Test: Cube Touring Hybrid 400 2016

Sportlicher Tourer mit Rückenwind on board

Cube Touring Hybrid 400 2016
Cube Touring Hybrid 400 2016
+ Großzügig dimensionierte Scheibenbremse
+ Steifer Rahmen mit direktem Lenkverhalten
+ Ergonomische und komfortable Sitzposition

– Günstiges Schaltwerk
– Reifen haben wenig Traktion
– Beleuchtung relativ schwach

Cube wirbt beim Touring Hybrid 400 mit einem breiten Einsatzbereich. Unser Lucky Bike Mitarbeiter Vladislav hat das Cube Touring Hybrid 400 getestet und schildert nachfolgend seine Eindrücke. Ein sportliches, aber bequemes Bike, das wie von selbst die steilsten Rampen bezwingt. Und das alles zu einem fairen Preis. Klingt fast zu schön um wahr zu sein? Willkommen im Jahr 2016. Wie dieses Allround-Talent in unserem Lucky-Bike-Test abschneidet, erfahrt ihr hier.

Rahmen, Antrieb und Gabel

Fangen wir mit dem Herzstück an: Dem Rahmenset. Cube verwendet hier wie bei seinen anderen E-Bikes einen Hydroforming-Rahmen mit großen Rohrdurchmessern, die laut diversen unabhängigen Tests, sehr gut an die Belastungen des E-Bikes angepasst sind. Das voluminöse Unterrohr geht fast fließend in eine Aufnahme für den Bosch-Antrieb über. Das Bosch System hat sich über die letzten Jahre als sehr zuverlässig erwiesen. Trotz einiger neuer Systeme mit Mittelmotor hat Bosch in Deutschland immer noch den höchsten Marktanteil. Für den Endkunden bedeutet das: Gute Ersatzteilversorgung und zahlreiche Servicestellen. Der Activeline Motor der neusten Generation bietet gute Leistung und läuft fast unhörbar leise. Gepaart mit einem 400 Wh Akku erreichten wir im Test eine durchschnittliche Reichweite von 120 km. Die Züge verlaufen teilweise versteckt im inneren des Rahmens. Dort sind sie vor Feuchtigkeit und Schmutz geschützt und die Schaltung läuft länger reibungslos. Die günstige Suntour NEX ist zwar nicht die leichteste Gabel, spricht aber sehr sanft an und ist ausreichend steif.

Ausstattung

Neben dem Antriebssystem als „Herzstück“ bestimmt bei einem E-Bike auch die restliche Ausstattung maßgeblich den Preis mit. Um den Preis möglichst gering zu halten hat Cube bei diesem Rad eher preiswerte Komponenten verbaut. E-Biker fahren in den meisten Fällen schneller und das mit einem relativ schweren Rad. Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal sind daher die Bremsen. Hier verbaut Cube die bewährten Shimano Scheibenbremsen BR-M355. Dank einer großen 180 mm Bremsscheibe am Vorderrad packen sie gut zu und sind zudem sehr gut dosierbar. Einen kleinen Abzug gibt es für das günstige Altus Schaltwerk. Es schaltet am Neurad präzise, wird aber durch den Zug des Motors stärker belastet als an einem nicht motorisierten Fahrrad. Auch wenn die Shimano Einstiegsgruppen heute deutlich hochwertiger sind als noch vor einigen Jahren, scheint ein robusteres Schaltwerk auf lange Sicht sinnvoller. Im Gegensatz zu anderen E-Bike-Systemen mit Mittelmotor gibt es bei Bosch nur ein Kettenblatt vorne. Die eingeschränkte Übersetzungsbandbreite ist bei Fahrten ohne Gepäck und vollem Akku aber vollkommen ausreichend. Bei längeren Touren würde eine feiner abgestufte Übersetzung den Akku und die Beine schonen. Die verbauten Laufräder kommen auch bei 29er MTBs zum Einsatz und sind dementsprechend auch für ein Elektrorad ausreichend robust. Die Busch und Müller LED-Beleuchtung gehört bei Rädern dieser Preislage zum Standard und wird vom Akku gespeist. Leider ist sie zu schwach, um richtig dunkle Fahrradwege hell auszuleuchten – ein Problem, das wir bereits bei vielen E-Bikes feststellen mussten. Der robuste Gepäckträger hält samt Akku eine Last von bis zu 25 kg und ist dank Racktime-System mit diversen Taschen und Körben erweiterbar.

Fahreindruck

An der 25 km/h Grenze regelt der Motor sanft die Leistung runter und steigt ebenso sanft wieder ein, wenn man langsamer wird. Das eher ruckartige Eingreifen der ganz frühen E-Bike-Motoren gehört damit glücklicherweise der Vergangenheit an. Die Sitzposition liegt irgendwo zwischen sportlich und angenehm komfortabel, obwohl die federnde Sattelstütze eher der Zierde dient. Sie schlägt selbst bei Bordsteinkanten kaum an. Komfortabel fährt sich das Rad dank dem weichen Sattel, einem Ergo-Lenker und ergonomischen Griffen trotzdem. Vom Akku auf dem Gepäckträger bekommt man während der Fahrt nichts mit. Der schon vorher lobend erwähnte Rahmen ist fühlbar steif und macht jede schnelle Windung im Stadtverkehr mit. Die bissigen Bremsen würden viel Sicherheit geben. Leider blockiert das wenig profilierte Hinterrad relativ schnell und man hat Angst mit dem Schwalbe „Spicer“ (Reifen) in schnellen Kurven den Halt zu verlieren. Sportlichen Fahrern empfiehlt sich ein Wechsel auf hochwertigere Reifen mit griffigerer Gummimischung.

Fazit

Das Cube Tour Hybrid 400 ist ein solides Alltagsrad zu einem fairen Preis. Der Bosch-Antrieb harmoniert sehr gut mit dem speziell geformten Rahmen. Das Rad fährt sich komfortabel aber spritzig. Leider gibt es ein paar Abstriche bei der restlichen Ausstattung am Rad. Während die Bremsen sehr gut greifen, bieten die Reifen für unserer Geschmack zu wenig Traktion. Das Schaltwerk knackt beim Schalten unter Last und die Beleuchtung reicht nicht aus um dunkle Radwege ausreichend auszuleuchten. Eine bessere Ausstattung zu einem etwas höheren Preis gibt es bei den Modellen Cube Touring Hybrid Pro und Touring Hybrid EXC.

Hier geht es zu allen Cube Fahrrädern im Lucky Bike Online Shop.

Autor: Vladislav Shenker (Lucky Bike Filiale Würzburg)

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

Unsere Lucky Bike / Radlbauer Redaktion ist so vielfältig, wie unsere gesamte Unternehmensfamilie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen berichten über ihre Lieblingsthemen, schreiben News, berichten von Veranstaltung oder testen regelmäßig Fahrräder, die wir in unseren Filiale oder im Online Shop anbieten. in der Redaktion sind unsere Kolleginnen und Kollegen versammelt, die vereinzelt Testberichte, Newsbeiträge oder informative Texte rund um das Thema Fahrrad schreiben. Die Testberichte unserer Redaktion spiegeln ihre Erfahrungen, Ergebnisse und Meinungen objektiv hier bei uns im Blog.