Tests
Die 2022er E-MTB-Einstiegsmodelle von Cube im Vergleich

Test: Cube Reaction Hybrid Performance 500 Allroad und Cube Reaction Hybrid ONE 625

Die Marke „Cube“ und das Modell „Reaction“ gehören zusammen wie Salz und Pfeffer. Unter dem Namen „Cube Reaction“ verkauft der Hersteller aus Waldershof seit über 20 Jahren erfolgreich (E-) Mountainbikes. Bereits 2014 stellte Cube die ersten E-MTBs mit Antrieb von Bosch eBike Systems vor. Seitdem hat sich natürlich einiges getan. Im Modelljahr 2022 ist die Auswahl an „Hybrid“-Modellen so groß wie noch nie. Deshalb habe ich habe mir zwei der 2022er Modelle des Cube Reaction Hybrid herausgesucht und werde diese miteinander vergleichen, um herauszufinden was sie können – und was nicht so gut können.

Das
ist
gut
  • wahlweise mit „Bosch Performance Line“ und „Performance Line CX“-Motor
  • robuste Aluminiumrahmen mit integrierten „Bosch Powertube“-Akkus
  • alle Modelle mit alltagstauglicher „Allroad“-Ausstattung kompatibel
  • große Auswahl an Ausstattungen, Farben und Rahmenformen
  • ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nicht
so
gut
  • Plastikabdeckung des Akkus nicht so hochwertig
  • nur Schnellspanner (steifere Steckachsen erst ab Race & EXC-Modellen)

Unser Lucky Guide Jan aus Dortmund hat das 2022er Cube Reaction Hybrid Performance 500 Allroad und das Cube Reaction Hybrid ONE 625 getestet und schildert hier seine Eindrücke.

Cube Reaction Hybrid 2022: Was ist neu?

Das letzte Mal, dass ich ein Reaction Hybrid getestet habe, war im Jahr 2020. Damals war das Reaction Hybrid Pro 500 eines der ersten mit dem aktuellen Bosch Performance CX Gen4 Motor. Gleichzeitig wurde es damals noch mit dem altbekannten Bosch Powerpack 500 angeboten. Seit dem Modelljahr 2021 setzt Cube beim Reaction Hybrid ausschließlich auf die integrierten „Bosch Powertube“-Akkus mit 500 bis 750 Wattstunden. Auch die Displays sind E-MTB-typisch: Das Reaction Hybrid gibt es nur mit Purion- oder Kiox- sowie dem neuen Kiox 300-Bordcomputer.

Die Motoren kommen standesgemäß aus der Performance Line und besitzen 65 bis 85 Newtonmeter maximales Drehmoment. Cube-typisch gibt es viele Modelle in mindestens zwei verschiedenen Farbkonzepten. Wer Glück hat, kann sein neues E-Bikes also auch in Wunsch-Farbe bekommen. Ein weiteres Highlight: Alle Reaction-Hybrid-Modelle gibt es auch als Trapez- oder Tiefeinstieg (Easy-Entry) für einfacheres Auf- und Absteigen. Ich teste hier die zwei günstigsten Varianten „Performance“ und „ONE“ die um die 2.500,00 € liegen.

Cube Reaction Hybrid Performance 500 Allroad: Was steckt hinter dem Namen?

Das 2022er Basis-Modell – Cube Reaction Hybrid Performance 500 – kommt für 2449,00 € mit dem „Performance Line“-Motor mit bis zu 65nm und wahlweise mit 500 Wh oder 625 Wh (+200,00 €) sowie „Allroad“-Ausstattung mit Schutzblechen, Beleuchtung und Seitenständer (+100,00 €). Der Antrieb ist zwar 30 Prozent schwächer als der Performance CX, sollte konstruktionsbedingt aber auch unter Last etwas leiser sein. Ich bin gespannt, ob ich die Unterschiede im Vergleich zum Cube Reaction Hybrid ONE mit Performance CX spüren (oder hören) kann. Zuerst schaue ich mir jedoch das Cube Reaction Performance 500 Allroad an.

