Mit dem E-Bike zur Arbeit pendeln

Ein Erfahrungsbericht von einem Pedelec-Einsteiger

Pendeln mit dem E-Bike - Erfahrungsbericht Einsteiger - Titelbild

Mit dem Rad zur Arbeit zu pendeln ist auf den ersten Blick vor allem ökologisch vorteilhaft. Schließlich spart man fossile Brennstoffe in Form von Benzin oder Diesel. Außerdem steht im Idealfall am Ende des Tages auch ein Kraftfahrzeug weniger auf der Straße im Stau. Im Hinblick auf die geringen Betriebskosten, sieht man von den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten ab, ist es auch ökonomisch sinnvoll. Und je nach der üblichen Verkehrslage auf den Wegstrecken ist man per Velo auch noch schneller am Ziel, als mit dem schon erwähnten Auto oder Bus und Bahn.
Hinzu kommt ein weiterer guter Grund, der auch ausschlaggebend für die Entstehung dieses Erfahrungsberichts ist: Der Sport- und Fitness-Aspekt!

Nach der Arbeit noch ins Fitnessstudio? Vor der Arbeit noch ins Hallenbad? Das kommt bei der meist knapp bemessenen Zeit oft nicht in Frage und der viel beschworene innere Schweinehund stöhnt bei den meisten von uns schon im Vorfeld.

Dabei bietet es sich doch förmlich an, die ohnehin anfallende Fahrtzeit zur Arbeit direkt für die körperliche Betätigung zu nutzen. Eine Win-Win-Situation für die Umwelt, den Verkehr und die eigene Gesundheit.

30 Kilometer mit dem Fahrrad? Danke E-Bikes

Ich wohne in Duisburg und arbeite in Düsseldorf. Mein täglicher Radweg zum Büro beläuft sich etwa auf 30 Kilometer. Nun gut, eine Wegstrecke dieser Länge hört sich für nicht-trainierte Fahrerinnen und Fahrer wie mich nach echtem Sport an! Daher ist es für mich klar, dass bei dieser Entfernung nur ein Rad mit elektrischer Unterstützung in Frage kommt. Schließlich soll das Pendeln mit dem Fahrrad keine Eintagsfliege bleiben.

Pendeln mit dem E-Bike - Erfahrungsbericht Einsteiger - In guter Gesellschaft

In der Recherche nach einem geeigneten Bike muss ich zuerst die Wahl zwischen einem Pedelec (wie die „E-Bikes“ mit Tretunterstützung korrekterweise bezeichnet werden) und einem sogenannten S-Pedelec treffen. Während Pedelecs dem Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h beim Strampeln behilflich sind, stellen die Speed-Pedelecs theoretisch erst bei 45 km/h ihre Unterstützung ein. Bei den Speed-Bikes wird allerdings ein Führerschein und ein Versicherungskennzeichen benötigt, wie man es von einem Mofa kennt. Da ich durchschnittlich mit 25 bis 30 Stundenkilometern unterwegs sein möchte, fällt meine Wahl auf ein Pedelec.

Die schnellen Fahrräder mit Elektroantrieb (egal ob S-Pedelec oder Pedelec) sind schon lange ihren Kinderschuhen entwachsen und sind aus dem Alltag vieler Biker nicht mehr weg zu denken. Preislich lohnt sich die Investition von mindestens 1.800 Euro für ein E-Bike. Die Fahrräder dieser Preisklasse glänzen durch hochwertige Technik und Komponenten, zum Beispiel von Bosch und Shimano.

Finanzieren oder direkt kaufen? Pendlerbikes mit Jobrad

Gerade bei E-Bikes liegt der Kostenpunkt ja nicht sehr niedrig. Doch auch, wenn der Kaufpreis für ein Pedelec nicht direkt bezahlt werden kann, gibt es verschiedene Maßnahmen, um trotzdem in den Genuss der flotten Flitzer zu kommen. Entweder gibt es die klassische Finanzierung per Finanzkauf (hier bekommst du weitere Informationen zum Ratenkauf) oder du nutzt einen Anbieter wie Jobrad.

Jobrad bietet die Möglichkeit, über den Arbeitgeber ein Pendlerbike deiner Wahl zu günstigen Konditionen zu leasen. Im Endeffekt ist es ähnlich wie bei einem Dienstwagen. Von deinem Bruttogehalt wird ein Ratenbetrag einbehalten und zum Schluss des dreijährigen Abzahlungszeitraums kannst du das Fahrrad entweder über eine Schlussrate kaufen, oder du steigst auf ein neueres Modell um. Bei Lucky Bike findest du HIER alle Informationen rund um das Jobrad-Leasing deines Pendler-Wunschbikes.

