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Kaufberatung: E-MTB Fully

Bei E-Mountainbikes wird genau wie bei MTBs ohne Motorunterstützung zwischen Hardtail und Fully unterschieden. Während Hardtails durch die einfachere Rahmenkonstruktion günstiger und wartungsärmer sind, bieten Fullys besonders viel Komfort und Fahrspaß im Gelände. E-Mountainbikes mit vollgefedertem Rahmen werden als E-MTB-Fully oder auch E-Fully bezeichnet.

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Die neuste Generation der E-Fullys besitzt integrierte Akkus mit beispielsweise 625 Wattstunden und kompaktere Motoren wie etwa den Bosch Performance CX Gen4. So bringen die neuen E-MTB-Fullys genug Reserven für lange Touren, steile Anstiege und Abfahrten mit.

Wofür eignet sich ein E-MTB-Fully, was sind die Besonderheiten, auf welche Ausstattungsmerkmale sollte ich beim Kauf achten und was wird mich mein neues E-Bike kosten?

Im Folgenden haben wir die relevanten Fragen und Fakten rund um den Kauf eines E-MTB-Fully für dich zusammengefasst.

Dein Ratgeber für E-MTB-Fullys: Einsatzbereich und Besonderheiten

Die ersten vollgefederten E-MTBs gab es bereits vor etwa zehn Jahren. Damals waren die E-Bikes aufgrund ihres hohen Gewichts von weit über 25 Kilogramm und den wenig integrierten Antrieben kaum für Fahrten in wirklich ruppigem Gelände geeignet. 2016 sorgte die Marke Focus mit den innovativen Bold- und Jam-Squared-Modellen für Aufsehen. Die E-Mountainbikes mit kräftigem Shimano Steps E8000 Antrieb und einem vollständig integrierten Akku machte deutlich, wie die nächste Generation E-MTBs auszusehen hat.

Mittlerweile setzen alle etablierten Hersteller bei E-Fullys auf integrierte Akkus und schlankere Motoren. Je nach Modell und Federweg eignen sich die E-MTB-Fullys daher sowohl für komfortable Touren als auch für echte Trails. Der potenzielle Einsatzbereich eines E-MTB-Fullys entspricht heutzutage also dem eines klassischen Fullys. Eine Besonderheit der E-Fullys sind allerdings die alltagstauglichen Varianten mit Gepäckträger, Schutzblechen, Seitenständer und Beleuchtung, die auch als Allroad-Modelle bezeichnet werden. Wie beim klassischen Mountainbike gibt es bei der Frage nach Hardtail oder Fully keine klare Antwort – es gibt aber Empfehlungen. Da E-MTB-Fullys teurer sind als E-MTB-Hardtails, solltest du dir als erstes überlegen, ob für deinen geplanten Einsatzzweck ein E-MTB-Fully notwendig ist. Denn wenn du hauptsächlich auf befestigten Untergründen unterwegs bist, kommt vielleicht auch ein im Vergleich günstigeres E-MTB-Hardtail in Frage.

E-MTB-Fully Kaufberatung: Wie viel kostet dein neues Bike?

Die Einstiegsklasse der E-Fullys beginnt bei etwa 3.000,00 Euro. Für diesen Preis bekommst du bereits die leistungsstärksten Motoren – allerdings bei einigen Modellen, wie dem Cube Stereo Hybrid 120 nur in Kombination mit 500- statt 625-Wattstunden-Akkus. In der Mittelklasse ab etwa 4.000,00 Euro gibt es dann Modelle mit umfangreicheren Displays wie etwa dem Bosch Kiox oder 140 Millimeter Federweg für extremeres Gelände. Die High-End-Ausstattung ist bei vielen Marken ab etwa 5.000,00 zu finden. In dieser Preisklasse sind viele Rahmen bereits aus Carbon gefertigt und mit absoluten Top-Komponenten ausgestattet.

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Dein neues E-MTB-Fully: So triffst du die richtige Wahl

Um das richtige Modell für dich zu finden, solltest du deine Anforderungen und die geplante Nutzung mit den Eigenschaften der Modelle vergleichen. Worauf es dabei insbesondere ankommt, erklären wir dir in den folgenden Abschnitten. E-MTB-Fullys gehören zu einer der komplexesten Kategorien von Fahrrädern. Aus diesem Grund gehen wir im Detail auf die Unterschiede der verschiedenen Preisklassen ein, da diese oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind.

