Tests
Zwei Trek E-Mountainbikes der 5.000-Euro-Klasse im Vergleich

Test: Trek Powerfly 7 Equipped 2022 und Trek Powerfly FS 4 Equipped 2022

E-Mountainbikes werden schon lange nicht mehr nur auf Trails gefahren. Breitere Reifen, starke Motoren und die großzügigen Federungen sind auch im Alltag oder auf Reisen wertvoll. Power und Fahrspaß auf Trails, für jede Jahres- und Tageszeit gewappnet und jederzeit in der Lage Gepäck zu transportieren. Die „Powerfly Equipped“-Modelle sollten all das können was man sich von einem flexiblen E-Mountainbike wünscht. Die Auswahl der Powerfly-Palette reicht von Einstiegsmodellen – wie dem „Powerfly 4“ – bis hin zum vollausgestatteten E-MTB-Fully „Powerfly FS 9 equipped“. Mich interessiert in diesem Vergleich: Was können die zwei Modelle, die preislich in der Mitte liegen? Und: Wofür sind die beiden Modelle Powerfly und Powerfly FS wirklich geeignet? Antworten auf diese und weitere Fragen in diesem Testbericht.

Das
ist
gut
  • Das Trek-exklusive „RIB-System“ sorgt für reibungslosen Ein- und Ausbau des Akkus
  • Ansprechendes Rahmendesign und hochwertigste Verarbeitung
  • Bosch Performance CX Motoren und Bosch Kiox Bordcomputer
  • Perfekt abgestimmtes, alltagstaugliches Zubehör
Nicht
so
gut
  • Spürbare Preiserhöhung im Vergleich zum Vorjahr
  • Etwas einfachere Bremsen am Powerfly FS 4

Unser Lucky Guide Jan hat das Trek Powerfly FS 4 2022 und Powerfly 7 2022 getestet und schildert hier seine Eindrücke. Die Modelle in diesem Test liegen beide bei 5,299,00 €.

Trek Powerfly: Eine Erfolgsgeschichte

Die amerikanische Marke Trek Bikes gilt als Spezialist für Mountainbikes und Rennräder und hat sein Portfolio von E-Bikes in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Räder von Trek sind dabei besonders für Qualität und Innovation bekannt. Seit der Markteinführung des ersten Trek „Powerfly“-Modells im Jahr 2014 setzt der Hersteller Trek auf den Performance Line-Antrieb von Bosch. 2015 kam das vollgefederte Powerfly FS („fullsuspension“) dazu. Seitdem haben die Modelle einige Evolutionsstufen durchlaufen. In den letzten Modelljahren wurden die Akkus von Bosch in den Rahmen integriert, die Bordcomputer verbessert und die Motoren sind sowohl kleiner, als auch leistungsstärker geworden.

Powerfly und Powerfly FS Modelle 2022

Im Modelljahr 2022 bietet Trek unter dem Namen Powerfly und Powerfly FS eine Auswahl von drei E-MTB-Hardtails und drei E-MTB-Fullys an. Seit 2020 gibt es das Powerfly (FS) 4, Powerfly 7 und Powerfly FS 9 als „Equipped“ also „vollausgestattete“ Modelle mit Schutzblechen, Gepäckträger, Lichtanlage und Ständer.

Powerfly FS 4 und Powerfly 7: Der erste Eindruck

Ich habe mir für den Test zwei Modelle ausgesucht, die – preislich gesehen – etwa in der Mitte der gesamten Powerfly-Palette liegen. Als ich die beiden Modelle das erste Mal in der Dortmunder Filiale erblicke, fällt mir sofort das gelungene Design und die Farben ins Auge. Die Rahmen wirken wie aus einem Guss und die Lackierung macht – typisch Trek – einen richtig guten Eindruck. In meinem Fall sind das die Farben dark aquatic und dark prismatic, die beide angenehm funkeln, ohne zu sehr ins Auge zu springen. Das Powerfly FS ist auch noch in anderen Farben erhältlich, die mal mehr, mal weniger knallig sind.

