Bekleidung und Bereifung – So radeln Sie sicher durch Herbst und Winter

ReflektorbekleidungHerbst und Winter stehen vor der Tür. Kälte, nasses Laub, Matsch und Eis stellen die Fahrradfahrer vor die Frage, wie man auch bei diesen widrigen Witterungsverhältnissen trotzdem sicher von A nach B kommt. Neben dem zentralen Thema Beleuchtung, spielen auch die Bekleidung und Bereifung eine wichtige Rolle. Mit der richtigen Ausrüstung, einigen Vorbereitungsmaßnahmen und vorausschauendem Verhalten im Straßenverkehr meistern Sie Ihre Fahrradstrecke auch auf glattem und vereistem Untergrund. Wir haben einige Tipps zur richtigen Ausstattung zusammengestellt, mit denen Sie sicher durch die dunklen Jahreszeiten radeln können.

Die richtige Bekleidung

Setzen Sie auf das Zwiebelprinzip und tragen Sie mehrere dünne Schichten übereinander. So verhindern Sie Wärmestau innerhalb der Kleidung und können die Temperatur optimal regulieren. Funktionsunterwäsche eignet sich auch im Winter bestens als erste Schicht. Das atmungsaktive Material verhindert, dass sich die Feuchtigkeit bereits unter der eigentlichen Bekleidung staut. Die zweite Kleidungsschicht bildet die eigentliche Kleidung, bei kalten Temperaturen ein T-Shirt und ein Pullover oder Ähnliches. Als dritte Schicht raten wir zu einer wind- und wasserdichten Jacke.

Machen Sie sich sichtbar!

Signalfarben und Reflektionsstreifen an der Kleidung sind bei Dunkelheit besonders wichtig. Entscheiden Sie sich entweder direkt beim Jackenkauf für ein Modell mit Reflektormaterial oder tragen Sie eine Warnweste. Bewährt haben sich auch Reflektorbänder mit Klettverschluss. So werden Sie im Straßenverkehr schneller und besser gesehen. Für warme Hände bei Wind und Wetter sorgen Handschuhe aus einem warmen und undurchlässigen Material wie zum Beispiel Gore Windstopper. So haben Kälte, Wind und Schnee keine Chance. Bei besonders eisigen Temperaturen empfiehlt es sich, zusätzlich ein sehr dünnes Paar Handschuhe innerhalb der normalen Handschuhe zu tragen – Zwiebelprinzip für die Hände. Bei bitterkalten Temperaturen schützt eine Gesichtsmaske das Gesicht zuverlässig vor dem Fahrtwind, ist aber in der Regel wirklich nur bei zweistelligen Minusgraden oder für empfindliche Radfahrer angeraten. Das Tragen eines Helms bietet selbstverständlich auch im Herbst und Winter einen Schutz für den Kopf. Eine Vliesmütze mit Ohrenschutz, die man unter dem Helm tragen kann, ist die ideale Ergänzung. So bleiben auch die Ohren warm.

Die richtige Bereifung – So vermeiden Sie das Schlittern

Winterreifen für’s Fahrrad? Ja, auch für Fahrräder gibt es Winterreifen! Allerdings kommt der gemäßigte Freizeitradler sicher auch mit einem breiteren Touringreifen und etwas weniger Luftdruck sicher durch den Winter, ohne dass mal ein ungeräumter Radweg ihn vor unüberwindbare Hindernisse stellen sollte. Wohnt man allerdings in Regionen, in denen der Winter seinem Namen alle Ehre macht und über mehrere Wochen hinweg das Wegenetz mit Glatteis und Schnee überzieht, lohnt sich gegebenenfalls die Anschaffung von Spikereifen. Im Gegensatz zu Autos ist das Nutzen von Spikes bei Fahrrädern erlaubt, denn eine Beschädigung der Fahrbahnoberfläche ist aufgrund des geringeren Gewichts nicht zu befürchten. Auch bei Spikereifen sollte der Luftdruck nicht bis zum Maximum ausgereizt werden, denn nur so liegen alle Spikes auf der Fahrbahn auf und können sich auf eisglatter Fläche festkrallen. Der Vorteil der Regulation über den Luftdruck liegt auf der Hand: Taut das Eis kurzzeitig ab, ohne dass ein Ende des Winters in Sicht ist, lässt sich der Luftdruck erhöhen und der Rollwiderstand mit den Spikereifen sinkt. Wichtig: Spikereifen unterscheiden sich nicht nur wie übliche Fahrradreifen in Umfang und Durchmesser, sondern auch in der Anzahl der eingesetzten Spikes. Hier gilt die Faustregel: Je mehr Spikes, desto sportlicher ist der Reifen ausgelegt. Mit der Anzahl der Spikes steigt in der Regel allerdings auch der Preis. Ist man eher selten im Winter unterwegs und wenn, dann höchstens langsam und nur auf leicht vereisten Strecken, kann man ruhig zu Modellen mit weniger Spikes greifen. Sportliche Radler in schnee- und eisreichen Regionen dürfen hingegen ruhig zu Modellen mit mehr Spikes greifen.

Den Spaß am Fahrradfahren sollte man sich von den dunklen Jahreszeiten nicht nehmen lassen. Mit den richtigen Vorkehrungen und einem angemessenen Verhalten im Straßenverkehr kommen Sie auch bei Wind und Wetter vorwärts. Bei rutschigen Straßenverhältnissen ist das Halten eines gewissen Abstands unbedingt notwendig. Achten Sie außerdem auf Ihr Tempo, denn das abrupte Bremsen bei Glätte und Schnee birgt, insbesondere in Kurven, hohe Risiken.

Trotz der schlechteren Witterungsverhältnisse im Herbst und Winter ist nicht erwiesen, ob das Fahrradfahren in diesen Jahreszeiten unbedingt gefährlicher ist. Zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel „Ist Radfahren im Herbst und Winter gefährlicher als im Sommer?“ nähere Informationen.