei sich die Mehrzahl erfahrungsgemäß für die größere 625er-Variante entscheidet. Mit dem größeren Akku – mit dem auch mein Testrad ausgestattet ist – steigt nicht nur der Preis von 2.799,00 auf 2.999,00 Euro sondern auch das Gewicht auf über 26 Kilogramm. Die vier Unterstützungsstufen des Bosch-CX-Motors werden über das „Bosch Purion“-Display verwaltet. Hierbei handelt es sich um den kompaktesten und einfachsten Bordcomputer, den Bosch eBike Systems anbietet.

Die Schalthebel und das Schaltwerk stammen aus der Shimano-Deore-Reihe und die Kassette bietet eine umfangreiche Bandbreite von fast 400 Prozent. Auch die bewährten MT-200 Scheibenbremsen kommen von Shimano und sollten mit 180 Millimeter Bremsscheiben jederzeit für ausreichend Verzögerung sorgen. Abgerundet wird die Ausstattung von einer 100-Millimeter-Federgabel des Spezialisten SR Suntour und im Cockpit- und Sitzbereich sowie bei der Beleuchtung, Schutzblechen und Ständer von Bauteilen der Cube-Hausmarke „Acid“. Auf dem Papier steht das Cube Kathmandu Hybrid ONE 625 schonmal ganz gut da, doch wie schlägt es sich in der Praxis? Um dies herauszufinden teste ich das Rad auf einer Spritztour rund um den Dortmunder Phoenix See.

Kathmandu Hybrid ONE 625 2022: Testfahrt

Da ich dieses Jahr schon einige Cube-Modelle testen durfte, kenne ich bereits einige Anbauteile wie Sattel, Lenker oder Griffe und bin von deren Qualität auch in diesem Fall überzeugt. Weniger gut finde ich die Akkuabdeckung aus Plastik, die nicht so wirkt, als würde sie das regelmäßige Auf- und Abnehmen beim Ausbau des Akkus gut überstehen. Ein klarer Pluspunkt ist wiederum der verstellbare Vorbau, der sich über zwei Innensechskantschrauben in der Höhe anpassen lässt. Nachdem ich das Rad auf mich eingestellt habe kann es losgehen. Wie es sich für ein E-Bike der Trekking-Kategorie gehört, sitzt man auf dem Kathmandu Hybrid relativ aufrecht und bequem. Als ich den ersten kleinen Anstieg erreiche, schalte ich ein paar Gänge runter und erhöhe die Unterstützung. Jetzt merke ich, dass ich nicht auf irgendeinem E-Trekkingbike sitze, sondern einem mit Performance CX Gen4 Motor. Der kräftigste Motor von Bosch eBike System schiebt mich mühelos den Berg hinauf.

Der Nutzfaktor des maximalen Drehmoments von 85 Nm ist für mich in dieser E-Bike-Kategorie zwar etwas fragwürdig – aber der Spaßfaktor ist natürlich gegeben. Ganz nach dem Motto: Wolf im Schafspelz. Oben angekommen schalte ich die Unterstützung aus und pedaliere das Rad einige Zeit ohne Unterstützung. Ich merke nun zwar das höhere Gewicht, aber dank des minimalen Widerstands des Motors und der glatten Schwalbe Big Ben Reifen lässt sich das Rad in der Ebene fast wie ein normales Fahrrad fahren.

