Test: Marin Lombard 2016

Flexibler Allroundsportler für tägliche Wege und Wochenendabenteuer

Marin Lombard 2016
Marin Lombard 2016

+ breiter Einsatzbereich
+ komfortabel und schnell
+ stimmiges Ausstattungskonzept
+ viele Ösen für Anbauteile

– Bremsen etwas schwach
– Sattel/Lenker etwas zu breit

Dass die im sonnigen Kalifornien ansässigen Mountainbike-Spezialisten von Marin sich vor allem abseits befestigter Wege bestens auskennen, ist ja hinlänglich bekannt. Schließlich gehört die Marke Marin zu den Mountainbike-Pionieren der späten Achtziger-Jahre. Jedoch, oder gerade deshalb, lohnt es sich einmal, über den MTB-Tellerrand hinauszuschauen und ein Rad aus dem aus dem Portfolio zu testen, dass Marin selbst als „part adventure-bike, part urban warrior“ bezeichnet.
Mit diesem Statement ist auch schon recht gut beschrieben, wohin die Reise mit dem Lombard gehen soll, nämlich überallhin. Das Rad lässt sich nicht in die bekannten Kategorien „Rennrad“ oder „Crossrad“ einordnen, vielmehr bedient es sich verschiedener Merkmale aus den unterschiedlichen Bereichen, um diese zu einem Allrounder zusammenzufügen, der einen möglichst breiten Einsatzbereich abdecken soll. Ob und wie das beim Marin Lombard gelingt, soll der Test von unserem Lucky Bike Mitarbeiter Gabriel zeigen.

Der erste Eindruck

Zunächst einmal der erste Eindruck: das Lombard kommt in angenehm reduziertem Design, die eher zurückhaltende Farbgebung zeugt fast schon von Understatement. Der anthrazitfarbene Rahmen wird durch schwarze Anbauteile dezent in Szene gesetzt. Einzig die Schwalbe Road Cruiser Bereifung mit den cremefarbenen Flanken setzt Akzente und verleiht dem Rad eine gewisse Eleganz.
Der Alurahmen ist Marin-typisch gut verarbeitet und verfügt über 3D geschmiedete Ausfallenden, auch wurde an der Alu-Gabel und den Hinterbaustreben für ausreichend Durchlaufweite zur Aufnahme von breiten Reifen und Schutzblechen geachtet. Besonders hervorzuheben sind aber die zahlreichen Ösen zur sicheren Montage von Zubehör, wie z.B. Gepäckträger, Seitenständer oder Schutzblechen. Damit ist das Marin Lombard für alle Einsatzzwecke auszurüsten: Vom Weltenbummler bis zum Cityflitzer sind hier alle Spielarten möglich.
Die Rahmengeometrie ist betont sportlich, das verhältnismäßig kurze Oberrohr sorgt dennoch für eine nicht zu rennorientierte Sitzposition.

Die Ausstattung

Ausgestattet ist das Lombard mit einer Shimano Sora 3×9-fach Schaltgruppe. Die 3-fach Kettenradgarnitur kombiniert dabei eine Abstufung von 50-39-32 Zähnen mit einer 11-32er Kassette. Für ein breites Übersetzungsspektrum ist also gesorgt. Für die sichere Verzögerung sind mechanische Scheibenbremsen von Promax zuständig, verbaut sind 160mm Scheiben vorne und hinten. Das Ausstattungskonzept erscheint insgesamt schlüssig und auf einen breiten Einsatzbereich des Rades ausgelegt. Ob sich das auch in der Praxis bestätigt, soll unsere Testfahrt zeigen.

Das Marin Lombard im Praxistest

Positiv überrascht zunächst einmal die Sitzposition: Man sitzt angenehm sportlich auf dem Rad, jedoch nicht zu race-lastig, so dass auch längere Strecken ohne weiteres entspannt absolviert werden können. Einzig der vom Werk aus montierte Sattel entspricht durch seine Breite nicht unbedingt der Sitzposition, hier hat aber ohnehin jeder Fahrer seine eigenen Vorlieben und sollte entsprechend umrüsten.
Das Rad läuft angenehm geradeaus, dank des kurzen Oberrohrs lässt es sich dennoch flink um enge Kurven zirkeln. Bergauf bringt der steife Alurahmen die Kraft recht gut auf die Straße, trotz des im Vergleich zu reinen Rennrädern etwas höheren Gewichts lassen sich auch steilere Anstiege problemlos bezwingen. Das breite Übersetzungsspektrum der Sora-Gruppe bietet für jede Gelegenheit den passenden Gang, auch wenn vielleicht eine Kompaktkurbel statt einer Dreifachvariante ausreichend gewesen wäre. Die Schaltgruppe verrichtet selbst unter höherer Belastung zuverlässig ihren Dienst, auch wenn die Hebelwege geringfügig länger sind als bei Shimanos Top-Gruppen.
Insgesamt überzeugt das Marin durch einen sportlichen Charakter, doch wie sieht mit der Bremskraft aus? Hier verrichten die mechanischen Promax Scheibenbremsen einen unaufgeregten Dienst, das Rad wird zuverlässig verzögert. Jedoch sind die Bremsen nachvollziehbarerweise nicht ganz so bissig wie ihre hydraulischen Pendants.
Was während der Testfahrten den deutlichsten Eindruck hinterlässt, ist die Kombination aus sportlichem Rad und verhältnismäßig breiter Bereifung. Die 35mm breiten Schwalbe Road Cruiser Reifen sorgen für viel Komfort im Sattel, über schlechte Fahrbahnen oder Kopfsteinpflasterpassagen gleitet man förmlich hinweg, auch in Kurven vermitteln die Reifen allein durch ihre Breite ein sicheres Gefühl. Abseits befestigter Wege ist zudem für ausreichend Traktion gesorgt, so dass einem Abstecher in Wald und Wiese nichts entgegensteht.

Unser Fazit zum Marin Lombard

Zusammenfassend lässt sich sagen, daß das Marin vor allem durch seine Flexibilität voll zu überzeugen weiß. Der tägliche Weg zur Arbeit lässt sich mit dem Lombard ebenso problemlos bewältigen, wie die Wochenendausfahrt oder die sportliche Feierabendrunde. Die vielen Aufnahmen am Rahmen laden geradezu dazu ein, Schutzbleche und einen Gepäckträger für Taschen zu montieren, so dass man das ganze Jahr über den Arbeitsweg mit dem Rad zurücklegen möchte und auch gerne nach Feierabend noch ein paar sportliche Kilometer dranhängt. Eine Empfehlung also für alle die einen sportlichen, flexiblen Commuter suchen oder einfach das eine Rad für (fast) alles.
Der Preis für das Marin Lombard liegt bei 799€, ein durchaus fairer Preis für ein Rad, das einen Einsatzbereich abdeckt, für welchen man sonst 3 verschiedene Räder bräuchte.

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Autor: Gabriel Eulitz (Lucky Bike Filiale Dortmund)

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

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