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Kaufberatung: Gravelbike

Von der Rennrad-Nische zum Bike-Trend-2020/2021: Dabei sind Gravelbikes auf den ersten Blick bloß Rennräder mit breiteren Stollenreifen. Es handelt sich dabei aber vielmehr um eine neue, vielseitige Fahrradkategorie. Der Name stammt vom englischen „gravel“, also Schotter auf Deutsch, was den Untergrund beschreibt, für den die Gravelbikes entwickelt wurden.

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Im Folgenden wollen wir uns Fragen widmen, die dich beim Kauf eines Gravelbikes beschäftigen könnten. Wie zum Beispiel: Was sind die Ausstattungsmerkmale, auf die ich beim Kauf eines Gravelbikes achten sollte und was wird mich mein neues Gravelbike kosten?

Dein Ratgeber für Gravelbikes: Einsatzbereich und Besonderheiten

Bevor es Gravelbikes gab, waren die sogenannten Cyclocrosser, die ersten Rennräder, die mit breiteren, profilierten Reifen ausgestattet wurden. Cyclocrosser sind jedoch ursprünglich für den Renneinsatz bei Cyclocross-, oder CX-Rennen gedacht. Man merkt dies beispielsweise an dem hohen und kurzen Rahmen, der sich besser eignet, um ihn bei den auf den Strecken vorhandenen Hindernissen einfacher „schultern“ zu können. Cyclocrosser besitzen deshalb – verständlicherweise – weniger Möglichkeiten, Gepäck zu transportieren und sind auch von den Fahreigenschaften eher agil und somit weniger für längere Strecken geeignet.

Ob die Fahrradkategorie Cyclocross erhalten bleibt, werden die nächsten Jahre zeigen. Derzeit macht es den Eindruck, dass Cyclocrosser in die Kategorie Gravelbike übergehen. Erste Hersteller wie beispielsweise Scott beschreiben ihre Cyclocrosser gleichzeitig auch als Gravelbikes. Die feinen Unterschiede erklären wir dir in unserem Video: Gravel vs. Cyclocross Vergleich | Welches Rad passt zu mir?

Einer der Gründe für die wachsende Anhängerschaft der Gravelbikes ist sicherlich ihre Vielseitigkeit, mit der sie eine große Zielgruppe ansprechen. Einerseits bieten Gravelbikes, genau wie Cyclocrosser, den spannenden Kompromiss zwischen Rennrad und Mountainbike und sprechen dadurch sportliche Bikerinnen und Biker an. Andererseits sind Gravelbikes aufgrund der moderat-sportlichen Sitzhaltung und der Möglichkeit abseits asphaltierter Straßen zu fahren auch für Rennrad-Neulinge interessant. Dank der umfangreichen Befestigungsmöglichkeiten für Taschen oder Gepäckträger kann das Gewicht, ähnlich eines klassischen Reiserads, optimal verteilt werden, wodurch ein Gravelbike auch für alltägliche Pendelfahrten interessant sein kann.

Grundsätzlich können auch Trekking- oder Mountainbikes für ähnliche Zwecke genutzt werden. Allerdings richten sich Gravelbikes im Vergleich zu anderen Fahrradkategorien eher an ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer. Der gebogene, Rennrad-ähnliche Lenker ermöglicht eine effiziente Sitzposition, während der Verzicht auf eine Federung das Gewicht gering hält.

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Gravelbike-Kaufberatung: Was kostet ein Gravelbike?

