Der Fahrrad Check im Frühjahr

Lucky Bike Blog - Testberichte - So testen wir

Endlich ist das graue Einerlei des Winters vorbei und das Frühjahr beginnt mit all seinen Reizen zu locken. Der Frühjahrsputz kann langsam beginnen und macht auch vor einer Inspektion des geliebten Fahrrads nicht Halt. In keiner anderen Jahreszeit greift der Deutsche so gern zum Putzlappen, um seine Wohnung auf Vordermann zu bringen.

Auch wir Radfahrer verspüren den Reiz, auf einem sauberen Rad wieder in die Pedale zu treten. Definitiv ist es aber vor der ersten Tour an der Zeit, seinem Fahrrad einen Frühjahrsputz zu gönnen und es einem detaillierten Fahrrad Check zu unterziehen. Egal, ob das Fahrrad im Keller „überwintert“ hat oder das Bike auch im Winter durchgehend gefahren wurde. So ein Fahrrad Check im Frühjahr ist mit ein wenig handwerklichem Geschick von jedem selbst zu bewerkstelligen. Eine Werkstatt muss dafür nicht unbedingt aufgesucht werden. Mit unseren Tipps kannst du den Frühjahrscheck an deinem Bike ganz einfach selbst durchführen und bist das Jahr über sicher unterwegs.


Tipps für den Fahrrad Check: Das brauchst du

Es braucht nicht viel, um einen adäquaten Fahrrad Check durchzuführen. Folgende Utensilien solltest du auf jeden Fall bereitlegen:

  • Putzlappen und Schwamm
  • Zahnbürste
  • Öl und Fett
  • 4er, 5er, 6er Inbusschlüssel und weiteres Werkzeug wie zum Beispiel Reifenheber
  • eine Luftpumpe
  • und gegebenenfalls noch Ersatzteile.

Als erstes solltest du dein Rad komplett reinigen. Und ja, der Hochdruckreiniger ist verlockend, aber definitiv nicht das richtige Hilfsmittel! Denn der hohe Druck entfernt nicht nur den Schmutz, sondern sorgt auch dafür, dass Wasser und Dreck in die Lager eindringen. Das wirkt sich negativ auf deren Lebensdauer aus. Es ist also Handarbeit gefragt. Mit warmem Wasser, Lappen, Schwamm und einer alten Zahnbürste bist du gut ausgerüstet. Und los geht’s! Trockne das Fahrrad im Anschluss gut ab. Nutze dafür am besten ein altes Handtuch, Papiertücher oder Stoffreste. Bei der Grundreinigung kannst du auch direkt ein Blick auf alle Fahrradteile werfen und so möglicherweise defekte Teile identifizieren.

Schraubverbindungen

Rostige Schrauben

Zu allererst solltest du alle Schraubverbindungen am Fahrrad überprüfen. Gerade durch Temperaturwechsel oder häufige Fahrten auf Kopfsteinpflaster lösen sich Schraubverbindungen gerne von selbst. Diese solltest du unbedingt wieder festziehen – dabei die vom Hersteller vorgesehenen Anzugsmomente beachten! Tausche verrostete Schrauben und Muttern aus. Das erleichtert die nächste Reparatur und verhindert böse Überraschungen während der Fahrt. Ein Plus an Sicherheit!

Laufräder

Sind die Reifen okay und laufen die Räder rund?

Prüfe Mantel, Luftdruck und Speichen. Als erstes sollten die Reifen aufgepumpt werden. Den maximal zulässigen Luftdruck erfährt man durch einem kurzen Blick auf die Seitenflanke des Reifens. Dort befindet sich eine Prägung mit der Druckangabe. Im Anschluss kannst du den Mantel überprüfen. Falls er rissig oder abgefahren ist oder grobe Schäden aufweist, muss ein neuer Mantel her. Als nächstes musst du klären, ob alle Speichen fest sitzen, das Laufrad ruhig dreht oder es eine „Acht“ hat. Um das zu prüfen, kann man die sogenannte Klangprobe anwenden. Hierzu hältst du die Rückseite der Finger an die Speichen und überprüfst den Klang, wenn das Rad sich dreht. Ist der Klang in etwa gleich, ist alles in Ordnung. Falls nicht, musst du die lockeren Speichen (diese klingen tiefer) nachziehen.