Beratung für das E-Bike-System: Die Einheit aus Akku, Motor und Display

Die großen E-MTB-Hersteller Cube, Focus, Haibike, KTM, Scott oder Trek setzen beim Antrieb auf etablierte Marken wie Bosch, Shimano oder Yamaha. Der Marktführer Bosch bietet mit dem kräftigen Performance CX mit 85 Newtonmeter maximalem Drehmoment und dem integrierten Powertube Akku mit bis zu 625 Wattstunden eine optimale Basis für ein modernes E-Fully. Bei Shimano ist der neue Steps EP8 mit seinen ebenfalls 85 Nm leistungstechnisch gleichauf und auch der 630 Wh starke Intube-Akku macht Bosch Konkurrenz. Fast konkurrenzlos ist Bosch eBike Systems jedoch, wenn es um die Auswahl der Bordcomputer beziehungsweise Displays geht. Die Auswahl reicht bei Bosch von dem einfachen Purion über das praktische Intuvia und das kompakte Kiox mit Farbdisplay bis hin zum Nyon Gen 2 mit Touchscreen. Wenn du mehr über die Displays von Bosch eBike System wissen willst, dann empfehlen wir dir unseren Blogbeitrag: Bosch E-Bike Displays 2021

Rahmen-Ratgeber: Integration, Material und Geometrie

E-MTB-Fullys sind geländetauglich wie nie zuvor. Die kleineren Motoren sorgen für einen schlanken Rahmen und die integrierten Akkus ermöglichen einen tiefen Schwerpunkt. Dadurch konnten die Fahreigenschaften enorm verbessert werden, sodass die E-MTBs den Mountainbikes ohne Motorunterstützung nicht nur optisch nah kommen, sondern nahezu ähnlich bewegt werden können. Damit der Akku auch abseits des E-Bikes geladen und gelagert werden kann, kommen Abdeckungen mit Schnellverschluss oder clevere Lösungen wie das RIB-System von Trek zum Einsatz, wodurch der Akku besonders schnell und einfach aus- und eingebaut werden kann.

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Durch die Integration der E-Bike-Komponenten muss der Rahmen hohen Anforderungen gerecht werden. Die Hersteller setzen daher auf Rahmen aus hochwertigem Aluminium oder Carbon, die an den entscheidenden Stellen verstärkt werden. Aufgrund der besseren Formbarkeit und des geringeren Gewichts, setzt beispielsweise Cube bei seinen E-Fully-Modellen Stereo 140 Hybrid HPC und Stereo 160 Hybrid HPC ausschließlich auf Hauptrahmen aus Carbon. Damit dein neues E-Bike zu dir passt, solltest du neben der richtigen Rahmengröße auch darauf achten, dass die Geometrie des E-MTB, also zum Beispiel die Sitzposition, zu dir passt. Je nach Modell und Größe sitzt du entweder sportlich (in die Länge gezogen, also flacher) oder eher komfortabel (aufrechter).

Zur Anpassung der Sitzposition können aber auch Vorbau oder Lenker verändert werden. Wenn du dich mehr mit diesem Thema beschäftigen möchtest, empfehlen wir dir unseren Blogbeitrag zur modernen Mountainbike-Geometrie

Beratung für Räder und Reifen: 27,5- oder 29-Zoll?

Genau wie bei allen Mountainbikes werden auch bei den E-Fullys nur noch in absoluten Ausnahmefällen 26-Zoll-Räder verbaut. Räder mit einem größeren Durchmesser bieten einige Vorteile wie etwa bessere Überrolleigenschaften und eine höhere Fahrstabilität. Daher rollen mittlerweile die meisten Mountainbikes auf 29-Zoll-Laufrädern, denn die größeren Räder haben genau die Eigenschaften, die zu deren Einsatzbereich passen. Der Nachteil der schlechteren Beschleunigung und höheren Masse wird bei E-Mountainbikes durch den Motor ausgeglichen. Wer ein besonders verspieltes E-MTB-Fully sucht, findet aber auch weiterhin Modelle, wie das Cube Stereo Hybrid 160, das in allen Rahmengrößeren auf 27,5-Zoll-Rädern steht. E-Mountainbikes in den Rahmgrößen XS und S sind ebenfalls häufig mit 27,5-Zoll-Rädern ausgestattet, sodass die Fahreigenschaften auf kleinere Personen optimiert sind.