Ab aufs Bike und die Fahrt zur Arbeit genießen

Nach der Recherche will ich möglichst schnell aufs Rad und so folgt der Theorie die Praxis. Ab zu Lucky Bike und mit den Mitarbeitern in der Filiale ein passendes Fahrrad aussuchen und eine erste Runde drehen. Die erste Probefahrt mit einem Pedelec lässt sich dann auch leicht beschreiben: Wow!

Pendeln mit dem E-Bike - Erfahrungsbericht Einsteiger - Bosch Motor

Im Testrad ist ein Bosch CX Motor verbaut und der drückt das Pedelec mit der geballten Akku-Power von 500 Wh auf der höchsten Unterstützungsstufe ordentlich nach vorne. Es ist ein recht eigenartiges, aber durch und durch gutes Gefühl, wenn die eigene Kraftanstrengung derart verstärkt wird. Das Fahren macht richtig Spaß und selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 25 km/h fühlt sich das Rad sehr sicher und fahrstabil an. Also die Sache ist beschlossen: Ich steige um aufs E-Bike und lasse das Auto erst einmal stehen!
Der Anschaffungspreis um die 2.000 Euro ist zwar hoch und das Konto beklagt sich, aber die Vorteile und langfristigen Ersparnisse (Sprit, Zeit, Fitnessstudio) sprechen ganz klar für diese Anschaffung.

Einfache Bedienung macht das Pendeln zum Kinderspiel

Nachdem ich das Rad in Empfang genommen habe, erfolgt der erste Test am Objekt. Die Bedienung ist recht simpel und es bedarf keiner großen Erklärung oder Eingewöhnungszeit. Das übersichtliche Intuvia Display von Bosch zeigt mir nach dem Einschalten den gewählten Fahrmodus, den Akkustand und wie ein Tacho die aktuelle Geschwindigkeit. So simpel ist das also: Einschalten, Unterstützungsmodus wählen, losfahren.

Mehr Informationen zu den Displays von Bosch

Vor der ersten Fahrt als E-Bike-Pendler kommen mir nun doch noch ein paar leise Zweifel. War der Entschluss, künftig jeden Werktag rund zwei Stunden auf einem Fahrrad zu verbringen, wirklich eine gute Idee? Ist das nicht doch Plackerei, Unterstützung hin oder her? Aber jetzt steht das Rad hier und ich muss langsam starten. Also Helm aufgesetzt und los geradelt.

Nach meinem ersten Arbeitstag bin ich aber vollkommen vom Pendeln mit dem Pedelec überzeugt und eines Besseren belehrt. Die Strecke lässt sich ohne erschöpfende Kraftanstrengung und durchgeschwitzte Klamotten zurücklegen. Ganz anders sähe das wahrscheinlich aus, wenn ich die Strecke mit einem „normalen“ Fahrrad zurückgelegt hätte. Die Pendelfahrt auf dem Pedelec bietet sogar insbesondere auf Wegen außerhalb der viel befahrenen Verkehrsstraßen echten Genuss. Frische Luft, freie Fahrt und wenn einem danach ist, kann man, gerade auf dem Nachhauseweg, auch mal neugierig in die ein oder andere Seitenstraße abbiegen, um hinter der nächsten Kurve wieder auf Kurs zu gehen – mit dem Auto macht man das eher nicht!

Mich führt mein Weg täglich auch noch nahezu vollständig über Allee-Straßen mit dichtem, altem Baumbestand – nicht schlecht und etwas, das ich auf dem Weg mit dem Auto gar nicht wirklich zu schätzen gewusst habe.

Pendeln mit dem E-Bike - Erfahrungsbericht Einsteiger

Um auch noch einmal aufs Sportliche zu kommen. Bei einer moderaten Fahrradfahrt verbraucht der Körper je nach Voraussetzung (Körpergewicht, Fitnessstand, Alter und Geschlecht) zwischen 120 und 300 Kcal pro Stunde. Auf einem normalen Rad entspricht das etwa 15 bis 19 Stundenkilometern. Mein E-Bike-Motor unterstützt mich in diesem Geschwindigkeitsbereich und bringt mich mit dem elektrischen Rückenwind auf die 25 Stundenkilometer. So kann ich entspannt radeln und verbrauche ohne große Anstrengung Kalorien. Sehr motivierend.