Fahrradbremsen

Sind die Bremsen korrekt eingestellt?

Dass die Bremsen eines Fahrrads funktionieren sollten, ist offensichtlich. Dabei ist die Bremskraft grundsätzlich von zwei Faktoren abhängig: den Bremszügen (Bowdenzug, benannt nach seinem Erfinder, dem Briten Ernest Monnington Bowden) und den Bremsbelägen. Die Bremszüge sollten geschmeidig laufen und leicht zu betätigen sein. Dies gilt sowohl für Scheiben- als auch für Felgenbremsen (Seitenzug-, Mittelzug-, Delta-Bremse).

Bei der Kontrolle der Bremsbeläge stellt sich die Frage, ob dein Fahrrad eine Felgen- oder Scheibenbremse hat. Eine Abnutzung findet in beiden Fällen statt.
Im Falle der Felgenbremsen sollten die Klötze bei leichtem Betätigen des Bremszuges gleichmäßig auf der Felge anliegen. Sind die Klötze noch in Ordnung, liegen aber nicht optimal auf der Felge, kann man über das Nachspannen des Bowdenzugs Abhilfe schaffen. In einigen Fällen empfiehlt sich eine Neuausrichtung der Beläge.

Scheibenbremsen sind in der Regel wartungsärmer. Hier sollte nur kontrolliert werden, wie weit die Bremsbeläge abgefahren sind. Unterschreitet der Belag 20 Prozent des Materials ist es Zeit für einen Wechsel. Um das zu prüfen, vergleiche idealerweise frische Bremsbeläge mit denen, die am Rad montiert sind. Von Zeit zu Zeit müssen auch die Bremsscheiben gewechselt werden. Dies wird nötig, wenn das Verschleißmaß erreicht ist. Dieser Wert liegt in der Regel bei 1,75 Millimetern – neue Bremsscheiben haben eine Dicke von 2 Millimetern.
Falls du dir nicht sicher bist, komm einfach in unserer Werkstatt vorbei.

Gangschaltung

Alle verfügbaren Gänge müssen leicht und problemlos schaltbar sein. Ist dies nicht der Fall, musst du die Bowdenzüge wechseln oder die Züge leicht einfetten. Eventuell musst du auch die Schaltung neu justieren. Falls die Ritzel und Kettenblätter zu stark verschlissen sind, ist hier ebenfalls ein Austausch nötig. Diese Arbeiten kannst du auch ohne schlechtes Gewissen dem Fachhändler überlassen, da einige Spezialwerkzeuge und nicht zuletzt Know-how gefragt sind.

Tretlager

Defektes Inennlager

Gerade in der dunklen und nassen Winterzeit hat das Tretlager viel auszuhalten. Ständig mit Schmutz, Wasser und Streusalz in Kontakt zu kommen, kann selbst hochwertige Lager auf Dauer schädigen. Wenn Feuchtigkeit und Schmutz in das Lager eindringen, führt dies zu Korrosion und im schlimmsten Fall zur Zerstörung des Innenlagers. Dies ist ein schleichender Prozess, der sehr langsam vonstattengehen kann.

Oft kündigt sich ein Problem während der Fahrt durch knackende Geräusche im Tretlagerbereich an. Zu diesem Zeitpunkt solltest du auf jeden Fall kontrollieren, ob das Tretlager Spiel hat und ggf. die Kurbelarme auf festen Sitz überprüfen. Ist das Lagerspiel zu groß, bleibt nur der Gang zur Werkstatt, wo das defekte Lager durch ein neues ausgetauscht wird. Manchmal reicht aber bereits das Fetten und anschließendes Nachjustieren des Lagers aus. Zudem müssen die Knackgeräusche nicht zwangsläufig ein kaputtes Innenlager bedeuten. Defekte Pedallager oder schlechtsitzende Kurbelarme rufen ähnliche Geräusche hervor. Du weißt also jetzt: Wenn es knackt, dann ist mit Sicherheit irgendwas kaputt.

