Tests

Test: Cube Nuroad Pro FE 2020

Sportliches Gravelbike mit alltagstauglicher Extra-Ausstattung
Cube Nuroad Pro FE 2020 - das Gravelbike im Test

Das ist gut

  • agil und wendig, trotz Zusatzausstattung und mit Gepäck
  • zweckdienliche Komponentenwahl
  • Schutzbleche und Beleuchtung inklusive

Das ist nicht so gut

  • Schutzblech vorne etwas zu kurz
  • keine Möglichkeit für einen Ständer

Preis zum Testzeitpunkt: 1.099 Euro

Unser Lucky Bike Mitarbeiter Gabriel hat das Cube Nuroad Pro FE 2020 getestet und schildert hier seine Eindrücke.

Zum Cube Nuroad Pro FE 2020

Gravelbikes: Top-Thema der Fahrradbranche

Sogenannte Gravelbikes sind neben E-Bikes das wohl heißeste Thema, das die Fahrradbranche zurzeit zu bieten hat. Aufgrund ihres flexiblen Einsatzbereiches auf der Straße und auf unbefestigten Wegen erfreuen sich die sportlichen Bikes mit Drop Bar immer größerer Beliebtheit.

Falls du noch nicht den Unterschied zwischen den Bikes aus den Bereichen Gravel, Cyclocross und Rennrad kennst, hilft dir unser Video zum Thema weiter:

Gravel vs. Cyclocross Vergleich | Welches Rad passt zu mir?

Daher überrascht es nicht, dass auch der fränkische Hersteller Cube eine ordentliche Auswahl an Gravelbikes ins Portfolio mit aufgenommen hat, die die Lücke zwischen Rennrad und Cyclocross schließen soll (ob es diese Lücke jemals gab, ist ein Thema, über das man ganz wunderbar diskutieren kann – hier würde es die Zeichenanzahl sprengen …).

Da die Gravelbikes verschiedenen Ansprüchen gleichermaßen gerecht werden, liegt es auf der Hand, die Bikes auch als Commuter, also sportliche Pendlerräder zu nutzen. Genau in dieser Nische befindet sich das mit Lichtanlage, Gepäckträger und Schutzblechen ausgestattete Cube Nuroad Pro FE 2020. Unser Lucky Bike Mitarbeiter Gabriel aus Leipzig hat das 2020er Cube Nuroad Pro FE in der Rahmengröße 53 cm auf seiner täglichen Pendelfahrt getestet und teilt im Folgenden seine Erfahrungen aus dem Praxistest.

Der erste Eindruck vom Cube Nuroad Pro FE 2020

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Gravelbike mit Gepäckträger

Auf den ersten Blick fällt die Zusatzausstattung ins Auge: Im Unterschied zu den typischen Gravel- oder Cyclocrossbikes wird die Silhouette des Cube Nuroad Pro FE 2020 von Schutzblechen und einem dezenten Gepäckträger bestimmt. Dazu kommt bei genauerer Betrachtung noch die kleine und kompakte Lichtanlage mit Nabendynamo. Sehr gelungen finde ich die zurückhaltende Farbgestaltung in schwarz und grau (grey’n’black), die dem Rad einen unaufdringlich eleganten Auftritt verleiht. Das graue finish der Tiagra-Gruppe passt auch hervorragend zur Lackierung des Cube Nuroad. Der Aluminiumrahmen ist gut verarbeitet, die Schweißnähte sind gleichmäßig und die innenverlegten Züge sorgen für eine cleane Optik. Die Geometrie erscheint auf den ersten Blick nicht allzu aggressiv – eigentlich typisch Gravelbike.

Neben meinem Testbericht habe ich das Cube Nuroad Pro FE 2020 auch in diesem Video genauer vorgestellt:

Die Ausstattung des Cube Nuroad Pro FE 2020

Basis des Nuroad Pro FE 2020 ist der Rahmen aus leichtem 6061 T6 Superlite Aluminium, den Cube in einer speziellen „Gravel Comfort“ Geometrie ausgestaltet hat. Das bedeutet, dass der Rahmen eine entspannt-sportliche Sitzposition ermöglicht. Die Cube tapered Carbongabel soll auch auf längeren Gravelrides Vibrationen zuverlässig dämpfen und gleichzeitig eine hohe Fahrstabilität und Lenkpräzision bieten.

