Tests
Preiswert und schick: Das günstigste E-Hardtail von Trek

Test: Trek Powerfly 4 625 2022

Kaum ein Hersteller schafft es so wie Trek immer wieder Räder zu bauen, die ein echter Blickfang sind. Dabei muss es oft nicht einmal eine knallige Farbe sein. Selbst in schwarz und grau wirken die Räder immer etwas schicker und ausgetüftelter als bei der Konkurrenz. Genauso ein Fall ist auch das Trek Powerfly. Ganz nach dem Schema „Auffällig unauffällig“ hat Trek Akku und Motor von Bosch gekonnt in den Rahmen integriert und damit ganz klar eines der schönsten E-MTBs geschaffen. Ob auch die inneren Werte des Trek Powerfly 4 überzeugen können, verraten wir euch im Testbericht.

Das
ist
gut
  • Rahmen mit Top-Verarbeitungsqualität und cleveren Details
  • solide „Boost“-Steckachsen vorne und hinten
  • beste Akku-Integration in dieser Preisklasse
  • Gesamtgewicht unter 24 Kilogramm
  • sehr ausgewogenes Handling
Nicht
so
gut
  • kaum verstellbare, einfache Federgabel
Einsatz
  • Alltag
  • Touren
  • Sport
Terrain
  • Straße
  • Feldwege
  • Gelände
Ausstattung
  • Einstieg
  • Mittelklasse
  • Spitzenklasse
E-Bike-System
  • komfortabel
  • dynamisch
  • sportlich

Unser Lucky Guide Jan hat das Trek Powerfly 4 getestet und schildert hier seine Eindrücke.

 

Die Trek-Powerfly-Serie: Fast eine Dekade mit Power von Bosch eBike Systems

Der Name „Powerfly“ steht bei Trek seit 2014 für E-Mountainbikes mit Bosch-Antrieb. Dabei steht es außer Frage, dass sich in den fast zehn Jahren einiges in der Entwicklung getan hat. Die früheren Performance-Motoren waren noch recht klobig und auch die externen Akkus haben die E-MTBs optisch nicht unbedingt verschönert. Mittlerweile sind die Motoren nicht nur in der Größe, sondern auch im Gewicht geschrumpft und die Akkus werden von Trek mittels „RIB“-System formschön integriert.

Integration vom feinsten: Das Trek „RIB“-System

RIB steht für Removable Integrated Battery. Theoretisch ist das nichts Neues, denn die Powertube-Akkus von Bosch sind eigentlich bei allen E-Bikes herausnehmbar. Bei vielen Modellen anderer Hersteller liegen die Akkus jedoch umständlich hinter einer zusätzlichen Abdeckung und sie können nur nach unten entnommen werden. Da kann es schnell mal etwas fummelig werden. Trek hat dieses Problem mit dem „RIB“-System effektiv behoben, denn der Akku kann hierbei ganz entspannt mitsamt der Abdeckung mit dem „TREK“-Schriftzug seitlich entnommen werden. Der integrierte Griff vereinfacht gleichzeitig das Tragen. Ein echter Vorteil, wenn man den Akku regelmäßig ausbauen muss, wenn man ihn beispielsweise nicht am Rad laden kann. Natürlich hat Trek aber einen zusätzlichen Ladeanschluss am Rahmen, sodass der Akku nicht zwangsläufig ausgebaut werden muss.

Rahmendesign par Excellence: Der Trek-Powerfly-Rahmen

Nicht nur in puncto Akku ist der Rahmen auf höchstem Niveau. Trek verwendet als Material das hochwertigste Alpha Platinum Aluminium, das durch sogenanntes Hydroforming besonders leicht und stabil ist. Ein Grund, weshalb das Powerfly 4 mit einem Gewicht von unter 24 Kilogramm daherkommt. Ein weiteres Highlight ist der – unter anderem von Trek zuerst eingeführte – „Boost“-Standard im Hinterbau. Dadurch können nicht nur der Rahmen, sondern auch die Radnaben breiter ausgelegt werden. Das ist natürlich besonders bei stark belasteten E-MTBs sinnvoll.
Gut zu wissen ist auch, dass der Rahmen über diverse Aufnahmepunkte für Zubehör wie Ständer, Schutzbleche oder Gepäckträger verfügt. Auch eine Beleuchtung über den Bosch-Akku kann mit etwas Aufwand nachgerüstet werden. Trek bietet allerdings viele Powerfly als „Equipped“-Modelle bereits von Werk aus mit einer alltagstauglichen Ausstattung an.

