Licht an – darauf musst du bei der Beleuchtung am Fahrrad achten
Vorschriften und Gesetzte rund um das Thema Licht am Fahrrad erklären wir dir weiter unten: Die wichtigsten Vorschriften rund um das Thema Licht am Fahrrad
Welche Fahrradbeleuchtung ist gesetzlich vorgeschrieben?
Bevor wir über Technik und Helligkeit sprechen, schauen wir uns die wichtigste Frage der meisten Radfahrer an: Was muss laut StVZO eigentlich zwingend am Fahrrad montiert sein?
Der zentrale Paragraph ist § 67 StVZO. Die aktuelle Version erlaubt sowohl fest verbaute als auch abnehmbare Beleuchtung. Entscheidend ist: Bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht müssen Scheinwerfer und Rücklicht angebracht und funktionstüchtig sein. Bei guter Sicht müssen diese nicht mitgeführt werden.
Pflicht für die Teilnahme am Straßenverkehr in der Dunkelheit sind:
- Ein weißer Scheinwerfer vorne. Blinkende Frontleuchten sind nicht erlaubt, und das Licht darf andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden.
- Ein rotes Rücklicht hinten
- Weiße Rückstrahler vorne & rote Reflektoren hinten (dürfen im Licht integriert sein)
- Gelbe Rückstrahler an den Pedalen
- Seitliche Speichenreflektoren oder reflektierende Streifen an den Reifen
- Auch tagsüber: Eine helltönende Klingel
Auch wenn die StVZO einige Reflektoren verlangt, wird in der Praxis meist nur auf funktionierende Front- und Rücklichter geachtet. Fehlt mal ein kleiner Reflektor, führt das nicht automatisch zu Ärger – vorgeschrieben ist er trotzdem.
Tipp für mehr Sichtbarkeit: Blinkende Rücklichter sind – überall außer am Fahrrad selbst – an Helmen, Trikots oder Taschen erlaubt. Am Fahrrad selbst sind Rücklichter mit Bremslicht-Funktion eine gute Möglichkeit die Sichtbarkeit zu erhöhen.
Wie hell muss ein Fahrradlicht sein? Lux und Lumen verständlich erklärt
Viele Radfahrer sind unsicher, wie hell ihre Lampe wirklich sein sollte – und ob Lux oder Lumen der bessere Messwert ist.
Lux misst die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche. Die StVZO fordert mindestens 10 Lux in 10 Metern Entfernung, moderne Lampen liegen deutlich darüber.
Lumen beschreibt den gesamten Lichtstrom, den eine Lampe erzeugt, unabhängig davon, wie gut er verteilt ist.
Für das reale Fahren ist Lux meist aussagekräftiger. Noch wichtiger als beide Werte ist jedoch das Lichtbild: Wie breit ist der Kegel? Ist das Nahfeld hell genug? Wird die Straße gleichmäßig ausgeleuchtet?
Wie stelle ich mein Fahrradlicht richtig ein?
Die richtige Einstellung macht oft mehr Unterschied als die reine Helligkeit. Eine falsch ausgerichtete Lampe blendet andere und bringt dir selbst kaum Sichtgewinn.
So stellst du dein Licht in drei einfachen Schritten korrekt ein:
- Stell dein Fahrrad 5 Meter vor eine Wand.
- Miss die Höhe des Scheinwerfers und markiere diese auf der Wand.
- Richte das Zentrum des Lichtkegels auf etwa die Hälfte der markierten Höhe.
Grundsätzlich geht es darum, dass der Lichtkegel nicht höher scheint als der Scheinwerfer selbst. So kann er ein gleichmäßigeres Lichtbild erzeugen und die Blendung vermeiden.
Welche Beleuchtung passt zu meinem Einsatzbereich?
Damit du nicht zu viel oder zu wenig kaufst, findest du hier die gängigen Einsatzbereiche – vom Stadtverkehr bis zur Fahrt über dunkle Waldwege.
Grundregel: Je dunkler die Umgebung und je schneller du fährst, desto mehr Lux und ein desto besseres Lichtbild brauchst du.
Für beleuchtete Wege reichen meist 30–50 Lux. Auf unbeleuchteten Strecken brauchst du 60–80 Lux. Für hohe Geschwindigkeiten oder sportliches Terrain sind 100 Lux und mehr sinnvoll. Für (E-)Mountainbiker sind zusätzliche Lichter am Helm hilfreich um den Trail auszuleuchten.
Dynamo oder Akku – was ist besser?
Etablierter Standard: Nabendynamos als zuverlässige Stromquelle
Die meisten City-, Trekking- und All-Terrain-Bikes sind heute mit einer fest verbauten Lichtanlage ausgestattet, die über einen Nabendynamo betrieben wird. Die früher weit verbreiteten Seitenläuferdynamos gelten mittlerweile als überholt. Moderne Nabendynamos sind direkt in die Vorderradnabe integriert, laufen sehr leichtgängig und gelten als äußerst zuverlässig.
Zwar sind leichte Reibungsverluste technisch messbar, in der Praxis aber kaum spürbar. Dadurch gehören hochwertige Lichtanlagen bei Tourenrädern längst zur Standardausstattung und bieten eine wartungsarme, dauerhafte Lichtversorgung – ganz ohne Akku-Laden.
Batterie- und Akkubeleuchtung: Flexible Lösungen für sportliche Räder
An sportlichen Fahrrädern wie Mountainbikes, Rennrädern oder Gravelbikes kommen häufig abnehmbare Akku- oder Batterielampen zum Einsatz. Hier zählt das möglichst geringe Gewicht, und Beleuchtung wird meist nur dann benötigt, wenn tatsächlich im Dunkeln gefahren wird.
Viele moderne Lampen verfügen über leistungsstarke Lithium-Ionen-Akkus, die über USB geladen werden können. Seit 2017 besteht tagsüber keine Pflicht mehr, Beleuchtung mitzuführen. Für längere Touren empfiehlt es sich dennoch, um nicht plötzlich ohne Licht dazustehen.
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BELEUCHTUNG UPGRADEN
Die fest verbaute Lichtanlage ist nicht hell genug?
Beim Austausch der vorhandenen Lichtanlage ist zu beachten ob es sich um einen Dynamo oder einen E-Bike Akku als Stromquelle handelt. Besonders E-Bike Fahrerinnen und Fahrer können von einem Austausch der verbauten Lampen profitieren, da die Stromquelle bei E-Bikes auch im Stand dauerhaft leistungsfähig ist.
Hinweis: Bei der Umrüstung kann man – etwa bei E-Bikes mit Bosch-Antrieb – eine höhere Spannung (12 statt 6 Volt) nutzen. Hier bedarf es dann spezieller E-Bike-Beleuchtung.
Einige Cube Hybrid E-Bikes ab Modelljahr 2024 besitzen die neue X-Connect-Schnittstelle. Damit lassen sich passende Scheinwerfer wie das ACID Pro-E X-Connect (200 Lux, Fernlicht) sehr einfach nachrüsten.
Fazit
Moderne Fahrradbeleuchtung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Helle LEDs, starke Akkus, gute Optiken und sinnvolle Extras wie Stand- oder Tagfahrlicht machen das Fahren in der Dunkelheit deutlich sicherer und angenehmer. Ob Dynamo, Akku oder E-Bike-Licht – wichtig ist eine gute Ausleuchtung und die passende Helligkeit für deinen Einsatzzweck.