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Shimano Kurbel

Bei der Schaltgruppe vertraut Cube auf die zuverlässige Performance einer 2×10-fach Tiagra-Gruppe von Shimano. Die Kurbelgarnitur kommt in einer kompakten 50/34er Abstufung, die 10-fach Kassette stellt 11 bis 34 Zähne zur Verfügung. Die Tiagra Schalt-/Bremshebel steuern eine mechanische TRP Spyre Scheibenbremsanlage mit 160mm Scheiben an. Die RA 0.8 CX Laufräder stammen aus dem Hause Cube und werden von 12mm Steckachsen im Rahmen fixiert, was gerade bei Scheibenbremsen sinnvoll ist. Die Bereifung kommt von Schwalbe und ist mit dem G-One Reifen in 35-622er Dimension passend zum Einsatzgebiet gewählt.

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Scheibenbremsen

Die restlichen Anbauteile wie Sattel/Sattelstütze, Lenker, Vorbau und Lenkerband stammen von Acid aus dem Cube-eigenen Zubehörsortiment und machen insgesamt einen soliden Eindruck.

Das Besondere am Cube Nuraod Pro FE 2020 ist aber natürlich die Ausstattung mit Schutzblechen, Lichtanlage und Gepäckträger. Schutzbleche und Gepäckträger stammen ebenfalls von Cube und gefallen durch die schlanke und elegante Ausgestaltung und clevere Detaillösungen. Dazu zählt auch die fast unsichtbare Verbindung von hinterem Schutzblech und Gepäckträger am Hinterbau. Der LED-Frontscheinwerfer ist ein Axa Compactline 20, der mittig vor dem Vorbau montiert ist. Das kleine Busch & Müller Toplight Rücklicht befindet sich dezent an einer kleinen Trägerplatte am Gepäckträger. Die Beleuchtung wird dabei von einem kompakten Nabendynamo angetrieben.

Insgesamt ist die Ausstattung des Nuroad Pro FE auf einem vernünftigen Niveau, bei der Wahl der Komponenten war Zuverlässigkeit und Robustheit offensichtlich wichtiger als kompromissloser Leichtbau. Nichtsdestotrotz gelingt es Cube, das Gewicht des Rades mit 11,9 kg erstaunlich gering zu halten, insbesondere unter Berücksichtigung der zusätzlichen Anbauteile.

Das Cube Nuroad Pro FE 2020 im Praxistest

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Das Gravelbike im Einsatz für Pendler und Pendlerinnen

Meine Testfahrt wollte ich unter möglichst praxisnahen Bedingungen durchführen, da mich als regelmäßigen Pendler die Cube Nuroad FE Varianten schon seit einiger Zeit interessieren. Also wählte ich für die Testfahrt meine übliche Pendelstrecke mit wechselndem Untergrund über Asphalt, durch Parks und über feste Feldwege. Zusätzlich habe ich auch gleich die Gelegenheit genutzt, um meine Gepäckträgertaschen am Rad mitzuführen. So konnte ich das Cube Nuroad gleich auf Herz und Nieren im harten Pendlereinsatz prüfen.

Was sich auf der Testrunde gleich positiv bemerkbar machte, war die Rahmengeometrie: Das Rad blieb trotz der zusätzlichen Ausstattung und den beiden Gepäckträgertaschen wendig und agil. Die Sitzposition war angemessen sportlich, ohne dabei übermäßig aggressiv auszufallen. Lediglich durch das vordere Schutzblech entstand ein minimaler toe-overlap (der Fuß berührt das Rad bei einem starken Lenkereinschlag), aber daran gewöhnt man sich schnell und es ist in der Fahrpraxis auch nicht störend.