Alles an Bord: Cube Allroad-Ausstattung mit Schutzblechen, Seitenständer und Beleuchtung

Das Performance-Modell ist neben dem „Pro“ und „SL“ eines der drei Ausstattungsvarianten des Reaction Hybrid, die es auch als „Allroad“-Modell gibt. Die Räder sind dann neben der StVZO-konformen Beleuchtung auch mit passenden Anbauteilen aus der Cube-hauseigenen „Acid“-Zubehör-Serie bestückt. Somit spart man sich die lästige Montage von Teilen und bekommt ein E-MTB das ab Werk verkehrssicher und alltagstauglich ist. Lediglich ein Gepäckträger fehlt der sonst kompletten „Vollausstattung“ noch.

Cube Reaction Hybrid Performance 500 Allroad: Rahmen und Komponenten

In der Dortmunder Filiale steht das E-Mountainbike vor mir in der sehr dezenten Farbe „metallicgrey´n´white“. Die anderen zwei möglichen Farben sind deutlich auffälliger, aber für mich steht die unaufgeregte Farbe einem Alltagsrad wirklich gut. Der Rahmen steht voll in der Linie der neuen Designsprache, die Cube seit 2020 praktiziert. Das massive Unterrohr beheimatet den Akku und die Form geht fließend in den Motor über. Was die ansonsten schöne Optik etwas abschwächt, sind die vier Gummiabdeckungen hinter denen sich die Motorverschraubung befindet. Auch die Klappe hinter der sich der Akku verbirgt, ist eine Mischung aus Gummi und Plastik und wirkt nicht ganz so hochwertig. Aber hier gilt wohl für beide Stellen das Motto: „Form follows function“. Als Nächstes wandert mein Blick über die weiteren Bauteile. Die 9-Gang-Schaltung und die hydraulischen Scheibenbremsen stammen von Shimano und sind für ihre Zuverlässigkeit bekannt. Die Federgabel kommt von dem Feder-Spezialisten SR Suntour.

Probefahrt: Wie performt das Cube Reaction Hybrid Performance?

Zahlen und Fakten mal beiseite gelassen – es gibt schließlich nur einen Weg herauszufinden, wie sich das Bike fährt. Ich schwinge mich auf den Sattel und fahre entlang des Dortmunder Phoenix-Sees. Hier gibt es einige Baustellen und dementsprechend ruppige Untergründe. Der „Natural Fit“-Sattel macht einen sehr bequemen Eindruck auf mich und auch das Cockpit gibt mir mit dem breiten MTB-Lenker und den angenehmen Griffen viel Komfort und Sicherheit. Der Bosch Performance-Motor unterstützt gewohnt feinfühlig und die Motorunterstützung lässt sich über das Purion-Display schnell anpassen. Die Alivio-Schaltung funktioniert ebenfalls gut und die Bandbreite an Gängen reicht auf der Testfahrt für alle Gelegenheiten aus. Ich bin mir jedoch sicher, dass das Modell an wirklich steilen Anstiegen oder im härteren Gelände an seine Grenzen stoßen wird. Dass das Modell aber sowieso nicht für krasses E-Mountainbiking gemacht ist, erkennt man auch an der Reifenwahl, die Cube getroffen hat. Die 2,25-Zoll-breite-„Schwalbe Smart Sam“-Reifen rollen wunderbar leicht auf Asphalt- und Schotterstrecken, bieten aber bei losen Untergründen nicht übermäßig viel Grip. Das Gesamtpaket ist jedoch insbesondere im Hinblick auf den Preis von rund 2.500,00 Euro absolut überzeugend. Ich bin gespannt, wie sich das Reaction Hybrid ONE mit dem stärkeren Bosch Performance Line CX im direkten Vergleich schlägt.

Mehr Drehmoment, mehr Gänge, weniger Gewicht: Was sind die Upgrades?

Das Cube Reaction Hybrid ONE kostet als Variante mit 500Wh-Akku genau so viel wie das Performance 500 Allroad. Und es kommt mit einigen optischen & technischen Verbesserungen daher. So ist das Steuerrohr noch etwas massiver und der spezielle E-MTB-Vorbau von Cube nimmt die Formsprache des Rahmens perfekt auf. So ist das Gesamterscheinungsbild des Bikes noch etwas ausgefeilter.

