Die häufigsten Probleme mit Schaltungen am Fahrrad oder E-Bike
Die Kettenschaltung einfach erklärt
Aufbau:
Ein Schaltwerk und mehrere Ritzel (häufig 7 bis 12) am Hinterrad sowie ein Umwerfer (optional) und ein oder mehrere Kettenblätter (meist 2 bis 3) an der Kurbel. Die Bedienung findet meist über Schalthebel (auch Trigger genannt) am Lenker statt, ist aber auch per Drehgriff möglich.
Funktion der Kettenschaltung:
Die Übersetzung wird sichtbar über die Kette auf den Zahnrädern geändert.
Je größer das Ritzel auf dem sich die Kette hinten befindet, desto kleiner ist der Gang = leichter und schneller treten.
Je größer das Kettenblatt auf dem sich die Kette an der Kurbel befindet, desto größer ist der Gang = schwerer und langsamer treten.
Die häufigsten Probleme bei Kettenschaltungen
| Problem | Auftreten | Ursache | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Zugspannung verstellt | Recht häufig, eher schleichend | Typisch durch gedehnte Züge oder falsche Einstellung | Zugspannung kontrollieren und am Schalthebel oder Schaltwerk einstellen |
| Schaltauge verbogen | Plötzlich | Nach Sturz oder Rempler | Schaltwerk steht schief, Schaltung lässt sich nicht einstellen |
| Schaltzüge verschlissen | Schleichend je nach Pflege, meist erst nach Jahren | Korrodierte oder gequetschte Züge | Züge regelmäßig erneuern |
| Kette verschlissen | Schleichend je nach Pflege | Normale Abnutzung, bei mangelnder Pflege schneller | Greift oft in kleinen Ritzeln nicht mehr sauber |
Kontrolle, Einstellung und Verschleiß der Schaltung
Besonderheiten der Kettenschaltung
Die Kettenschaltung ermöglicht Gangwechsel über die hintere Kassette und, falls vorhanden, über die vorderen Kettenblätter. Sie ist weit verbreitet und findet sich an vielen Fahrrädern und E-Bikes. Obwohl das Schalten unter Last möglich ist, führt es zu erhöhtem Verschleiß der Kette und der Schaltkomponenten. Daher empfehlen wir insbesondere bei leistungsstarken E-Bikes, während des Schaltvorgangs den Druck auf den Pedalen zu reduzieren, um die Kette zu entlasten und ihre Lebensdauer zu verlängern.
Das Schaltwerk hinten und der Umwerfer vorne werden durch die Schalthebel am Lenker gesteuert. Diese bewegen die Kette dann über die Kettenblätter (vorne) und die Ritzel beziehungsweise Kassette (hinten). Für eine korrekte Funktion der Kettenschaltung sind eine saubere Einstellung und ein gerades Schaltauge – also die Aufnahme des Schaltwerks am Rahmen – entscheidend.
Kontrolliere das Schaltauge, indem du von hinten über die Schaltung schaust – der Käfig des Schaltwerks sollte parallel zur Kette laufen, ohne seitliche Abweichungen. In unserem Tutorial erfährst du, wie du deine Kettenschaltung einstellen kannst.
Zugspannung
Häufig sind Probleme bei mechanischen Schaltungen auf die nicht korrekte Zugspannung der Schaltzüge zurückzuführen. Die Feinjustierung erfolgt über eine kleine Schraube am Schalthebel oder am Schaltwerk: Linksherum erhöht sich die Spannung, rechtsherum verringert sie sich. Achte darauf, dass das Schaltwerk die Kette in jedem Gang präzise über die Ritzel führt. Auch der Zustand der Schaltzüge spielt eine wichtige Rolle – ältere oder verschlissene Züge können die Schaltleistung beeinträchtigen.
Verschleiß der Kette
Die Lebensdauer einer Fahrradkette variiert stark. Je nach Belastung und Pflege kann sie einige hundert bis mehrere tausend Kilometer halten. Eine regelmäßige Pflege der Kette verlängert die Lebensdauer deutlich. Den Verschleiß der Kette kontrollierst du mit einer Kettenmesslehre.
Werkzeug und Pflege für Fahrradketten im Lucky Bike Onlineshop
Die Nabenschaltung einfach erklärt
Aufbau:
Ein Ritzel hinten und ein Kettenblatt an der Kurbel (beziehungsweise Riemenscheibe bei Riemenantrieben). Die Bedienung findet meist über einen Drehgriff statt, ist aber auch per Schalthebel möglich.
Funktion der Nabenschaltung:
Die Übersetzung wird über ein Getriebe (ähnlich wie bei Kraftfahrzeugen) innerhalb der Hinterradnabe geändert.
Die häufigsten Probleme bei Nabenschaltungen
| Problem | Auftreten | Ursache | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Markierungen stehen nicht exakt | Häufig, schleichend | Schaltzug nicht korrekt eingestellt | Gelbe Markierungen stimmen im gewählten Gang nicht überein |
| Schalten unter Last | Selten, schleichend | Falsche Bedienung, besonders bei E-Bikes | Kann Getriebe langfristig beschädigen – möglichst nicht unter Last schalten |
| Interner Getriebeverschleiß | Selten, schleichend | Hohe Laufleistung, unzureichende Wartung | Schalten wird schwergängig oder unpräzise |
Besonderheiten der Nabenschaltung
Bei der Nabenschaltung erfolgt der Gangwechsel unsichtbar innerhalb der Nabe des Hinterrads. Sie ermöglicht das Schalten im Stand, was spontane Gangwechsel vor dem Losfahren – etwa an der Ampel – erleichtert. Dafür muss bei einigen Modellen (ausgenommen Nexus Inter-5E und Enviolo) das Drehmoment von E-Bike-Motoren begrenzt werden, um Defekte zu vermeiden.
Im Gegensatz zur Kettenschaltung kann hier zudem meist nicht unter Last geschaltet werden. Nabenschaltungen von Shimano sind richtig eingestellt, wenn im dritten, vierten beziehungsweise sechsten Gang die beiden gelben Markierungen an der Getriebeeinheit genau übereinanderstehen.
Wenn du regelmäßig deine Schaltung überprüfst, sauber schaltest und Verschleißteile im Blick behältst, kannst du viele Probleme im Vorfeld vermeiden – und hast länger Freude am Radfahren. Und wenn du selber mal nicht weiter kommst, dann sind unsere Lucky Guides in unseren Fachwerkstätten immer für dich da.