Cube Nuroad Pro FE 2020 - das Gravelbike im Test

Das Fahrgefühl des Cube Nuroad Pro FE 2020 kann ich insgesamt als ausbalanciert beschreiben. Das Bike überzeugt durch angenehme Lenkeigenschaften und ich hatte immer das Gefühl die volle Kontrolle über das Rad zu besitzen – egal ob auf Asphalt oder auf Feld- beziehungsweise Kieswegen. Auf der anderen Seite war auch bei starker Beschleunigung von dem etwas höheren Gewicht im Handling nichts zu spüren. Die gute Kraftübertragung des steifen Alurahmens trägt sicherlich auch ihren Teil dazu bei. Cube ist es offensichtlich gelungen, den Gewichtsnachteil aufgrund der zusätzlichen Anbauteile durch eine gelungene Rahmengeometrie auszugleichen.

Mehr als eine gute Rahmengeometrie: Das Fahrgefühl des Cube Nuroad Pro FE 2020

Neben der Rahmengeometrie konnte auch die klug gewählte Übersetzung der Tiagra 10-fach Gruppe zum stimmigen Fahrgefühl beitragen. Die breit gefächerten Gänge der 11-34er Kassette halfen dabei, das Rad auch mit zwei bepackten Taschen die kurzen Anstiege, die sich mir in den Weg stellten, entspannt wegzukurbeln. Und ich kann mir vorstellen, dass die Übersetzung auch auf Tagestouren oder Radreisen mit 15 kg Gepäck praktikabel ist. Die kompakte 50/34T Kurbelgarnitur passt in meinen Augen auch zum variablen Einsatzbereich des Nuroad. Die Tiagra-Gruppe selbst mag zwar nicht die edelste Leichtbau-Gruppe von Shimano sein, aber für ein Rad dessen offensichtlicher Einsatzbereich im täglichen Pendeleinsatz und auf Touren liegt, empfinde ich sie als durchaus adäquat und praktikabel. Die Schaltgruppe verrichtete unauffällig, aber präzise ihren Dienst. Dazu kommt, dass die Tiagra in der aktuellen Generation in Sachen Ergonomie den teureren Top-Gruppen in nichts nach steht.

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Shimano Tiagra

Das gleiche gilt für die mechanischen TRP Spyre Scheibenbremsen: Auf der Testrunde war es ganz wunderbar nass und dreckig. Auf die Bremsen konnte ich mich dennoch jederzeit verlassen und für mechanische Scheibenbremsen konnte die Bremskraft und die gute Dosierbarkeit positiv überraschen. Nachteile sehe ich hier gegenüber einer hydraulischen Scheibenbremse nicht., Allerdings müssen die mechanischen Scheibenbremsen auf lange Sicht sehr wahrscheinlich öfter nachgestellt werden.

Die Zusatzausstattung des Cube Nuroad Pro FE 2020

Schließlich möchte ich noch ein paar Worte zu der am Nuroad Pro FE 2020 verbauten Zusatzaustattung verlieren. Da wären zunächst die schlanken 45er Schutzbleche aus Cubes Acid-Zubehörlinie. Auf der Testrunde ging es auch über etwas schlammigeres Terrain und hier konnten die Schutzbleche den gröbsten Schmutz von mir fernhalten, was durchaus positiv war. Die Schutzbleche reichen definitiv aus, um nicht mit total verschmuddelter Rückenpartie ins Büro oder nach Hause zu kommen. Allerdings ist das vordere Schutzblech etwas zu kurz, um auf langen Fahrten durch den Regen die Füße dauerhaft trocken zu halten. Bemerkenswert war zudem, dass die Schutzbleche auch auf Gravelpassagen nicht anfingen zu klappern, die Montage am Rahmen ist Cube demnach wirklich gut gelungen.

Der ebenfalls aus der Acid-Zubehörlinie stammende Gepäckträger verfügt zwar nicht über eine Federklappe, dafür ist er aber elegant ausgeführt und auf das Wesentliche reduziert. Meine zwei Gepäckträgertaschen ließen sich problemlos montieren und saßen jederzeit sicher an ihrem Platz.

