Langzeittest: Focus Cayo Disc 105

Focus Cayo Disc 105Mehr als ein Trainingsrad für’s ganze Jahr

+ steifer Rahmen
+ hydraulische Scheibenbremsen
+ robust und sportlich
– Ergonomie der Schalthebel

Gabriel aus Leipzig hat das Focus Cayo Disc 105 über einen längeren Zeitraum getestet und berichtet von seinen Erfahrungen.

Das Focus Cayo Disc 105 ist ein Rennrad mit Carbon-Rahmen, das mit einer Shimano 105er Schaltgruppe und hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet ist. Die Geometrie ist als moderat sportlich einzustufen, so dass sich das Rad vor allem als Trainingsrad und für längere Touren anbietet. Das Rad macht insgesamt einen zuverlässigen und robusten Eindruck. Ob das Focus diese Versprechen auch halten kann, konnte ich auf den etwas über 3.000 Kilometern, die ich inzwischen mit dem Rad zurückgelegt habe, in Erfahrung bringen.

Warum das Focus Cayo Disc 105?

Ich habe mich für das Focus Cayo Disc 105 entschieden, weil ich auf der Suche nach einem Rennrad war, das ich das ganze Jahr über als Commuter nutzen kann, um den täglichen Arbeitsweg mit der ein oder anderen Trainingseinheit zu verbinden. Gleichzeitig sollte es auch als Zweit- oder Trainingsrad in der kalten Jahreszeit dienen, daher setzten sich die Ansprüche vor allem aus „robust + pflegeleicht“ und „einigermaßen leicht + sportlich“ zusammen.

Unter diesen Voraussetzungen bietet das Focus Cayo Disc 105 hier ein passendes Gesamtpaket. Vor allem die hydraulischen Scheibenbremsen versprechen gut dosierbare und zuverlässige Bremsleistung auch bei schlechteren Witterungsbedingungen. Zudem steht die Shimano 105er Gruppe exemplarisch für solide Performance bei vertretbarem Gewicht. Auch der Rahmen des Focus Cayo Disc 105 macht einen für einen Carbon-Rahmen superstabilen Eindruck; die innen verlegten Züge und Hydraulikleitungen sorgen dabei für eine cleane Optik. Die Farbkombination aus schwarz und rot passt meiner Meinung nach gut zum Rennrad, die Lackierung ist zudem hochwertig ausgeführt.

Der Praxistest

In der Praxis schlägt sich das Focus Cayo Disc 105 dann auch ausgesprochen gut. Die Sitzposition ist eher auf der sportlich-moderaten Seite. Der durch die Scheibenbremsen längere Radstand führt zu einer hohen Laufruhe, ohne jedoch an Agilität zu verlieren. Der Carbon-Rahmen selbst ist steif, die aufgewendete Kraft wird ohne merkliche Verluste in Vortrieb umgewandelt. Vor allem im Sprint und im Wiegetritt ist dies durchaus spürbar. Am meisten überzeugt hat der Rahmen dann auch durch seinen stabilen Fahreindruck. Auf unebenen oder schlechten Straßen kommt die solide Bauweise des Rahmens zum Tragen, das Rad vermittelt durchweg Stabilität.

Ebenso stabil zeigten sich die Laufräder (DT Swiss Felgen mit Concept-Naben von Focus), die zwar nicht die leichtesten sind, aber dafür steif und belastbar. Bisher musste nur das hintere Laufrad nach ca. 3.000 Kilometern einmal nachzentriert werden, was aber angesichts der vielen schlechten Wege, über die ich das Focus gejagt habe, nicht verwundert.

Besonders gut gefällt mir das R.A.T.-Steckachsensystem. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Steckachsen und Schnellspannern. Die Laufräder lassen sich schnell und unkompliziert aus- bzw. einbauen und die Steckachse selber sorgt für hohe Steifigkeit, was vor allem bei Scheibenbremsen entscheidend ist.

Die Bremsen

Die hydraulischen Scheibenbremsen selbst halten auch, was sie versprechen. Die Dosierbarkeit und die Bremskraft sind ein echter Vorteil – vor allem bei Nässe ist die Verzögerung verlässlich und gut vorhersehbar. Für mich aber entscheidender ist der geringere Verschleiß. Das schönste dabei ist, dass bei Nässe der Schmutzfilm auf den Felgen ausbleibt, der bei Felgenbremsen immer am hartnäckigsten ist und zu erhöhtem Verschleiß führt.

Die Schaltgruppe

Zur 11-fach Shimano 105 Schaltgruppe gibt es an dieser Stelle eigentlich nicht viel zu sagen, sie schaltet unauffällig und präzise, die Gangwechsel gehen dabei eher geschmeidig als knackig über die Bühne. Die gewählte Übersetzung ist eine 11-28er Kassette mit einer Semi-Kompakt-Kurbel (52-36), was für meine Zwecke eine angenehm zu fahrende Lösung darstellt, da ich das Rad nicht für die Berge nutze, sondern vornehmlich auf flachen, schnellen Strecken. Einziger Kritikpunkt sind die Shimano 105 Schalthebel, welche nicht ganz an die überragende Ergonomie der Ultegra/Dura Ace herankommen. Auch ist das Feedback beim Schaltvorgang nicht ganz so direkt wie bei den Top-Gruppen. Und ganz ehrlich: Einen Schönheitspreis gewinnen die STIs nicht – aber das ist auch nicht ihr Anspruch.

Die Anbauteile

Die übrigen Anbauteile wie Lenker, Vorbau, Sattel und Sattelstütze sind alle gut gewählt und passen optisch gut zum Rahmendesign des Focus Cayo Disc 105. Vor allem der Lenker in Compact-Ausführung lädt auch zu längeren Passagen am Unterlenker ein. Der Sattel ist bequem, mit etwas Polster, mir hat er auf Anhieb gepasst. Einzig beim Lenkerband hätte ich eine andere Ausführung bevorzugt als das standardmäßig verbaute, aber das ist am Ende Geschmackssache. Besonders erfreulich ist auch, dass von Werk aus Schwalbe One Bereifung in 25 Millimeter Breite montiert sind – ein Reifen, den ich in diesen Dimensionen als leicht, schnell und komfortabel zu schätzen gelernt habe.

Insgesamt landet das Focus Cayo Disc 105 mit dieser Ausstattung bei einem Gesamtgewicht von 8,6 Kilo (ohne Pedale, Rahmenhöhe 54), was für ein Rad mit 105er und Scheibenbremsen absolut in Ordnung ist.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Focus Cayo Disc 105 durch seinen steifen Rahmen, der robusten und leichten Shimano 105 Gruppe und den hydraulischen Scheibenbremsen vor allem diejenigen Fahrer anspricht, die ein zuverlässiges Trainingsrad für das ganze Jahr suchen. Dass es dabei so sportlich und schnell ist, dass man auch längere Touren und das ein oder andere Rennen damit bestreiten kann, ist ein angenehmer Bonus. Mich hat es auf den bisherigen Kilometern vollends überzeugt, vor allem die Scheibenbremsen sind ein echter Gewinn. Die Ansprüche, die ich an das Rad gestellt habe, wurden demnach mehr als erfüllt.

Hier geht’s zum Focus Cayo Disc 105 im Lucky Bike Onlineshop.

Tester: Gabriel, Lucky Bike Leipzig