Interessantes Detail: Man muss tatsächlich zwei Mal hinschauen, um zu bemerken, dass es sich beim Powerfly FS tatsächlich um ein Fully handelt. Der Dämpfer verbirgt sich sehr geschickt hinter dem Sattelrohr und auch die Umlenkhebel des Rahmens fallen kaum auf. Insgesamt wirkt das Rahmendesign der beiden Räder absolut sportlich und modern. Das Oberrohr beider Rahmen ist schön flach, was nicht nur im Gelände hilfreich ist, sondern generell auch beim Auf- und Absteigen helfen sollte.

Powerfly FS 4 und Powerfly 7: Die Ausstattung im Vergleich

Bevor ich mit den beiden Rädern eine Testfahrt unternehme, lasse ich mir vorher noch etwas Zeit, die technischen Daten der Räder zu vergleichen, damit ich weiß worauf ich bei der Probefahrt achten sollte. So viel ist klar: Das Powerfly FS besitzt natürlich einen grundlegend anderen Rahmen und ist vollgefedert, allerdings liegen beide in der gleichen Preiskategorie, weshalb der Preisunterschied am Fully durch einfachere Bauteile ausgeglichen wird. Das Highlight an den Rahmen der beiden Modelle ist für mich das RIB-System (Removable Integrated Battery), dass dank des integrierten Tragegriffs, den Ein- und Ausbau des Akkus sehr einfach macht.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Powerfly 7 vs Powerfly FS 4

Beide Räder besitzen den aktuellen Bosch Performance CX Motor mit 85 Newtonmetern Drehmoment, einen großen Powertube-Akku mit 625 Wattstunden und das moderne Bosch Kiox Farbdisplay. Weitere Gemeinsamkeiten sind die absenkbare Sattelstütze mit bis zu 130 Millimeter Hub, der Pletscher Hinterbauständer und die Bontrager LT4 Expert-Bereifung.

Die größten Unterschiede zwischen den Modellen – abseits des Rahmens – gibt es im Bereich der Schaltung (10-fach Shimano Deore vs. 12-fach Shimano SLX/XT), der Bremsen (Zweikolben Tektro vs- Vierkolben Shimano), der Laufräder (Bontrager Kovee vs. Bontrager Line Comp 30) und der Federgabel (SR Suntour XCR 34 vs. SR Suntour Zeron 35).

Powerfly FS 4 Equipped: Probefahrt

Den Praxistest starte ich mit dem vollgefederten Powerfly FS 4, schließlich sind hier die Komponenten an einigen Stellen etwas schwächer als die des Powerfly 7. So kann ich später besser vergleichen was die Up- und Downgrades für mich ausgemacht haben. Ich stimme das Fahrwerk per Luftdruck auf mich und meine Vorlieben ab (beim E-MTB aufgrund des höheren Gewichts immer etwas härter) und mache mich auf den Weg.

Meine Testrunde führt mich von der Filiale in Richtung Dortmunder Süden, wo ich das Powerfly FS auf ein paar Trails testen möchte. Mir ist zwar bewusst, dass das Rad mit 100 mm Federweg im Heck nicht unbedingt im Downhill punkten wird, aber dennoch bin ich gespannt wo die Grenzen liegen. Der erste Trail führt bergauf über nassen, von Laub bedeckten Waldboden. Ich schalte ein paar Gänge runter und wähle den E-MTB-Modus. So kann ich das volle Drehmoment des Motors abrufen und gleichzeitig die Kraft per Pedaldruck sehr genau dosieren. Das klappt natürlich – wie vom Bosch Performance CX gewohnt – sehr gut und das Powerfly klettert sehr zügig die Waldwege hinauf.

