Arbeiten bei Lucky Bike: In der Werkstatt
Werkstattleiter Oli aus Münster erzählt, wie er vom Messebau zu Lucky Bike kam – und warum er seinen Job heute nicht mehr eintauschen würde. Ein Gespräch über Technik, Teamgeist und den ganz normalen Werkstattalltag.
Oli, was hast du eigentlich gemacht, bevor du bei Lucky Bike gelandet bist?
Ich bin gelernter Kfz-Mechatroniker. Nach der Ausbildung war ich dann aber erstmal im Messebau unterwegs. Das war schon cool – du wirst bezahlt, um durch die Welt zu reisen. Klar, es war stressig, aber in den freien Tagen konnte ich Städte erkunden und ganz Europa sehen. Zwei, drei Jahre lang geht das gut, wenn man jung ist. Aber irgendwann war klar: Ich brauch was mit mehr Struktur.
Und dann kam Lucky Bike?
Mehr oder weniger. Ein Kollege hat mich gefragt, ob ich mir das hier mal anschauen will. Ich war offen, hab’s probiert – und es hat direkt gepasst. Es war kein Plan von langer Hand, eher so ein „mal gucken“. Und jetzt bin ich Werkstattleiter.
Was muss man können, um bei Lucky Bike in der Werkstatt anzufangen?
Du musst kein Fahrradprofi sein. Was zählt, ist: Du willst lernen, du bist neugierig und du kannst im Team arbeiten. Kommunikation ist wichtig, und Lust auf Technik natürlich auch. Alles andere lernst du hier. Es gibt viele Fort- und Weiterbildungen. Hier wächst du automatisch rein – auch, wenn du aus einer ganz anderen Branche kommst.
Wie sieht dein Job als Werkstattleiter konkret aus?
Ich bin zum einen für die Annahme zuständig: Termine machen, Kundengespräche führen, Räder entgegennehmen. Dann organisiere ich die Abläufe in der Werkstatt – wer macht was, was fehlt, was muss bestellt werden. Intern bin ich auch Ansprechpartner fürs Team. Wenn’s irgendwo hakt, bin ich da. Und ich halte Kontakt zu Herstellern und Zulieferern.
Mit welchem Hersteller arbeitest du besonders gerne zusammen?
Bosch eBike Systems spielt hier unter anderem in der obersten Liga für mich. Da merkt man einfach die Erfahrung aus der Automobilbranche. Support, Garantie, Kommunikation – läuft alles richtig gut.
Was hat sich in letzter Zeit bei euch in der Werkstatt besonders verändert?
Ganz klar: unser neues Werkstatt-System 2.0. Wir haben die Arbeitsplätze komplett umgebaut – mit dem Ziel, dass alle Werkbänke in jeder Filiale nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind. Das hat einen echten Unterschied gemacht. Jetzt wissen alle sofort, wo welches Werkzeug liegt, egal in welcher Filiale man arbeitet. Die Stimmung im Team ist dadurch auch besser geworden, weil weniger gesucht und mehr geschafft wird.
Was ist der häufigste Fehler, den du bei Rädern siehst?
Pflege. Ketten und Antriebe rosten besonders im Winter schnell, wenn sie nicht geölt werden. Viele unterschätzen auch den Verschleiß beim E-Bike-Antrieb. Wenn man da nicht rechtzeitig handelt, wird’s teuer.
Was ist der häufigste Serviceauftrag?
Schlauchwechsel und Bremsen einstellen. Und natürlich der Klassiker: Inspektion.
Was machst du, wenn’s mal richtig stressig wird?
Ruhig bleiben. Ich bin ziemlich entspannt – irgendwann ist jeder Tag vorbei.
Was ist dein Lieblingswerkzeug?
Also was ich bei fast jeder Annahme in der Hand habe ist eine Kettenmesslehre – damit sieht man sofort, wie stark die Kette abgenutzt ist. Hier kann man viel Geld sparen, wenn man die immer rechtzeitig tauscht.
Was ist deine Lieblingsreparatur-Geschichte?
Ein älterer Herr kam mit einem defekten Akkuschloss. Ersatz gab’s nicht mehr, und ein neues Rad war finanziell für ihn nicht drin. Wir haben dann wirklich alles versucht – am Ende konnten wir das Problem lösen. Als er das Rad abgeholt hat, war er überglücklich. Das sind so Momente, die bleiben hängen.
Was fährst du privat für Bikes?
Ich bin ein Bosch-Fan – das merkt man vermutlich. Ich fahr ein Cube Stereo Hybrid 160 für Spaß und Gelände, und im Alltag ein 2025er Cube Kathmandu Hybrid. Davor hatte ich ein Kreidler und ein E-Mountainbike von Axess. Mein Arbeitsweg war früher 60 Kilometer – da kommt einiges zusammen. Eins von den Rädern hatte nach zwei Jahren 40.000 Kilometer drauf.
Dein schönster Moment auf dem Rad?
Mit den Kollegen im Bikepark. Letzte Abfahrt, dann zusammen ein Bier – das sind die besten Tage.
Was hast du immer dabei?
Ein Multitool – am besten mit Kettennieter, ein passendes Kettenschloss und ein Flickenset. Damit kommst du unterwegs fast immer klar.
Was machst du, wenn du nicht gerade an Bikes schraubst oder fährst?
Ich steh auf alles mit zwei Rädern – auch Motorräder. Und ich fahre virtuell Rennen. Im Sim-Racer, z. B. Asetto Corsa. Da kann ich abschalten.
Wenn du ein Werkzeug wärst, welches wärst du?
(lacht) Irgendwas Vielseitiges. Vielleicht ein Multitool – robust, praktisch und vielseitig einsetzbar.
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Fazit
Oli steht für einen Weg, den viele bei Lucky Bike gegangen sind: nicht unbedingt gradlinig, aber immer mit Neugier, Lernbereitschaft und Teamgeist. In der Werkstatt geht’s nicht nur ums Schrauben, sondern ums Miteinander, ums Mitdenken – und darum, Lösungen zu finden, wo auf den ersten Blick keine sind.