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Damit die Räder der E-Fullys im Gelände den zusätzlichen Belastungen standhalten, kommen besonders breite Felgen zum Einsatz. Dadurch bekommen die ohnehin schon breiten Reifen ein zusätzliches Volumen für größtmöglichen Komfort und Grip. Zudem sind viele der Felgen bereits Tubeless-Ready, sodass du sie mit Dichtmilch anstelle eines Schlauchs fahren kannst. Mehr über die verschiedenen Reifenarten erfährst du in unserem Blogbeitrag. Alles zum Fahrradreifen: Welche Unterschiede gibt es beim Drahtreifen, Schlauchreifen & Tubeless-Reifen?

Die richtige Wahl des Fahrwerks: Wieviel Federweg brauche ich?

Etablierte Marken verbauen bei E-Fullys größtenteils Federgabeln und Dämpfer mit einer Luftfeder, die sich individuell an deine Vorlieben oder deinen Fahrstil anpassen lassen. Zudem bieten Marken wie Rock Shox und Fox besonders solide, speziell auf E-MTBs abgestimmte Fahrwerkskomponenten. Je nach Preisklasse und Federweg steigt die Qualität der Dämpfung und die Einstellbarkeit der Federelemente. Die E-Fullys werden genau wie die klassischen Fullys anhand ihres Federwegs unterteilt. Die Modelle für Touren und leichte Trails besitzen etwa 100 bis 120 Millimeter Federweg. Wenn du anspruchsvollere Trails mit Wurzeln oder kleinen Sprüngen fahren willst, solltest du dich nach einem Mittelklasse E-Fully mit etwa 140 Millimeter umschauen. Für kompromisslosen Fahrspaß bergab eignen sich die E-MTB-Fullys mit Federgabeln ab 150 Millimeter Federweg.

Ratgeber Schaltung: 8-, 10- 11- oder 12-Gang-Schaltung?

E-MTB-Fullys profitieren genau wie die „normalen“ Mountainbikes vom Trend zur 1-fach-Schaltung. Dabei wird die Schaltung nur über die Kassette und das Schaltwerk hinten realisiert, während sich an der Kurbel nur ein einzelnes Kettenblatt befindet. Die Schaltwerke besitzen zusätzlich eine Dämpfung (Shadow Plus bei Shimano und Type 3.1 bei SRAM), welche dafür sorgt, dass die Kette im Gelände nicht mehr abspringen kann. Zusätzlich werden die Schaltvorgänge nur noch über einen einzelnen Schalthebel gesteuert, was die Bedienung ebenfalls vereinfacht. Die aktuellen 1-fach-Kettenschaltungen gibt es mit zehn bis zwölf Gängen. Die Anzahl der Gänge ist dabei weniger entscheidend als die Bandbreite, also der Unterschied zwischen dem kleinsten und dem größtmöglichen Gang. Hier erfährt du mehr über die Schaltgruppen von Shimano und SRAM.

Kaufberatung Bremsen: 2- oder 4-Kolben-Bremsanlage?

Die erhöhte Masse und Geschwindigkeit, die ein E-Mountainbike besitzt, braucht logischerweise eine entsprechende Bremskraft. Daher haben sich Hersteller wie z. B. Shimano in den letzten Jahren mit der Entwicklung von stärkeren und dennoch preiswerten Bremsen beschäftigt. So besitzen auch die E-Fullys im Einstiegsbereich mittlerweile vier statt zwei Kolben pro Bremssattel. Zwar sind die Bremsen mit zwei Kolben in Kombination mit einer 200 Millimeter Bremsscheibe in den meisten Fällen ausreichend, aber die 4-Kolben-Bremsanlagen bieten noch etwas mehr Reserven, wenn es darauf ankommt.

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Ratgeber für Kontaktpunkte und Ergonomie: Passen Lenker, Vorbau und Sattel?

Damit dein neues E-MTB perfekt zu dir passt, solltest du neben der richtigen Rahmengröße auch auf die Berührungspunkte Sattel und Lenker achten. Viele Hersteller bieten allerdings von Werk aus bereits einen guten Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit. Im Sitzbereich werden die auf Knopfdruck absenkbaren Variostützen seit Jahren als Innovation gefeiert, weshalb sie bei vielen E-Fullys mittlerweile zum Standard gehören. Ein weiterer wichtiger Punkt sind bei einem Mountainbike die Pedale. Gegebenenfalls solltest du diese bei einem häufigen Einsatz im Gelände gegen standfestere Pedale, wie zum Beispiel Flatpedals, austauschen.

Solltest du weitere Fragen zu E-MTB-Fullys haben, stöbere entweder in unserem Blog oder kontaktiere uns digital oder in einer unserer deutschlandweiten Filialen. Hier beraten dich unsere Experten gern und finden gemeinsam mit dir einfach das richtige Rad für dich.