Trek Powerfly 4: Die Ausstattung im Überblick

Was mich bei einem (E-)Mountainbike – nach dem Rahmen – an zweiter Stelle interessiert sind die Federelemente. Das Powerfly 4 kommt mit einer XCM 34 Federgabel mit ordentlichen 120 Millimetern Federweg. Damit hat das Rad 2 Zentimeter mehr als es für Hardtails dieser Klasse üblich ist. Zudem sollte die Gabel mit den 34er Standrohren und der Boost-Steckachse ausreichend steif für ein E-MTB dieses Kalibers sein. Leider finde ich bis auf den Lockout und die Vorspannung der Stahlfeder keinerlei Einstellmöglichkeiten an der Gabel – das ist für mich etwas zu wenig.

Von der Gabel schweift mein Blick über die weiteren Komponenten des Powerflys. Die hydraulischen Scheibenbremsen sind aus dem Hause Tektro und kommen mit riesigen 203er Bremsscheiben daher. Das System sollte auch im Gelände ausreichend Bremsleistung bieten. Bei der Schaltung hat Trek auf eine komplette Shimano-Deore-Gruppe mit zehn Gängen und einer großen Kassette gesetzt. Damit hat das Powerfly 4 eine ordentliche Übersetzungsbandbreite und sollte sich auch die steilsten Berge hinauf pedalieren lassen. Abgerundet wird die solide Ausstattung von der Trek-Hausmarke „Bontrager“. Sowohl die Reifen als auch die Laufräder, die Bauteile im Cockpit und der Sitzbereich stammen also von Trek selbst. Auf dem Papier hat sich Trek beim Powerfly 4 schonmal keine großen Schnitzer erlaubt, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Trek Powerfly 4 auf der Testfahrt

Mit meinem Testrad starte ich meine typische Testrunde von der Dortmunder Filiale Richtung Süden. Es ist zwar noch nicht ganz Sommer, aber der Asphalt flimmert bereits von der Hitze. Umso dankbarer bin ich, heute ein flottes E-MTB testen zu dürfen. Über das minimalistische Purion-Display schalte ich in den E-MTB-Modus und mache mich auf den Weg raus aus der Stadt. Der kernig surrende Bosch Performance CX Motor schiebt mich die ersten Ansteige mühelos hinauf. Auch die Shimano-Deore-Schaltung schaltet fix und bringt die 85 Newtonmeter des Motors gut über die Reifen auf den Untergrund. Ich komme mühelos im ersten Waldstück und auf dem ersten Trail an.

Da ich diese Saison schon das Powerfly 7 Equipped testen durfte, überrascht mich die gute Geometrie und das tolle Handling dieses Mal etwas weniger. Man merkt dem Powerfly 4 definitiv an, dass hier wahre (E-)Bikeprofis am Werk waren. Die Sitzposition ist sportlich ohne unbequem zu sein und die Fahreigenschaften sind aufgrund des kleinen Extras an Federweg gutmütig. Auf einem schnelleren Stück mit größeren Unebenheiten merke ich dann aber doch wie die einfache Suntour-Federgabel nicht ganz mit dem Potenzial des Rahmens mithält. Hier würde dem Rad ein Upgrade guttun. Dennoch macht es mir richtig Spaß, das Powerfly über ein paar Singletrails mit Wurzeln zu jagen. Gerne mehr davon!

 

Trek Powerfly 4: Fazit

Wenn man Trek-Fans nach Gründen für ihre Vorlieben fragt, kommen dabei immer wieder Antworten wie: „Fährt, funktioniert und sieht einfach am besten aus.“ Das kann man auch bei dem Powerfly 4 so unterschreiben. Trek macht schon beim Rahmen des Powerfly extrem viel richtig. Ich empfehle das Rad allen, die ein flexibles E-Mountainbike suchen, das in der Freizeit aber auch im Alltag perfekt funktionieren kann. Diejenigen, die sich etwas mehr Ausstattung wünschen, müssen nicht weit schauen. Powerfly 5 und Powerfly 7 kommen bereits mit Luftfedergabel, stärkeren Bremsen und zwölf statt zehn Gängen daher.

Falls du mehr über die vollgefederte Powerfly-FS-Serie erfahren willst, dann empfehle ich dir auch den Vergleichstest von Powerfly 7 Equipped und Powerfly FS 4 zu lesen.

Veröffentlicht am 28. Juni 2022

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.