Gravelbikes müssen den Spagat aus geringem Gewicht und hoher Stabilität schaffen. Mit ein Grund warum Gravelbikes der Einstiegsklasse erst ab etwa 1.000,00 Euro zu haben sind. An diesen Einstiegsmodellen werden im Bereich der Schaltung und Bremsen teilweise Komponenten verwendet, die sich bereits im Rennrad-Bereich bewährt haben. Der Nachteil: Im Gelände kommen die an diesen Rädern verbauten mechanischen Scheibenbremsen und die ungedämpften Schaltwerke schneller an ihre Grenzen. Wenn du also vorhast dein Gravelbike auch abseits der Straße intensiv zu bewegen, solltest du dich nach einem Gravelbike der Mittelklasse – ab etwa 1.500,00 Euro – umschauen. An diesen Bikes  erhältst du bereits hydraulische Scheibenbremsen und  im Bereich der Schaltung gravel-spezifische Bauteile, die mehr Reserven für ruppige Fahrten bieten. Die Spitzenklasse der Gravelbikes beginnt ab etwa 2.500,00 Euro. Hier werden High-End-Komponenten verwendet, die für geringes Gewicht und bestmögliche Funktion sorgen. Zudem sind nicht nur die Gabeln, sondern auch die Rahmen häufig aus Carbon. Alternativ dazu gibt es auch Modelle mit hochwertigen Stahl- oder sogar Titanrahmen, die bessere Dämpfungseigenschaften als ein Rahmen aus Aluminium besitzen.

Dein neues Gravelbike: So triffst du die richtige Wahl

Du bist dir sicher, dass du ein Gravelbike suchst, weißt aber nicht welches Modell perfekt zu dir passt? Kein Problem! Wir gehen in den nächsten Abschnitten die Bauteile eines Gravelbike Schritt für Schritt durch und erklären dir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Modellen und Preisklassen.

Ratgeber zu Gabel & Rahmen: Geometrie & Material

Das wichtigste zuerst: Achte unbedingt auf die richtige Rahmengröße. Um diese herauszufinden solltest du unseren Rahmenrechner nutzen. Gerne helfen dir auch unsere Lucky Guides online oder in der Filiale vor Ort weiter. Grundsätzlich sollte dein neues Gravelbike zu deinen Anforderungen passen. Achte insbesondere auch darauf, ob die Anzahl an Befestigungsmöglichkeiten für Zubehör, wie Flaschenhalter oder Gepäckträger, für deine geplanten Einsatzzwecke ausreichen.

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Die Rahmen von Gravelbikes vereinen die Eigenschaften von Rennrädern und Mountainbikes. Durch die sogenannte Diamant-Form besitzen sie das bestmögliche Verhältnis aus Steifigkeit und Gewicht. Dadurch funktioniert schnelles Fahren auf befestigten Untergründen fast so gut wie mit einem Rennrad. Dennoch ist die Geometrie durch den flacheren Lenkwinkel und ein niedrigeres, und kürzeres Oberrohr deutlich komfortabler und geländetauglicher als man es von Rädern mit Rennradlenkern gewohnt ist. Weitere Informationen zum Thema findest du in unserem Blogbeitrag: Die moderne Mountainbike Rahmengeometrie.

Genau wie bei anderen Fahrrädern hängt das Material des Rahmens und der Gabel in erster Linie von der Preisklasse ab. Bemerkenswert ist, dass bereits in der Gravelbike-Einstiegsklasse Gabeln aus Carbon keine Seltenheit sind. Bei der Mittel- und Spitzenklasse der Gravelbikes ist der Werkstoff mit Kohlefasern dann fast schon Standard. Dabei sind die Rahmen aus Aluminium auch weiterhin wettbewerbsfähig, allerdings können sie natürlich in Bezug auf Gewicht und Komfort nicht mit Carbonrahmen mithalten.