Tatsächlich ist aber auch bei den höherwertigen Modellen die Akkuklappe die gleiche wie beim Performance-Modell. Natürlich kann der Akku in jedem Fall auch im Rad geladen werden, jedoch ist es insbesondere im Winter immer ratsam, den Akku mit ins Warme zu nehmen. Auf mich wirkt die Abdeckung leider nicht so, als würde sie einen häufigen Ein- und Ausbau gut überstehen. Technisch ist das für mich jedoch der einzige Kritikpunkt. Die weitere Ausstattung des Reaction Hybrid ONE macht einen soliden Eindruck. Das Display ist identisch zum Performance-Modell und auch die die weiteren Bauteile im Sitz- und Lenkbereich unterscheiden sich nicht großartig. Die verbaute Shimano-Deore-10-Gang-Schaltung bietet hingegen mit der 11-42-Kassette eine größere Übersetzungsbandbreite und hat einen sehr guten Ruf.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Performance & ONE im direkten Vergleich

Auf der zweiten Probefahrt fällt mir zu Beginn kein allzu großer Unterschied auf. Ich sitze ähnlich moderat-sportlich auf dem Rad. Doch als ich die Unterstützungsstufe über das Purion-Display erhöhe merke ich direkt, dass das Modell deutlich sportlicher ist. Der Performance CX gibt mir im E-MTB- bzw. Turbo-Modus beim Anfahren in kleinen Gängen einen regelrechten Kick. Zudem klingt der Motor in dem Moment auch etwas kerniger. Insgesamt wirkt das Fahrverhalten etwas Mountainbike-lastiger. Ein Blick in die Geometriedaten auf der Website von Cube erklärt mir warum. Die Kettenstreben (Abstand zwischen Hinterradnabe & Tretlager) sind ab dem ONE-Modell kürzer, was erfahrungsgemäß für ein agileres und wendigeres Fahrgefühl sorgt. Das macht besonders im Gelände einfach mehr Spaß. Die Federgabel wirkt auf mich noch etwas feinfühliger, auch wenn sie sich nicht großartig verstellen lässt. Der zusätzliche „Klettergang“ ist ein echtes Plus an steileren Anstiegen. Beim ONE-Modell bin ich am Ende der Probefahrt überzeugt, dass man mit dem Bike nicht viel falsch macht. Grundsätzlich ist es zwar etwas sportlicher ausgerichtet, gleichzeitig lässt es sich aber wie alle Cube Reaction Hybrid auch mit Zubehör auf die individuellen Bedürfnisse anpassen.

Fazit: Ein Cube Reaction Hybrid für alle?

Sowohl das Reaction Hybrid Performance als auch das Reaction Hybrid ONE haben mich überzeugt. Während das Performance-Modell für etwas mehr Komfort steht, richtet sich das ONE-Modell an die sportlichere E-MTB-Fraktion. Wer sich noch mehr Ausstattung wünscht oder auf der Suche nach einem Modell mit dem neuen „Bosch Smart System“ mit 750Wh-Akku ist, sollte sich die Reaction-Hybrid-Modelle „Pro“, „EXC“, „SL“ und „SLT“ anschauen.

Du suchst nach weiteren E-Bikes sowie E-MTBs von Cube? Dann klick auf die beiden folgenden Links:

Veröffentlicht am 02. November 2021

Jan K.

Jan entdeckte 2012 durch ein Youtube Video aus dem legendären Whistler Bikepark seine Begeisterung für Mountainbikes. Von seinem Taschengeld kaufte er sich ein Dirtbike und stellte fest, dass ihm nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben am Rad großen Spaß macht. Die logische Konsequenz: Statt zu studieren machte er lieber eine Ausbildung in der Werkstatt der Lucky Bike Filiale in Dortmund. Während der Lehre wuchs auch der eigene Fuhrpark stetig an. Wieviele Fahrräder er mittlerweile besitzt? Das weiß er selbst nicht so genau.

Mit derselben Leidenschaft arbeitet er seit 2019 im Onlinemarketing bei Lucky Bike / Radlbauer.