Licht am Fahrrad – Kaufberatung Fahrradlicht

FahrradbeleuchtungDynamo oder Batterie?

Die Auswahl der Modelle und Funktionen bei Fahrradbeleuchtung ist groß – Worauf sollten Sie beim Kauf achten? Zunächst gilt es, eine Grundsatzentscheidung zu treffen: Sollten Sie einen (Naben-)Dynamo wählen oder lieber zum Batterielicht greifen? Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen.

Der Nabendynamo
Nabendynamos sind fest im Vorderrad verbaut und ersetzen die Vorderradnabe. Über eine Steckverbindung an der Seite wird der Strom mittels Lichtkabel zur fest installierten Frontleuchte und zum Rücklicht geleitet. In der Regel verfügt die Frontleuchte über einen Schalter, der zeitgleich die Beleuchtung vorne und hinten einschaltet. Der Vorteil dieses Systems: Die Beleuchtung ist fest installiert und somit immer dabei – man kann sie nicht zu Hause vergessen. Der für den Betrieb nötige Strom wird direkt erzeugt – Batterien sind nicht nötig, sie müssen nicht gewechselt werden und auch sonst ist das System wenig wartungsintensiv. Der Nachteil liegt im etwas höheren Gewicht und im etwas höheren Rollwiderstand, auch im ausgeschalteten Zustand. Zudem bedeutet ein irreparabler Schaden an der Vorderradfelge, dass der Nabendynamo neu eingespeicht werden muss. Aus Kostengründen wir allerdings meist ein komplett neues Vorderrad angeschafft. Einen Knackpunkt stellt wie bei den Seitenläuferdynamos auch die Verkabelung zwischen Leuchten und Dynamo dar. Sie ist potentiell anfällig für Defekte, da Kabel und Kontakte Wind und Wetter ausgeliefert sind. Ein regelmäßiger Check ist daher unbedingt ratsam! Bei vielen Neurädern wird mittlerweile das Lichtkabel im Fahrradrahmen verlegt, dort ist es gegen die meisten schädlichen Einflüsse gut geschützt. Funktioniert die Beleuchtung nicht mehr, liegt der Defekt meist an den Kontaktpunkten, ein Kabelbruch ist nahezu ausgeschlossen.

Die Batteriebeleuchtung

Nicht zuletzt durch eine neu geschaffene rechtliche Grundlage hat sich dank LED-Technik und stark verbesserter Akkuleistung die Batteriebeleuchtung als zuverlässiger Begleiter am Fahrrad fest etabliert. Heute ist es längst nicht mehr nötig, für eine ausgedehnte Radtour ein zweites Paar

Batteriebeleuchtung von Busch und Müller
Batteriebeleuchtung von Busch und Müller

Batterien mitzunehmen. Die moderne Beleuchtung hält in der Regel problemlos mehrere Stunden, wenn nicht gar Tage durch. Aktuelle Modelle geben zudem einen Warnhinweis, wenn die Batterieleistung zur Neige geht. So ist ein rechtzeitiger Batteriewechsel oder ein Aufladen problemlos möglich. Der Vorteil der Batteriebeleuchtung liegt vor allem in der kabellosen Flexibilität. Vorderlicht und Rücklicht sind vollkommen unabhängig voneinander, verschiedene Leuchtmodi, teilweise auch Helligkeitsstufen können gewählt werden. Auch bleibt es dem Pedaleur frei überlassen, wo er die Beleuchtung anbringt. Der Gesetzgeber fordert lediglich, dass sie fest mit dem Fahrrad verbunden ist. Die Formulierung „fest“ schließt Steckverbindungen mit ein. Nicht zulässig ist die Anbringung am Helm oder am Rucksack. Frontleuchten werden meist am Lenker montiert, die Rückleuchten zumeist an der Sattelstütze.
Ein Nachteil der Batterielichter liegt vor allem darin, dass man die Beleuchtung ständig mit sich führen muss. Man sollte sie nicht unbeaufsichtigt am Rad lassen, da das Diebstahlrisiko recht hoch ist und die Lampen sich schnell mitnehmen lassen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass von Zeit zu Zeit ein neues Paar Batterien bzw. eine frische Ladung für die Akkus fällig wird. Achten Sie beim Kauf darauf, ob die Batterien fest in der Lampe verbaut sind oder ausgewechselt werden können. Falls die Batterien austauschbar sind, macht ein kurzer Wechsel die Lampe schnell wieder betriebsbereit, wohingegen ein fest verbauter Akku mitsamt der Lampe aufgeladen werden muss.

Vor allem sportlich orientierte Radfahrer setzen auf die Batterielichter: Rennradfahrer wegen der kleinen, kompakten und leichten Bauform, Mountainbiker schätzen die enorme Lichtausbeute, mit der vor allem Modelle mit externem Akku punkten können.

Ein wichtiger Hinweis zum Kauf: Batteriebeleuchtung ist nur auf deutschen Straßen zulässig, wenn Sie über ein Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamtes verfügt. Dieses Institut prüft, ob die Beleuchtung hell genug ist und eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Das Prüfzeichen besteht aus einer Wellenlinie, dem Buchstaben „K“ und der Prüfnummer.

Achten Sie beim Kauf zudem auf die Halterung: Die Beleuchtung sollte schnell abzunehmen sein, aber trotzdem fest und spielfrei sitzen. Gegebenenfalls sollten Sie sich schon Vorfeld über eine etwaige Ersatzteilversorgung informieren – die namhaften Hersteller wie Busch und Müller, Trelock oder Sigma sind in diesem Bereich in der Regel gut aufgestellt.

Fazit

Wenn Sie regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, sollten Sie auf einen zuverlässigen Nabendynamo setzen. Eine gute Verkabelung vorausgesetzt, ist das System wenig störanfällig und benötigt so gut wie keine Wartung. Hinsichtlich der Ausstattungsmerkmale der Beleuchtungsanlage ist Standlicht für die Frontleuchte ein sinnvolles Feature. Es erhöht die Sicherheit bei kurzen Stopps und liefert ausreichend Licht, um zum Beispiel den Fahrradschlüssel finden zu können. Sensorgesteuertes Tagfahrlicht ist vor allem im städtischen Bereich angeraten, die Sichtbarkeit wird dadurch deutlich erhöht.
Batteriebeleuchtung ist für Sie die erste Wahl, wenn Sie in der Regel im Hellen und eher kurz bei Dunkelheit unterwegs sind. Beachten Sie aber, dass die StVZO fordert, dass auch bei Helligkeit die funktionstüchtige Beleuchtung mitgeführt wird. Sportlich orientierte Mountainbiker setzen wegen der hohen Lichtausbeute meist auf Batteriebeleuchtung ohne Zulassung für den Straßenverkehr.

Machen Sie sich auch durch Ihre Bekleidung sichtbar! Lesen Sie dazu unseren Artikel „Bekleidung und Bereifung – So radeln Sie sicher durch Herbst und Winter“. Statistiken zu der Häufigkeit von Fahrradunfällen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Lucky Bike / Radlbauer Redaktion

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