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Beratung für Räder & Reifen: Reifenbreite und Laufradsatz

Bei der Mehrzahl der Gravelbikes wird auf die klassischen 28-Zoll-Räder zurückgegriffen. Wenige Ausnahmen rollen auf der eher MTB-typischen 27.5-Zoll-Bereifung. Die Breite der Reifen variiert dabei von 32 bis 50 Millimeter. Wenn du dein Gravelbike primär auf der Straße einsetzen möchtest, profitierst du von schnelleren, schmaleren Reifen. Bei regelmäßigem Fahren abseits befestigter Wege bieten sich eher breitere Reifen an. Bei vielen Modellen wurde zudem auf eine erhöhte Reifenfreiheit geachtet, sodass du problemlos im Nachhinein breitere Reifen montieren kannst. Beim Kauf solltest du auch darauf achten, ob der verbaute Laufradsatz zu deinen Anforderungen passt. Viele Felgen sind mittlerweile tubeless-ready, sodass du mit der entsprechenden Dichtmilch auf den klassischen Fahrradschlauch verzichten kannst. Besonders bei intensivem Einsatz solltest du zudem auf Naben mit Industrielagern oder hochwertigen Konus-Lagern von Herstellern wie Shimano achten.

Ratgeber Gravelbike-Schaltung: 1-fach oder 2-fach?

Bei Gravelbikes gibt es die Option, auf den althergebrachten Umwerfer zu verzichten und die notwendige Übersetzungsbandbreite allein durch die riesige Kassette und das Schaltwerk zu bekommen. Genau wie beim Mountainbike profitierst du auch beim Gravelbike von einer 1-Fach-Kettenschaltung, wenn du viel im Gelände unterwegs bist. Das Schalten wird vereinfacht und die Kette erzeugt bei Unebenheiten kaum noch Geräusche. Jedoch sind auch die Gravel-spezifischen-2-Fach-Systeme mittlerweile auf den Einsatz im Gelände optimiert. Shimano bietet mit seiner GRX-Schaltgruppen ebenfalls beide Optionen und hat sich so bei vielen Herstellern durchsetzen können. Hier kommst du zu unserem Blogbeitrag: Shimano GRX: Spezielle Schaltgruppe für Gravel-Bikes. SRAM bietet als Vorreiter des 1-Fach-Antriebs hauptsächlich die Apex- und Rival-Gruppen im Bereich Gravel an. Letztlich bleibt die Frage, ob 1-Fach- oder 2-Fach-Antrieb aber eine Frage der persönlichen Vorlieben.

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Kaufberatung Bremse: Hydraulisch oder mechanisch?

Als eine der neusten Fahrradkategorien besitzen Gravelbikes natürlich ausschließlich zeitgemäße Scheibenbremsen. Die Unterschiede zwischen den Preisklassen liegen jedoch im Detail. Bei vielen Gravelbikes der Einstiegsklasse wird noch auf mechanische Scheibenbremsen zurückgegriffen, welche im Vergleich zu Hydraulik-Bremsen etwas mehr Wartung und Pflege benötigen. Auch in Bezug auf die Dosierbarkeit und Bremskraft haben die hydraulischen Bremsen die Nase vorn. Wenn du dich möglichst wenig um deine Bremse kümmern willst und immer die bestmögliche Bremsleistung benötigst, solltest du auf eine hydraulische Scheibenbremse Wert legen.

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Ratgeber für Kontaktpunkte: Passen Lenker, Vorbau und Sattel?

Nach der Entscheidung für ein Gravelbike hast du die Möglichkeit das Rad noch ergonomisch einzustellen. Dabei ist die Position von Sattel und Lenker ein wichtiger Faktor. Falls du merkst, dass das Rad nicht optimal auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist, gibt es auch im Nachhinein noch die Möglichkeit, die Sitzposition auf dem Rad beispielsweise durch einen anderen Vorbau anzupassen. Durch den Rennrad-Lenker und die typische Einheit aus Schalt- und Bremshebeln gibt es beim Gravelbike, genau wie beim Rennrad, noch viele weitere Einstellmöglichkeiten für die optimale Ergonomie.

Solltest du weitere Fragen zu Gravelbikes haben, stöbere entweder in unserem Blog oder kontaktiere uns digital oder in einer unserer deutschlandweiten Filialen. Hier beraten dich unsere Experten gern und finden gemeinsam mit dir einfach das richtige Rad für dich.