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Gravelbike mit Lichtanlage

Wie oben erwähnt ist auch eine Lichtanlage mit an Bord, was vor allem diejenigen freuen dürfte, die mit dem Rad das ganze Jahr lang unterwegs sind. Angetrieben wird die Beleuchtung standesgemäß mit einem Nabendynamo, welcher im normalen Fahrbetrieb kaum auffällt. Lediglich beim Anfahren bemerkt man einen etwas höheren Widerstand im Vergleich zu Laufrädern ohne Nabendynamo. Das kleine StVZO zugelassene AXA Compactline 20 Frontlicht liefert mit 20 Lux ausreichend Leuchtkraft, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Auf flotteren Überlandfahrten würde ich allerdings etwas mehr Leuchtkraft bevorzugen. Das kompakte Busch & Müller Rücklicht hingegen ist trotz der dezenten Bauweise immer gut sichtbar.

Cube Nuroad Pro FE 2020 - Schwalbe Reifen

Alles in allem überzeugte das Nuroad Pro FE 2020 im Praxistest durch seine ausgewogenen Fahreigenschaften und die stimmige Komponentenwahl. Die zusätzlichen Anbauteile integrieren sich dabei hervorragend in das Gesamtkomzept des Gravelbikes. Das einzige, was ich vermisst habe, war die Möglichkeit einen Seitenständer fest am Rahmen zu montieren.

Das Test-Fazit zum Cube Nuroad Pro FE 2020

Das Besondere am Cube Nuroad FE 2020 ist mit Sicherheit die alltagstaugliche Zusatzausstattung. Da Gravelbikes einen besonders breit gefächerten Einsatzbereich möglich machen, ist Cube mit dem Nuroad Pro FE nochmal einen Schritt weitergegangen und hat dem Rad einige gut durchdachte Extras spendiert, die es zu einem superflexiblen Allrounder machen.

Das Cube Nuroad Pro FE 2020 konnte mich auf meiner Testfahrt insgesamt überzeugen. Das Rad lässt sich unbeeindruckt von der zusätzlichen Ausstattung, sowohl auf der Straße als auch auf Gravelpassagen, sportlich und agil steuern. Die alltagstauglichen Extras erleichtern die Pendelfahrten und die restlichen Komponenten, wie die Tiagra-Gruppe, sind dem Einsatzbereich angemessen ausgewählt. Insgesamt ist das Bike eine Empfehlung für alle, die ein sportliches Pendelrad suchen, mit dem man das ganze Jahr über flexibel unterwegs sein kann.

Das Cube Nuroad Pro FE 2020 gibt es in den Rahmengrößen 50, 53, 56, 58 und 61 cm bei einem Gewicht von 11,9 kg und einem Preis von 1.099 Euro.

Für alle, die auf hydraulische Scheibenbremsen und eine gravelspezifische Schaltgruppe Wert legen, gibt es von Cube auch die Nuroad Race FE 2020 Variante – ebenfalls mit alltagstauglicher Zusatzausstattung für 1.599 Euro.

Zum Cube Nuroad Pro FE 2020

Veröffentlicht am 21. Januar 2020
Gabriel

Gabriel

Gabriel liebt das sportliche Radfahren seit er in seiner Jugend mit dem Mountainbike die Wälder und Wiesen seiner Heimatregion erkundet hat. Dabei ging es weniger um rasante Action und wilde Abfahrten, sondern mehr um die Freiheit überall mit dem Fahrrad hinzukommen.

Seit ca. 15 Jahren fährt er ambitioniert Rennrad, inklusive regelmäßiger erfolgloser Teilnahmen an Jedermannrennen. Auch Radmarathons und RTF nimmt Gabriel jede Saison aufs Neue unter die schmalen Rennradreifen. Trotz aller sportlichen Ansprüche zählt für Gabriel jedoch vor allem eines: Der Genuss der Freiheit auf 2 Rädern.

Gabriel arbeitet in Leipzig und ist bei Lucky Bike im Bereich Werbung und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt.

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