Auch die 10-fach-Schaltung mit ihrer großen Gangspreizung sorgt dafür, dass ich meine eigene Kraft gut einsetzen kann. Auf einer der von Baustellen geprägten Straßen um den Phoenix See will ich jetzt auch noch testen wie es um die Schlechtwegetauglichkeit des Kathmandu Hybrid ONE steht. Das Kathmandu Hybrid wird von Cube zwar als „E-ONROAD“ eingeordnet aber die Rahmengeometrie und die 100 Millimeter Federgabel sind gar nicht so weit weg von den“ E-OFFROAD“-Modellen Reaction Hybrid und Nuride Hybrid. Und tatsächlich: Die Federgabel und die gefederte Sattelstütze machen die Fahrt abseits von glattem Asphalt durchaus bequem. Auch das große Volumen der Reifen sorgt für mich auf der gesamten Probefahrt für einen sehr hohen Komfort. Mein Zwischenfazit: Abgesehen vom Gewicht gefällt mir die Ausstattung und das Handling des Kathmandu Hybrid ONE schon sehr gut. Alles funktioniert so wie man es erwartet. Ich bin gespannt wie sich das Pro-Modell im Vergleich schlägt.

Cube Kathmandu Hybrid Pro 625: Für wen lohnen sich die Upgrades?

Bereits auf den ersten Blick unterscheidet sich das Kathmandu Hybrid Pro vom ONE. Auf dem Lenker begrüßt mich statt des zierlichen Purion-Bordcomputers das übersichtliche Bosch Intuvia. Das nächste Upgrade, das mir auffällt, ist die riesige 11-Gang-Kassette. Die bietet nicht nur einen Gang mehr, sondern auch ganze 9 Zähne mehr auf dem größten Ritzel. Damit sollte wirklich jeder noch so steile Anstieg einfach zu meistern sein. Last but not least gibt es noch eine Luftfedergabel von X-Fusion, die nicht nur mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet, sondern dank Steckachse nochmal etwas solider im Fahrverhalten sein sollte. Da alle weiteren Bauteile im Prinzip identisch sind, versuche ich mich bei der zweiten Probefahrt auf die Upgrades zu konzentrieren.

Auch wenn ich eher durchschnittlich schwer bin, stimme ich die Federgabel per Luftdruck etwas härter ab. So sackt sie auch bei einem schweren E-Bike weniger ein und das Fahrverhalten ist erfahrungsgemäß noch etwas stabiler. Schon auf den ersten Metern merke ich, wie die Tasten des Bosch Intuvia deutlich ergonomischer sind. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Purion-Display ist die Möglichkeit über das COBI.Bike-System sein Smartphone als Display zu nutzen. (Hier findest du meinen Testbericht zum COBI.Bike für Bosch-E-Bikes).

Um einen guten Vergleich zu haben, fahre ich mit dem Cube Kathmandu Hybrid Pro nun nochmal dieselbe Strecke wie mit dem ONE-Modell ab. An dem kurzen Steilstück schalte ich nun in den kleinsten Gang, der mir dann aber doch etwas übertrieben scheint. Im Vergleich zum ONE ist der „Klettergang“ nochmal 20 Prozent kleiner. Wer aber in einer wirklich bergigen Gegend wohnt bzw. dort Touren fahren will, könnte hiervon profitieren. Für den urbanen Raum ist das natürlich nicht wirklich notwendig. Auf dem Abschnitt mit den vielen Schlaglöchern versuche ich den Unterschied zwischen den Federgabeln zu spüren und ja, selbstverständlich spricht die Luftfedergabel deutlich sensibler an.

Pro oder ONE: Welches Kathmandu Hybrid ist das Richtige für dich ?

Am Ende der zweiten Testfahrt bin ich sicher, dass man mit beiden Modellen nicht viel falsch macht. Alle, die eine fixes E-Trekkingbike unter 3.000,00 Euro suchen sind mit dem Kathmandu Hybrid ONE gut bedient. Für knapp über 3.000,00 Euro ist das ONE noch etwas besser für längere und anspruchsvollere Touren gewappnet und auch die Möglichkeit das Display upzugraden, ist ein nettes Detail. Wer sich noch etwas mehr Ausstattung wünscht bzw. in den Genuss des neuen „Smart Systems“ von Bosch kommen will, der sollte sich die EXC-, SL- und SLT-Modelle des Kathmandu Hybrid anschauen.

Veröffentlicht am 12. November 2021

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.