Trek Remedy 8 2013 – Lucky Bike Praxis-Test

Test Trek Remedy 2013
Trek Remedy 8 im Test

Das Trek Remedy 8 2013 ist rund 900€ günstiger zu haben, als die von uns getestete All-Mountain Rakete Trek Remedy 9. Das Remedy ist unter den All Mountain Bikes konzeptionell unbestritten ein sehr gutes Bike. Wir wollen allerdings wissen, ob sich das Remedy 8 aufgrund seiner günstigeren Ausstattung deutlich vom Topmodel unterscheidet und unser Lucky Bike Mitarbeiter Vladislav hat deshalb die günstigere Version getestet und schildert nachfolgend seine Eindrücke.

Auf den ersten Blick fällt im Direktvergleich auf, dass die Lackierung bei dem Trek Remedy 8 unauffälliger gehalten ist. Unser Testbike glänzt in weiss. Die Ausstattung ist bewusst auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ausgelegt. Der Mix aus Shimano XT und SLX ist für den All Mountain-Einsatz gut gewählt – unser Test soll zeigen, ob sich daraus auch klare Performance-Unterschiede ergeben.

Der Rahmen

Der beim Trek Remedy 8 verwendete Hauptrahmen ist aus Treks Alpha Platinum Aluminium gefertigt und identisch mit dem Top-Modell. Die von Trek entwickelte, besondere Aluminiumlegierung ist sehr leicht. Bei der Verarbeitung wird sie kalt extrudiert, im Hydroforming-Verfahren verarbeitet und im „smooth weld“-Verfahren verschweißt. Auf diese Weise wirken die Schweißnähte glatt verschliffen und sehr edel. Der Evo Link, die Verbindung zwischen Dämpfer und Hinterbauschwinge, ist aus Magnesium und besteht aus mehreren Bauteilen, was die Gesamtsteifigkeit positiv beeinflusst. Der Hinterbau ist das Highlight am Trek Remedy 8, da auch hier die Full Floater Technologie zum Einsatz kommt, die auch beim Top-Modell Anwendung findet. Der Dämpfer wird bei dieser Technologie nicht an einer starren Dämpferaufnahme montiert, sondern ist schwimmend zwischen zwei aktiven Links befestigt. Das soll laut Trek den Hinterbau noch sensibler machen und das Ansprechverhalten verbessern. (Hinweis für Fortgeschrittene: Die Kennlinie des Hinterbaus ist linear abgestimmt). Als zusätzliches Feature bietet auch das Remedy 8 die Option, die Geometrie mit Hilfe des unteren Verbindungselements, dem sogenannten Mino-Link, den Lenkwinkel um 0,5° abzuflachen und die Tretlagerhöhe um 10mm zu verstellen. Als schönes Detail zeigt sich, dass der Rahmen ebenso eine innere Zugführung für die absenkbare Sattelstütze (Rock Shox Reverb Stealth) sowie eine ISCG-Aufnahme für die Kettenführungsmontage am Tretlager besitzt.

3, 2, 1…Action!

Auf dem Trail arbeitet das Fahrwerk ausgezeichnet und das Handling stimmt. Im Grafenberger Wald (Düsseldorf) lässt sich das Fahrwerk gut unter die Lupe nehmen. Die Sitzposition ist schön sportlich gestreckt, wofür vor allem das 60cm lange Oberrohr sorgt. Trifft man beim Downhill allerdings auf Drops und sehr enge Kurven, wird man mehr mit dem Körper arbeiten müssen. Durch die etwas längere Geometrie ist das Trek Remedy 8 beim Higspeed sehr laufruhig aber in engen technischen Passagen ein wenig träge.
Bemerkenswert ist die Dämpferabstimmung: In der Ebene und beim Uphill wippt das Fahrwerk fast gar nicht. Beim Downhill hingegen verrichten Federung und Dämpfer zuverlässig ihren Dienst und steigern den Fahrspaß mächtig. Dafür sorgt auch der Umstand, dass lästiges Bremsstempeln dank des ABP (active braking pivot) der Vergangenheit angehört. Diese Technik funktioniert am Trek Remedy ausgezeichnet. Egal ob gebremst wird oder nicht, das Fahrwerk arbeitet konstant zuverlässig! Der Hinterbau gibt, genau wie die Gabel, schnell Federweg frei. Bei den Abfahrten machen sich auch die Reifen gut und halten immer gute Verbindung zum Trail. Die Fox-Ingenieure haben auf jeden Fall ihre Hausaufgaben gemacht und die von Trek stolz präsentierten Technologieabkürzungen sind nicht nur Marketingversprechen, sondern halten auf dem Trail auch das ein, was sie in der der Bikebeschreibung versprechen.

Fazit Trek Remedy 8

Das Trek Remedy 8 ist im All Mountain-Bereich der Mercedes unter den Mountainbikes.
Für All Mountain-Touren und Alpenüberquerungen ist es das ideale Bike. Für verspielte technische Spielereien wünscht man sich allerdings einen kürzeren Rahmen. Leider haben wir beim getesteten Rad die absenkbare Sattelstütze vermisst, die beim teureren Modell serienmäßig verbaut ist. Wenn es steil bergab geht und man mehr Beinfreiheit benötigt, wird man daher zwangsläufig vom Remedy 8 absteigen müssen um den Sattel tiefer zu stellen.
Die Ausgangsfrage, wo die Unterschiede zwischen dem Trek Remedy 9 und dem günstigeren Remedy 8 liegen, können wir nur folgend beantworten. Die Unterschiede gibt es in der Ausstattung nicht aber bei der Performance. Das Remedy 9 ist hochwertiger und leichter ausgestattet und verfügt zudem über eine stabile 142x12mm Steckachse. Bei der Kaufentscheidung zwischen Remedy 8 oder Remedy 9 muss jeder für sich selbst beantworten, ob der Aufpreis für die Variostütze, die Steckachse und eine höherwertige Komponentenreihe oder eher Fahrspaß, günstigere Ersatzteile, Stabilität und Preis im Vordergrund stehen sollten. Wir können, abgesehen von den genannten Punkten, keinen zentralen Performance-Unterschied zwischen den beiden Modellen ausmachen. Die Frage nach der Langlebigkeit der jeweils verbauten Komponenten konnten wir in unserem Fahr- und Praxistest nicht beantworten, hierzu wäre ein Langzeittest notwendig.

Pro: Preis-Leistungs-Verhältnis, Rahmen, Fahrwerk, Komponenten.
Contra: fehlende absenkbare Sattelstütze

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Autor: Vladislav Shenker (Lucky Bike Filiale Würzburg)

Andreas

Andreas hat im Grundschulalter schon an seinem Fahrrad geschraubt, um den BMX Fahrern Konkurrenz zu machen. Ein paar Jahre später hat er das Rennrad seiner Schwester heimlich für die ersten Ausfahrten genutzt und seit ein paar Jahren fährt er quer durch Europa – mit oder ohne Gepäck, mit dem Rennrad, dem MTB oder dem Tourenbike. Und das Schrauben übernimmt er immer noch selbst, auch wenn er seit 2010 für Lucky Bike im Onlinemarketing Team ist. Hier findest du alle Beiträge von Andreas.

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