Test: MTB Focus Whistler 27R 3.0 Plus

Stadt-Mountainbike mit sportlichem Charakter

Focus Whistler 27R 3.0 Plus
Focus Whistler 27R 3.0 Plus

+ Straßenausstattung
+ einheitliches Design
+ HTII Kurbel

– Federgabel nur mittelmäßig

Mountainbikes erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit, unser Lucky Bike Mitarbeiter Guido hat daher das Focus Whistler 27R 3.0 Plus getestet und schildert nachfolgend seine Eindrücke. Nicht nur bei Menschen, die diesen Fahrradtypus als reines Sportgerät nutzen, sondern auch bei den Zeitgenossen, die ihr MTB als solides Alltagsrad nutzen und bei Bedarf auch mal über Stock und Stein fahren wollen.
Dumm nur, dass diese Räder erstmal ohne Straßenausstattung daher kommen. Alles, was sie alltagstauglich (Schutzbleche) und vor allem halbwegs StVZO-konform (Beleuchtung) macht, muss nachgerüstet werden. Entsprechend haben immer mehr Fahrradhersteller MTB-Modelle im Programm, die bereits über eine Straßenausstattung verfügen. So auch das Focus Whistler 27R 3.0 Plus, das in sportlichem matt-grau und grell-grünen Akzenten eine homogene Erscheinung macht. Sattel und Gabel sind „in Wagenfarbe“ gehalten und runden das Gesamtbild gut ab.

Solide Ausstattung für den Alltagsgebrauch

Beim Focus Whistler 27R 3.0 Plus fällt zunächst die Laufradgröße auf. Oftmals kommen straßenausgestattete MTBs noch mit 26 Zoll Rädern daher, da sie bislang ehr als Jugendrad konzipiert sind. Das Whistler dagegen ist mit der modernen 650B, also 27,5 Zoll Laufradgröße ausgestattet, die mit geländetauglichen Continental Race King in Breite 2.2 besohlt ist.
Die nächste Besonderheit ist das hochwertige Shimano Hollowtec II Tretlager – bei dieser Fahrradgattung ebenfalls nur äußerst selten zu finden. Das Deore Schaltwerk, gepaart mit Shimano Alivio Umwerfer und Alivio Kurbelgarnitur aktuellster Bauart gehören zwar nicht einer der Top-Gruppen gehen jedoch absolut in Ordnung. Die Suntour XCM-Gabel, immerhin mit Lock-Out, ist jedoch nur unterer Durchschnitt. Im schweren Gelände sollte man keine Wunder von ihr erwarten. Für die Stadt auf Kopfsteinpflaster oder in leichtem Gelände, wie zum Beispiel Feldwegen sollte die Gabel jedoch ausreichend sein.
Die hydraulischen Tectro Auriga Bremsen sind für den Alltagsgebrauch und leichtes Gelände ebenfalls absolut ausreichend, gleiches gilt für die Altus Shifter.
In punkto Straßenausstattung fällt der Shimano Nabendynamo angenehmerweise nicht sofort ins Auge, da er ebenso wie die Speichen in schwarz gehalten ist. Gleiches gilt für den kleinen, unauffälligen AXA Pico Scheinwerfer mit 15 Lux.
Etwas lieblos dagegen gestaltet sich die Heckansicht mit den überdimensionierten Haltern für den großen Reflektor und das Rücklicht, gleiches gilt für den etwas labilen Hinterbauständer. Ständer, Licht und Reflektor befinden sich an der linken, fahrbahnzugewandten Seite des Rades.
Die von Hebie stammenden Steckschutzbleche wiederum machen einen sehr soliden Eindruck und sind bei Bedarf schnell abgenommen.
Nicht ganz nachvollziehen lässt sich, warum Focus auf Gepäckträgeraufnahmen am Rahmen verzichtet hat, da dieser Fahrradtyp eigentlich für Nachrüstträger prädestiniert ist.

Agiles Stadt-Mountainbike

Die erste Ausfahrt mit dem Whistler macht Lust auf mehr. Die Sitzposition ist moderat sportlich und somit auch für längere Touren geeignet. Das Rad beschleunigt gut und lässt sich agil durch Kurven zirkeln.
In der Stadt verlieren Bordsteinkanten, Gullis und Straßenbahnschienen dank der breiten Reifen ihren Schrecken und abends vor dem Supermarkt muss nicht erst noch die Steckbeleuchtung entfernt bzw. wieder mühselig aus dem Rucksack gekramt werden. Und auch dem Schutzmann kann man bei einer Kontrolle ein Lächeln schenken. Sogar vor der Eisdiele oder dem Biergarten macht das Whistler durch seinen sportlichen Offroad Charakter noch eine gute Figur.
Lediglich das Ansprechverhalten der Gabel lässt zu wünschen übrig. Was in der Stadt noch ausreicht wird auf Waldwegen sehr holprig. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers von 779,-€ wäre eine Luftfedergabel allerdings zu viel verlangt.

Das Focus Whistler 27R 3.0 Plus beweist Allrounderqualitäten

Fazit: Das Focus Whistler 27R 3.0 Plus lässt sich am besten mit einem SUV im PKW-Bereich vergleichen. Natürlich ist das Whistler kein reinrassiges Mountainbike, überzeugt aber durch seine Allrounderfähigkeiten in der Stadt und leichtem Gelände. Klare Pluspunkte gibt es für die standardmäßig verbaute Beleuchtung, für eine volle Straßenverkehrszulassung fehlen nur noch ein paar Reflektoren – auf diese hat der Hersteller wohl mit Rücksicht auf die sportlich Gesamterscheinung verzichtet.

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Autor: Guido Unterhalt (Lucky Bike Filiale Bielefeld)

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

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