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Test: Focus Whistler 3.5

Gutes Einsteiger-MTB für erste Offroad-Abenteuer

Das ist gut

  • robuste Shimano Schaltung
  • viele Befestigungspunkte zum Anbringen von Zubehör
  • hydraulische Shimano Scheibenbremsen
  • ausreichend breiter Lenker 
  • „Size-Split“- Aluminiumrahmen mit 29“ oder 27,5“ Laufrädern

Das ist nicht so gut

  • relative schmale Bereifung

Unser Mitarbeiter Jan aus Düsseldorf hat sich das Focus Whistler angeschaut und schildert hier seine Eindrücke. Preis zum Testzeitpunkt 549,00 Euro.

Der Bike Guide zum Focus Whistler 3.5 2020

Focus Whistler 3.5

Mein Einstieg in die Welt der Mountainbikes: das Focus Whistler

Das Focus Whistler weckt bei mir ganz persönliche Erinnerungen. Im Jahr 2011 sind mein Vater und ich losgezogen, um ein neues Fahrrad für mich zu kaufen. Ich weiß noch genau, wie aufgeregt ich war, als ich das Focus Whistler Probe gefahren bin – damals in der Farbe Weiß, mit roten Akzenten und 26 Zoll Rädern. Das Bike war mein ganzer Stolz und es hat dazu beigetragen, dass mich das Mountainbiken bis heute begeistert. Rund zehn Jahre später sieht das Whistler ganz anders aus. Dennoch erinnert mich der Name des Einsteiger-Hardtails an die Zeit zurück, als der Mountainbike-Sport für mich neu war. 

Auf neustem Stand: der Rahmen des Focus Whistler

Zurück in die Gegenwart: Was macht das Focus Whistler 3.5 2020 für einen Eindruck auf mich?

Zuerst fällt mir das knallige „supaorange“ – die Farbe des Rahmens – auf. Das satte Orange mit schwarz-matter Aufschrift trifft voll meinen Geschmack. Die innen verlegten Leitungen und Züge sorgen zudem für eine moderne und saubere Optik. Eine Besonderheit des Focus Whistler: Die zwei kleinsten Rahmengrößen sind mit wendigeren 27,5-Zoll-Laufrädern ausgestattet, während größere Fahrerinnen und Fahrer auf größeren Rahmen von der Laufruhe der großen 29er Bereifung profitieren. Zudem bietet der Rahmen mehrere Gewinde für die Montage eines Flaschenhalters, eines Gepäckträgers, Ständers und von Schutzblechen. Das Mountainbike kann insofern einfach zu einem alltagstauglichen Bike umgebaut werden. Das Whistler 3.5 ist auch als EQP-Variante erhältlich. EQP steht für „equipped“ und bedeutet, dass das Modell für 649,00 € von Werk aus mit einem Nabendynamo, einer daran angeschlossenen, fest verbauten Beleuchtung sowie Schutzblechen und Seitenständer ausgestattet ist.

Komfort und Kontrolle: breiter Lenker und Shimano Bremsen

Bei genauerer Betrachtung des Focus Whistler fällt mir zunächst das Cockpit mit dem breiten Lenker auf. Der Lenker ist mit 720 Millimetern Breite für jegliche Schulterbreite angemessen und sollte für eine hohe Fahrstabilität sorgen. Die hydraulischen Shimano Scheibenbremsen, die über die Einheit aus Brems- und Schalthebel bedient werden, sorgen erfahrungsgemäß für zuverlässige Verzögerung. Das Cockpit wirkt dank der Shimano-Brems- und Schalthebel-Kombination zudem sehr aufgeräumt. Lenker, Vorbau, Griffe sowie Sattel stammen von der Eigenmarke Concept des deutschen Herstellers Derby Cycle und wirken hochwertig. 