Der Trail vor mir schlängelt sich den Berg hinab. Er ist ziemlich ausgewaschen, weshalb es ganz schön ruppig zu geht. Der Hinterbau in Kombination mit dem SR Suntour Fahrwerk macht einen eher straffen Eindruck und rauscht nicht sofort durch, was mir persönlich gut gefällt. Der Komfort ist auf jeden Fall hoch, trotzdem macht es auch bergab ordentlich Laune etwas Gas zu geben. Auf der gesamten Tour habe ich nicht wirklich viel zu bemängeln. Nur die Tektro-Bremsen passen von der Wertigkeit für mich nicht so ganz zu dem Rad. Die Bremsleistung ist dank der riesigen 203-Millimeter-Bremsscheiben aber absolut ausreichend.

Das Trek Powerfly 7 Equipped im Vergleich

Nachdem mich das Trek Powerfly FS 4 nun schon überzeugt hat, will ich herausfinden was das E-Hardtail Powerfly 7 so alles kann. Wieder an der Dortmunder Filiale tausche ich das Rad und drehe noch eine Runde. Im direkten Vergleich fällt mir natürlich die direktere Kraftübertragung auf. Das Powerfly ist über zwei Kilogramm leichter (25,1 statt 27,3 kg) und der Rahmen ist etwas kompakter, wodurch es sich noch flinker anfühlt und besonders auf den Asphalt- und Schotterwegen glänzen kann.

Wieder im Wald angekommen fahre ich den gleichen Trail nochmal und merke gleich, dass es bei einem Hardtail etwas schneller zum Traktionsverlust kommt. Dennoch komme ich auch mit dem Powerfly 7 den nassen Trail hinauf und die Rutschpartie macht sogar Spaß. Die 12-fach-Schaltung bietet rund 22 Prozent mehr Bandbreite, wodurch ich die Trittfrequenz noch etwas besser anpassen kann. So hat auch das Hardtail im Gelände seinen Reiz, denn es ist etwas verspielter und agiler. Auf dem Trail bergab zieht das ungefederte Heck natürlich den Kürzeren. Ich fahre deutlich langsamer als noch mit dem Powerfly FS. Als ich bergab bremse, spüre ich, wie die hydraulische Vierkolbenbremse von Shimano deutlich besser zupackt, als die von Tektro. So kann ich das Powerfly 7 sehr kontrolliert verzögern und fühle mich auf der Abfahrt jederzeit absolut sicher.

Insgesamt ist wirkt die Ausstattung des Powerfly 7 auf mich etwas runder und abgestimmter als beim Powerfly FS 4. Das Highlight sind für mich die Bontrager Line Comp 30 Laufräder, die genauso auch bei den Trek-Endurobikes „Remedy“ und „Slash“ zum Einsatz kommen. Der Freilauf ist hierbei mit 108 Rastpunkten deutlich feiner verzahnt und klingt auch dementsprechend wertiger.

„Trek Powerfly-Equipped“-Modelle 2022: Fazit

Auch wenn es die Optik mit Schutzblechen, Ständer und Gepäckträger nicht vermuten lassen, beide Powerfly-Modelle sind echte E-Mountainbikes, die nicht nur so aussehen, als wären sie geländetauglich. Das Powerfly 7 E-Hardtail bietet ein echtes Feuerwerk an Ausstattung und Qualität. Das Powerfly FS 4 beeindruckt mit einer sehr cleanen Optik und einem komfortablen, aber straffen Fahrwerk. Der Preis liegt im Vergleich zur Konkurrenz zwar etwas höher, wird aber – meiner Meinung nach – durch die Wertigkeit und das sehr gute Rahmendesign absolut gerechtfertigt. Egal ob für dich bei deinem neuen E-MTB eher Komfort oder eine gute Ausstattung wichtig ist: Die Trek Powerfly-Modelle solltest du dir unbedingt anschauen!

Veröffentlicht am 24. Januar 2022

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.