Pendeln mit dem E-Bike: Schnell im Büro – schnell wieder zu Hause

Doch wie ist es mit der Fahrtzeit? Spare ich da wirklich im Vergleich zum Auto? Schließlich sollte das Pendeln mit dem E-Bike nicht länger dauern. Und auch hier bestätigen sich meine Erwartungen, die ich vor dem Kauf definiert habe. Dank der im Rheinland und dem Ruhrgebiet vorherrschenden allmorgendlichen Verkehrslagen bin ich mit dem Rad fast genauso schnell wie mit dem Auto. Auch wenn die Straßen und Radwege dank kaputter Straßenbeläge oder Schlaglöchern, nicht immer ideal zu befahren sind, bin ich flott unterwegs. Und das Beste: Ich komme dank der Motorunterstützung entspannt im Büro an.

Apropos Radwege. Solltest du dich für ein S-Pedelec entscheiden, musst du beachten, dass diese in Deutschland verkehrsrechtlich den Mofas/Mopeds gleichgestellt sind. Das heißt: Fahrradwege sind tabu. Wenn du dort mit einem S-Pedelec fährst, ist das eine Ordnungswidrigkeit und im Falle eines Unfalls zahlt die Versicherung nicht.

Generell ist mit einem E-Bike im Straßenverkehr vor allem in der Stadt eine erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Die meisten Verkehrsteilnehmer schätzen die Geschwindigkeit falsch ein. Während Fußgänger hier noch ein besseres Gespür haben, muss ich mich wohl daran gewöhnen, dass mir die Vorfahrt von Autofahren sehr oft genommen wird. Schließlich sehen sie nicht, dass ich mit Motorunterstützung unterwegs bin und behandeln mich, als käme ich auf meinem Drahtesel deutlich langsamer voran.

Sicher abstellen. Akku und Fahrrad schützen

Wenn ich am Ziel meiner Pendelstrecke ankomme, kann ich mein E-Bike sicher im Hof vor dem Büro abstellen und festschließen. Da der Akku bei nahezu allen Pedelecs abnehmbar ist, kann er in der Arbeitszeit sicherheitshalber mit an den Arbeitsplatz genommen werden. Außerdem lässt er sich so auch bequem während der Arbeitszeit laden und der Rückweg kann dann mit voller Power angetreten werden.

Ich kann nur empfehlen, auf Nummer sicher zu gehen und in ein starkes Fahrradschloss zu investieren. Hier gibt es im Lucky Bike Online-Shop eine breite Auswahl. Solltest du das E-Bike über einen Anbieter wie Jobrad finanzieren, ist ein gutes und starkes Schloss ohnehin Pflicht!

Fazit zum Pendeln mit dem E-Bike. Lohnt es sich?

Ist ein E-Bike ein geeignetes Vehikel für Berufspendler? Meiner Erfahrung nach ein ganz klares: Ja! E-Bike fahren macht Spaß, du bist schnell und relativ unabhängig vom übrigen Verkehrsaufkommen unterwegs. Außerdem tust du etwas für die Umwelt und die eigene Gesundheit.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das E-Bike mittel- bis langfristig eine sehr weit verbreitete Alternative zum PKW und den öffentlichen Verkehrsmitteln wird. Gerade in Ballungsgebieten besteht ein enormes Potential. Politische Entscheidungen können hierfür sicherlich förderliche Impulse setzen, um diese Entwicklung schneller und in größerem Umfang voranzubringen.

Die steuerliche Gleichsetzung des Firmen-Fahrrads mit dem Firmen-Wagen ist dafür ein gutes Beispiel. Noch wesentlich entscheidender wird jedoch sein, entsprechende Verkehrswege zu entwickeln. Sprich: Ein wesentlich konsequenterer Ausbau von Radwegen, die auch von E-Bikes genutzt werden dürfen. Auch dafür gibt es bereits ein gutes Beispiel: Der geplante Radschnellweg Ruhr quer durchs Ruhrgebiet.

Im Hinblick auf die in den Rush-Hours nervtötend mit Autos verstopften Innenstädte wäre eine Entwicklung hin zu mehr E-Bike– und Fahrrad-Mobilität sowohl für die Anwohner als auch für die Pendler eine wohltuende Entwicklung.

Zu den E-Bikes.

In unserem Powerbook haben wir noch mehr Informationen rund um das spannende Thema E-Bike für dich zusammengefasst:

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

Unsere Lucky Bike / Radlbauer Redaktion ist so vielfältig, wie unsere gesamte Unternehmensfamilie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen berichten über ihre Lieblingsthemen, schreiben News, berichten von Veranstaltungen oder testen regelmäßig Fahrräder, die wir in unseren Filialen oder im Online Shop anbieten. In der Redaktion sind unsere Kolleginnen und Kollegen versammelt, die vereinzelt Testberichte, Newsbeiträge oder informative Texte rund um das Thema Fahrrad schreiben. Die Testberichte unserer Redaktion spiegeln ihre Erfahrungen, Ergebnisse und Meinungen objektiv hier bei uns im Blog wider.