Fahrradkette

Ritzelkassette reinigen

Oft erschwert die Kette den reibungslosen Start in den Frühling. Das kann an Matsch und Streusalz liegen oder aber am „Einrosten“ während des Winterschlafs. Wenn es also knirscht und quietscht, ist eine Behandlung mit Kettenöl unerlässlich. Das verhindert auch einen vorzeitigen Verschleiß. Zum Fetten drehst du die Pedale in einem großen Gang rückwärts und träufelst ein geeignetes Kettenöl langsam auf die Kette. Zum Verteilen schalte alle Gänge einmal durch und entferne zum Schluss überflüssiges Öl mit einem Lappen.

Wichtig: Auch die Kette muss vor dem Ölen gründlich gereinigt werden! Springt die Kette häufig ab, wechselt die Gänge unbeabsichtigt oder ist sie durchgerostet, muss sie vom Profi ausgetauscht werden.

Im Zuge des Kettenchecks solltest du auch das Tretlager auf Spiel und Leichtlauf prüfen. Bei zu großem Lagerspiel muss es (evtl. von unserer Werkstatt) nachgestellt oder erneuert werden.

Fahrradbeleuchtung

Alle Kontakte sollten überprüft werden

Es verwundert nicht, dass die richtige Fahrradbeleuchtung in Deutschland gesetzlich geregelt ist. Schließlich geht es hier um ein wesentliches Element der Sicherheit im Straßenverkehr. Die richtige Fahrradbeleuchtung umfasst aktive Elemente (batterie- oder dynamobetriebene Lichtanlagen) sowie passive Elemente (reflektieren fremdes Licht).

Die Fahrradbeleuchtung sollte also auf jeden Fall funktionieren. Sonst wird es für dich nicht nur teuer, sondern auch gefährlich. Falls die Lampen nicht funktionieren, musst du kontrollieren, ob es an einer defekten Birne, leeren Batterien, defekten Kabeln oder an korrodierten Kontakten liegt. Gegebenenfalls ist auch hier der Rat eines Fachmanns hilfreich. Die Reflektoren sollten heil und sauber sein und keine Risse aufweisen.

Federgabel

Tauchrohre reinigen

Wenn dein Fahrrad eine Federgabel besitzt, solltest du diese ebenfalls kurz auf korrekte Funktion überprüfen. Lehne dich dafür mit deinem ganzen Körpergewicht auf den Lenker. Federt die Gabel problemlos ein, und nach Entlastung auch wieder aus, ist alles OK. Schau nach, ob die Tauchrohre sauber, glatt und rostfrei sind. Gegebenenfalls musst du das Tauchrohr etwas fetten. Poröse Gummimanschetten sollten von dir getauscht werden. Wenn die Gabel funktionale Probleme hat und nicht mehr sauber federt, komm damit in einer unserer Werkstätten vorbei. Gerade bei günstigeren Gabeln bedeutet der Service leider meist einen finanziellen Totalschaden. Ein Austausch ist dann unumgänglich.

Mit diesen Tipps solltest du gut gerüstet sein, um dein Fahrrad fit für die neue Radsaison zu machen. Falls du doch einmal nicht weiter weißt oder Fragen hast, wende dich gerne an unsere Werkstattexperten.

Andreas

Andreas hat im Grundschulalter schon an seinem Fahrrad geschraubt, um den BMX Fahrern Konkurrenz zu machen. Ein paar Jahre später hat er das Rennrad seiner Schwester heimlich für die ersten Ausfahrten genutzt und seit ein paar Jahren fährt er quer durch Europa – mit oder ohne Gepäck, mit dem Rennrad, dem MTB oder dem Tourenbike. Und das Schrauben übernimmt er immer noch selbst, auch wenn er seit 2010 für Lucky Bike im Onlinemarketing Team ist. Hier findest du alle Beiträge von Andreas.

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