E-Mountainbike Kaufberatung: Leistungsklassen, Typen und Kategorien

Welches E-Mountainbike ist das richtige für mich?

Der folgende Text soll Ihnen als Hilfestellung dienen, über welche Aspekte Sie sich vor dem Kauf eines E-Mountainbikes Gedanken machen sollten, welche grundlegenden Unterschiede es zwischen E-Mountainbikes es also überhaupt gibt.


Unabhängig von den Spezifika der verschiedenen E-Mountainbikes, gibt es auch bei dieser Fahrradgattung Aspekte, die allgemeingültig sind. Die Rahmengröße muss natürlich auch bei einem E-Mountainbike zu Ihrer Körpergröße passen – auch die Fahrradergonomie spielt eine wichtige Rolle. Soll es ein 29-er oder doch „nur“ ein 27,5-er (auch 650 B genannt) sein? Welches Budget steht zur Verfügung? Und die wichtigste Frage was ich mit dem Rad denn eigentlich unternehmen will?

Die drei aus unserer Sicht wichtigsten Unterscheidungen finden Sie im Folgenden erklärt: welche Leistungsklasse soll es sein, welcher Typ E-Mountainbike aus welcher Kategorie?

E-Mountainbike: Leistungsklassen

Genau wie bei den herkömmlichen E-Bikes unterscheidet man auch die E-Mountainbikes in zwei verschiedene Leistungsklassen: zum einen die Pedelecs, die den Fahrer bis 25km/h unterstützen, zum anderen die S-Pedelecs, die sogar bis 45 km/h Unterstützung leisten. Neben diesen beiden Leistungsklassen gibt es auch noch die E-Bikes, die allerdings der Gattung der Mofas angehören, da sie den Fahrer auch dann unterstützen, wenn dieser nicht in die Pedale tritt.

Pedelecs (Unterstützung bis 25 km/h) machen nach Schätzungen des Zweiradindustrieverbandes etwa 95 Prozent der Elektrofahrräder aus. Die Motorenleistung dieser E-Mountainbikes darf 250 Watt nicht übersteigen. Die Höchstgeschwindigkeit mit Motoreinsatz darf maximal 25 km/h sein. Natürlich kann man mit einem Pedelec auch schneller fahren, dann jedoch aus eigener Kraft – ohne die Unterstützung des Motors.

S-Pedelecs sind genau genommen keine Fahrräder sondern werden zu den Kleinkrafträdern gezählt. Die elektrische Unterstützung schaltet sich bei diesen Rädern erst bei 45 km/h aus, die maximale Motorleistung beträgt 500 Watt. Bei einem S-Pedelec wird eine Betriebserlaubnis benötigt und um es fahren zu dürfen muss man mindestens 15 Jahre alt sein und über mindestens einen Mofaführerschein verfügen. Eine Helmpflicht besteht für diese E-Mountainbikes nicht.

E-Mountainbike Typen: Hardtail oder Fully?

Wie bei herkömmlichen Mountainbikes unterscheidet man auch bei E-Mountainbikes zwischen Hardtails und den so genannten Fullys – Fully ist die Abkürzung von Full Suspension Mountainbike. Und das Wort „Full“ ist genau das Unterscheidungskriterium. Ein Fully ist sowohl vorne an der Gabel als auch am Rahmen unter dem Sattel mit einer Feder ausgestattet. Das Hardtail hingegen verfügt lediglich über die Federgabel vorne und ist unter dem Sattel starr.

Welches der beiden E-Mountainbike-Typen das Richtige ist, hängt im Wesentlichen davon ab, was man mit dem Bike unternehmen möchte. Aufgrund der zusätzlichen Federung sind Fullys bei gleicher Ausstattung teurer als E-Mountainbike Hardtails. Bei nicht motorisierten Mountainbikes gibt es ein weiteres wichtiges Kriterium: das Gewicht. Aufgrund des Gewichts des Motors spielt dieser Aspekt bei E-Mountainbikes hingegen eine eher untergeordnete Rolle, weil der Gewichtsunterschied dadurch relativ geringer ist.

Einsatzbereich eines E-Mountainbike Hardtails
Der optimale Einsatzbereich für Hardtails sind Wald- und Forstwege, auf denen man auch mit einem solchen E-Mountainbike die Bodenhaftung behält. Natürlich kann man auch mit einem Hardtail Abfahrten bis hin zu einem Singletrail befahren, der Fokus liegt aber in nicht so radikalem Gelände. Ein Grund: durch das Fehlen der hinteren Federung gelangen die Schläge in Abfahrten direkt, also ungefiltert in den Rücken des Fahrers. Ein Hardtail benötigt aufgrund der geringeren Technik (das Fehlen der oft sehr technischen Federung am Rahmen) jedoch deutlich weniger Pflege und Wartung als ein Fully.

Einsatzbereich eines E-Mountainbike Fullys:
Das Terrain der Fullys sind technisch anspruchsvollere Strecken, wie kleine Waldwege und Singletrails, auf denen auch Hindernisse wie Schanzen keine Seltenheit sind. Durch die doppelte Federung hat man auch in solchem anspruchsvollen Gelände eine gute Bodenhaftung und kann sein E-Mountainbike sicher steuern. Die Federung gewährleistet, dass das Bike mehr und besser Schläge in Abfahrten ausgleicht. In der Bergauffahrt kann die hintere Federung im Normalfall blockiert werden, so dass die Kraft auf die Strecke und nicht in die Feder gelangt.

E-Mountainbike Kategorien: Cross-Country, All Mountain, Enduro

Neben den zwei oben beschriebenen Typen, werden E-Mountainbikes zum Teil auch nach Kategorien unterschieden.
Hardtails fallen eigentlich grundsätzlich in die Kategorie Cross-Country. Wie oben beschrieben eignen sie sich perfekt um „quer durchs Land“ zu fahren – egal ob Asphalt, Forst- oder Waldweg. Diese E-Mountainbikes mit ihrem maximalen Federweg von 120 mm in der Gabel halten, wenn nötig, aber auch anspruchsvolleren Abfahrten stand.

Die E-Mountainbike Fullys hingegen werden entweder der Kategorie All Mountain oder der Kategorie Enduro zugewiesen. Enduros sind mit ihren etwa 150 mm Federweg in der Gabel auf radikale Abfahrten mit Sprüngen und Hindernissen ausgerichtet. Diese E-Mountainbikes sind in der Regel etwas für wirkliche Nerds, die Ihrem Bike alles abverlangen. Ein vermeintlich „normaler“ Biker wird auch mit einem All-Mountain glücklich werden.