Zuverlässig und robust: die Ausstattung im Überblick

Die Schaltelemente des Focus Whistler 3.5 stammen aus dem Hause Shimano. Das Schaltwerk bewegt die Kette hinten über insgesamt acht Ritzel, während der Umwerfer die drei Kettenblätter der Kurbel bedient. Somit stehen 24 Gänge mit einer ausreichenden Übersetzungsbandbreite zur Verfügung.

In der von mir getesteten Rahmengröße L – beziehungsweise 48 cm – rollt das Whistler 3.5 auf 29 Zoll Laufrädern mit Shimano-Naben. Optisch gefallen mir die Räder mit den schwarzen Speichen und Felgen. Bei der Reifenwahl setzt Focus auf die Impac Ridgepac, die mit 2,1 Zoll vorne und hinten relativ schmal ausfallen. Impac gehört zum bekannten Mutterkonzern Schwalbe, weshalb das Profil des Reifens an den beliebten XC- Reifen „Schwalbe Rapid Rob“ erinnert.

Testfahrt: auf Tour mit dem Focus Whistler 3.5

Mir fällt bei meiner ersten Testfahrt die gute Geometrie des Rahmens auf, die sich durch eine angenehme und dennoch sportliche Sitzposition auszeichnet. Der für ein Einsteiger-Hardtail breite Lenker gibt mir unmittelbar das Gefühl von Kontrolle, während ich die ersten Meter durch den Laden rolle. Vor dem Laden steige ich kurz ab, um die Sattelhöhe zu verstellen. Dank Schnellspanner funktioniert dies werkzeuglos. Anschließend geht es in Richtung Wald. Auf der Straße gefallen mir die Fahreigenschaften der großen 29er Laufräder mit wenig profilierten Reifen. Das Whistler lässt sich gut beschleunigen und dank der 24 Gänge auch zu höheren Geschwindigkeiten bringen. Die hydraulischen Scheibenbremsen machen einen guten Eindruck, denn sie überzeugen mit gut dosierbarer Bremskraft. An einem kurzen Steilstück schalte ich testweise in die kleineren Gänge. Anstiege lassen sich mit dem rund 15 Kilo leichten Whistler problemlos meistern. Während ich durch das kleine Waldstück fahre, nehme ich die ein oder andere Unebenheit mit. Dabei wird deutlich, dass das Whistler 3.5 eher in leichtes Gelände gehört, statt auf echte Mountainbike-Trails. Die Federgabel ist lediglich in der Federstärke verstellbar und bei härteren Schlägen gibt sie bei mir zu viel nach und federt zu schnell aus. Es liegt allerdings auf der Hand, dass man in dieser Preisklasse keine High-End-Federung erwarten kann. Insgesamt fühle ich mich auf dem Whistler sehr wohl, was für ein MTB der 500-Euro-Klasse keine Selbstverständlichkeit ist. 

Fazit zum Focus Whistler 3.5

Das Focus Whistler 3.5 ist ein gutes Einsteiger-Hardtail, das sich mit entsprechendem Zubehör wie Schutzblechen, Seitenständer und Gepäckträger auch im Alltag gut nutzen lässt. Die verbaute Shimano Schaltung und die Bremsanlage sind auf dem neusten Stand und sorgen für eine hohe Zuverlässigkeit. Wer auf der Suche nach einem soliden MTB für rund 550 Euro ist, kann bei dem Focus Whistler 3.5 bedenkenlos zugreifen.

Zum Focus Whistler 3.5 2020

Mögliche Alternativen: Exklusiv bei Lucky Bike gibt es die Marke „Axess“, die insbesondere in der Preisklasse um 500 € einige starke MTB-Modelle mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet. Hier geht es zu den Axess-Hardtails.

In diesem Preisbereich liegen zudem auch die Marlin-Modelle von Trek, die mit einer sportlicheren Rahmengeometrie auch ambitionierte MountainbikerInnen überzeugen können. Hier geht es zu den Trek-Marlin-Hardtails.

Veröffentlicht am 16. Juni 2020
Jan K.

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.